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Corona-Pandemie

26.08.2020

Die Reisebranche im Landkreis Dillingen kämpft weiter

Die Reisebüros leiden unter der Corona-Pandemie besonders. Dauernd neue Regelungen verwirren ihre Kunden. Die könnten jedoch im Reisebüro auch den Urlaub im eigenen Land buchen. Das Bild entstand bei einer Großdemo im April.
Bild: Martina Diemand (Symbol)

Plus Die Unternehmer aus dem Landkreis Dillingen leiden. Deshalb haben sie eine ganz besondere Bitte an ihre Kunden.

Die Tourismusbranche war durch die Ausgangssperre zum Erliegen gekommen. Vor allem die Reiseveranstalter und Reisebüros traf es hart. Bereits im Mai berichteten wir von hohen Einnahmeverlusten durch die Stornierungswelle. Reisebüros verkaufen die Reisen nämlich nicht, sondern vermitteln sie und erhalten die Provision meist erst, wenn der Kunde den Urlaub angetreten hat. Bereits geleistete Arbeit, Beratung, Buchung… werden letztendlich nicht honoriert. Das Überleben der kleinen mittelständischen Büros steht nach wie vor auf der Kippe. Einem kurzen Aufatmen, als Urlaubsreisen die vergangenen Wochen wieder angetreten werden konnten, folgt nun eine erneute Unsicherheit aufgrund von neu ausgewiesenen Risikogebieten. Wir haben nachgefragt.

Urlaub auf einer Segeljacht

Gerhard Hackenbuchner (HG-Reisen) in Wertingen war selbst vor zwei Wochen auf einer Segeljacht entlang der kroatischen Küste unterwegs. „Sowohl auf dem Schiff als auch in den Küstenstädten, an denen wir anlegten, ging es gesittet zu, die Leute hielten sich an die Vorgaben, es war einfach traumhaft schön.“ Zurück zu Hause hatte er dann eine Buchung für das Land an der Adria, die aufgrund der neuerlichen Warnhinweise der Regierung tags darauf storniert wurde. „Auch Mallorca war gut angelaufen, jetzt häufen sich wieder die Stornos. Ich versteh’ es nicht, Planungssicherheit ist nicht mehr möglich.“

Reisebüros in Dillingen und Höchstädt

Stefanie Benaczek vom Reisetreff Point in Höchstädt und Dillingen, berichtet zwar von vereinzelten Buchungen, fügt jedoch an: „Wir wissen nicht, ob die Kunden dann tatsächlich abreisen werden, sollte die ein oder andere Destination vom Auswärtigen Amt zum Risikogebiet erklärt werden. Dann können die Reiseveranstalter alles ändern oder gar stornieren.“ Der Buchungsbetrieb, etwa für Mallorca und Kroatien sei im Juni gut angelaufen, doch die Entwicklungen und Ereignisse etwa auf der Baleareninsel taten ihr Übriges. „Die Unvernunft der Menschen ist schade. Es ist eben nicht in Ordnung, dann am Urlaubsort genau das zu tun, was man zu Hause nicht darf. Und leider wird gerade Mallorca nur auf ein wenige Kilometer langes Strandstück, den Ballermann reduziert.“

Schwerpunkt liegt auf Städtereisen

Von der Verunsicherung ihrer Kunden berichtet Lydia Scholz von Aktiv-Reisen in Wertingen. Doch sie versucht, dem Ganzen dennoch eine positive Seite abzugewinnen: „Es ist eben eine dynamische Zeit, die Dinge verändern sich täglich, wir sind stark gefordert, aber helfen natürlich gerne.“ Allerdings wünscht sie sich ein Bewusstsein dafür, dass erkannt wird, dass bei ihren Kollegen und ihr selbst nicht nur Fernreisen und Flüge gebucht werden können, sondern eben auch der derzeit viel propagierte „Urlaub dahoam“. Viele Reiseveranstalter haben ihre Schwerpunkte auf Städtereisen in Deutschland, Flusskreuzfahrten auf Rhein, Main und Donau oder eben Reisen in den Norden an die See verstärkt. Alle Befragten wünschten sich daher, dass man auch in puncto Reisen im eigenen Land mehr auf die kompetente Beratung im Reisebüro vor Ort statt auf Buchungen im Internet setzt.

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