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Die Politik hinkt den Kommunen hinterher

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Kommentar Von Hertha Stauch
18.08.2018

Kommunen und Landkreise sind das Fundament unseres Staates und halten den Betrieb in unserem Land aufrecht.

Bürgermeister Willy Lehmeier kann entspannt seinen Urlaub antreten – und er sei ihm vergönnt. Und auch Bürgermeister Hans Kaltner in Buttenwiesen hat eine Auszeit verdient. Denn es ist unglaublich, was Bürgermeister, Verwaltungen, Kommunen heute leisten müssen. Während sich die große Politik in den Ländern und im Bund oft ein Hauen und Stechen leistet und Entscheidungen trifft, die an der Basis nicht mehr nachvollziehbar sind, sind es doch die Kommunen und auch Landkreise, die als das wahre Standbein unseres Staates diese Entscheidungen umsetzen, Gesetze vollziehen und den Betrieb in unserem Land aufrecht erhalten, während er in München oder Berlin manchmal – so scheint es – ins Stocken gerät, oder auf Nebenkriegsschauplätzen ausgefochten wird, siehe umstrittener Kruzifix-Erlass unseres Ministerpräsidenten Söder.

Beispiele für starke Kommunen finden sich genug, bei der Umsetzung der Asylpolitik, beim Hochwasserschutz, der Trinkwasserversorgung, der Förderung von Kultur. Während „oben“ noch debattiert wird“, werden „unten“ schon Wege gesucht, Gespräche geführt, Kompromisse ausgehandelt und letztlich praktikable Lösungen gefunden – oder auch nicht, wie es Willy Lehmeier im WZ-Sommerinterview im Punkt der stockenden Energiewende angesprochen hat.

Die Welt ist hoch kompliziert geworden, deshalb wäre es zu einfach, immer nur auf „die Politik“, über die Regierenden in Berlin oder München zu schimpfen. Vielmehr muss die Erkenntnis sein, dass der Staat wir selbst sind, so wie wir Wertinger oder Buttenwiesener sind. Was wir tun oder lassen wirkt sich unmittelbar auf unsere Umgebung aus. Verharren wir in satter Zufriedenheit, sonnen wir uns in unserem Wohlstand, oder packen wir mit an? Bewundernswertes Engagement der Vereine und anderer Ehrenamtlicher ist dabei ebenso wichtig, wie ein Agieren in der Kommunalpolitik. Es ist traurig, dass das Interesse hierfür zurück geht, sich immer weniger Menschen für ein Amt im Stadtrat, im Vereinsvorstand oder auch Pfarrgemeinderat zur Verfügung stellen. Politik ist derzeit nicht „in“, Politikverdrossenheit groß.

In zwei Jahren sind Kommunalwahlen. Höchste Zeit jetzt, sich zu sammeln, einzubringen und dabei zu sein, wenn es gilt, etwas zu tun – für Wertingen, für Buttenwiesen, für Villenbach, Laugna, Binswangen, Zusamaltheim...

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