Newsticker
Aktuelle Studie: Einnahme eines Asthma-Sprays bei Covid-19 vielversprechend
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Die Geheimnisse der Raunächte ans Licht gebracht

Lauterbach

12.01.2020

Die Geheimnisse der Raunächte ans Licht gebracht

Kreisheimatpfleger Alois Sailer referierte über die Geheimnisse der Raunächte.
Foto: Hertha Stauch (Archiv)

Kreisheimatpfleger Alois Sailer referierte in Lauterbach über Rituale und Bräuche dieser „heiligen Zeit“ und erzählte so manche Sage.

Bis aus Dillingen und Ziertheim kamen Besucher zum Seniorennachmittag in das Deutschordensschloss in Lauterbach, um wundersame, aber auch Gänsehaut-Geschichten über die Raunächte zwischen Wintersonnenwende und Heilig Dreikönig zu hören. Kreisheimatpfleger Alois Sailer stand Rede und Antwort zu den Sagen, Ritualen und Bräuchen in dieser „heiligen Zeit“.

Ein europäisches Kulturphänomen

Sailer hielt die Besucher mit seinen Schilderungen über Wodans Heerscharen, die über das Ried ziehen, ebenso in Bann wie mit seinen Sagen über das Riedweib, das „wilde G’jäg“ oder die Zeit zwischen Saat und Ernte. Die Magie der zwölf Raunächte sei ein europäisches Kulturphänomen, ergänzte Helmut Sauter. Vor allem im Norden Europas treiben in dieser Zeit Kobolde, Trolle und kleine Teufelchen ihr Unwesen, stören den häuslichen Frieden und bringen alles durcheinander, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Unzählige Sagen und Legenden, deren Wurzeln im heidnischen, vorchristlichen Zeitraum liegen, versuchen auch heute noch, diese Zeit als besonderen Zeitraum des Wandels und der Veränderung vom Dunkeln ins Licht wahrzunehmen, was sich durch Christi Geburt angedeutet hat.

Brauch des Räucherns

Dass das Wort „Rau“ etymologisch von Rauch abgeleitet ist, zeigt sich auch im Brauch des Räucherns der Häuser und Stallungen.

Viele der Geschichten und Sagen haben ihren Ursprung im bäuerlichen Leben, das ja immer von den Jahreszeiten abhängig war. Und gerade in den zwölf Raunächten ruhte die bäuerliche Arbeit und man hatte mehr Zeit für sich und die Familie, um durch Erzählungen in den Bauern- und Kunkelstuben Symbole, Erfahrungen und Geschehnisse zwischen Wahrheit und Dichtung weiterzutragen.

Erfahrungsaustausch beim Kuchen

Diese Gelegenheit des Erfahrungsaustauschs hatten auch die vielen Senioren bei selbstgebackenen Kuchen von den Frauen des Seniorentreffs, ehe eine humorvolle Weihnachtsgeschichte um den drehbaren Christbaumständer und das gemeinsame Lied „O du fröhliche…“ einen „sagenhaften“ Nachmittag beendeten. (mas)

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren