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Laugna

11.10.2015

Die Laugnaer drehen sich umeinander 

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2 Bilder
Komplizierte Schrittfolgen zeichneten die Tänze der Volkstanzgruppe Laugna aus. Sie gehen auf die Tanzmode am englischen Hof in der Renaissance zurück. Die sichtliche Freude der Tänzerinnen und Tänzer übertrug sich auch sehr schnell auf das Publikum am vergangenen Samstag beim Historischen Abend im Bürgerhaus.
Bild: Brigitte Bunk

Musik, Poesie und Tanz bringen das Publikum in Hochstimmung. Die gute Stimmung ist bei Weitem nicht der einzige Anreiz, der die örtliche Volkstanzgruppe zum Weitermachen motiviert.

Der Applaus ist groß, als Gerhard Schmidt in seiner unverwechselbaren Art die Zugabe vorträgt, die letzte klassische Ballade des Abends. Zu jedem seiner Gedichte erläutert der Lehrer im Ruhestand die geschichtlichen Hintergründe. Und die Zusammenhänge, damit sich die Zuschauer in die Geschichten von Mut, Liebe, Ungerechtigkeit und Hass, von Rettung und Untergang einfühlen können. Mit vollem Einsatz seines Körpers und sämtlicher verfügbarer Stimmlagen zieht Schmidt das Publikum in die Szenen. Sei es in den Königssaal von „Belsazar“, wo er den Schrecken über die Flammenschrift an der Wand lautmalt oder beim „Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe, wo der Zuschauer gedanklich das Wasser im Saal des Bürgerhauses Laugna überschwappen sieht. Hier fand der Historische Abend im Rahmen der Kulturtage 2015 statt, zu dem der Arbeitskreis „Kultur und Geschichte“ am Samstagabend eingeladen hatte.

Zum Abschluss, als zweite Zugabe, zeigt die Volkstanzgruppe Laugna noch einmal ihren Kennenlerntanz. So drehen sie sich umeinander und miteinander und begeistern noch einmal mit den komplizierten Figuren zur Musik der Gruppe „Kurzweyl“. Die begleitete sie bereits den Abend über mit mittelalterlichen Klängen und unterhielt auch selbst mit ihren Gesangsdarbietungen.

Warum die Tänze aus der Zeit des Übergangs vom Mittelalter in die Neuzeit, der Renaissance, durchweg englische Namen tragen, erklärt Annemarie Schmidt. „Die Tanzmode am englischen Hof war federführend in Europa.“ Vier Wochen lang hatte sie mit der Volkstanzgruppe die Schrittfolgen der Tänze für zwei, vier und acht Paare einstudiert. Sie erzählt von hunderten von Tanzbeschreibungen, die John Playford sowie dessen Sohn und Enkel aufgezeichnet haben. Lachend sagt sie: „Da haben wir noch reichlich Anreiz, Tänze zu zeigen.“ Das Publikum stimmt mit Applaus zu.

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Das Bürgerhausteam bot Suppe und eine Brotzeit, passend zum historischen Anlass.

Reinhard Käsmayr, Vorsitzender des Vereins Kulturkreis Laugna, der sich kürzlich aus dem Arbeitskreis Kultur und Geschichte gebildet hat, dankt Anton Kapfer, Vorsitzendem des Trägervereins „DLG - Kultur und Wir“, dass die Gruppe aus der ehemaligen Schwerpunktregion sich auch diesmal an den Kulturtagen beteiligen durfte. Kapfer seinerseits zeigt sich beeindruckt: „Wenn Musik, Poesie und Tanz in historischer Gewandung eine Symbiose eingehen, ist beim Betrachter und beim Hörer Hochstimmung angesagt, und die war hier allenthalben zu spüren.“

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