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Wertingen

04.04.2021

Die Rinder im Thürheimer Ried sind bereits auf der Weide

Für diese Rinder vom Almhof in Pfaffenhofen hat die Weidesaison im Thürheimer Ried bereits begonnen. Der frühe Weideauftrieb diene Zielen des Naturschutzes, informiert Projektbetreuer Lothar Kempfle von Donautal-Aktiv.
Foto: Brigitte Bunk

Im Thürheimer Ried werden jetzt Ökoflächen beweidet. Projektbetreuer Lothar Kempfle erklärt die Naturschutzziele, die damit verfolgt werden.

Dort, wo vor fünf Jahren noch der Maisanbau auf den Moorflächen die Landschaft bestimmte, stehen nun im Donauried bei Oberthürheim Weiderinder auf den wiederhergestellten Grünlandflächen.

Im Spätsommer des vergangenen Jahres hat der Flächeneigentümer, die LEW, rund 37 Hektar im Thürheimer Ried dauerhaft einzäunen lassen. Nun beginnt für die ersten Rinder die Weidesaison.

Mancher wird sich wundern, denn der Winter hat sich erst vor kurzem verabschiedet und die Weideflächen werden erst langsam grün. Laut Projektbetreuer Lothar Kempfle von Donautal-Aktiv, selbst seit Jahren Weidetierhalter, wird dies „Frühjahrsvorweide“ genannt. Dabei wird nur wenigen Tieren eine sehr große Fläche zur Verfügung gestellt. Historisch betrachtet wurde dies praktiziert, da zum Ende des Winters das Futter meist knapp wurde. Und so stellten die Bauern vor allem Jungrinder einfach auf die Wiesen und Bracheäcker in der damals noch gemeinschaftlich bewirtschafteten Flur. Das Futter mussten sich die Rinder selbst suchen, ohne Zäune und feste Grenzen. Unbewusst hatte dies einen sehr positiven Naturschutzeffekt für die Wiesen und die Vogelwelt. Die Blühpflanzen wurden gefördert, da das schnellwüchsige Gras kurzgehalten wurde. Für die Vogelwelt bedeuten Weidetiere indirekt immer Nahrung – Maden aus Kuhfladen und kurzes Gras zum Stochern.

Die Wiesenbrüter müssen sich erst an die Rinder gewöhnen

Diese Zusammenhänge und Effekte macht man sich heute laut Pressemitteilung des Regionalentwicklungsvereins Donautal-Aktiv im Naturschutz und bei den Viehweiden im Thürheimer Ried gezielt zunutze. So bringen die insgesamt fünf beteiligten Landwirte jeweils fünf bis sechs Rinder auf die insgesamt 37 Hektar Fläche. Erst später im Frühjahr, bei stärkerem Graswuchs, wird die Anzahl langsam erhöht und Teile für eine Heunutzung im Juli abgezäunt. Stichwort Heu: Anfangs wird den Rindern Heu zugefüttert, denn die Mägen der Tiere müssen sich erst langsam an das junge Gras gewöhnen. Dazu brauchen sie etwas Trockenfutter zum Ausgleich. Außerdem kann es im April immer mal wieder einen Wintereinbruch geben, was die Futtersuche dann erschwert.

Der frühe Weideauftrieb hat laut Kempfle auch den Zweck, den nun langsam auf Brutplatzsuche befindlichen Wiesenbrütern eine Gewöhnung an die neuen Vierbeiner im Ried zu ermöglichen. Und wenn sie dann für die Aufzucht der Jungen im Mai/Juni viel Nahrung benötigen, stehe ein breites Nahrungsangebot zur Verfügung, da durch die befressenen Bereiche die Suche nach Larven und Würmern erleichtert wird.

Kempfle: „Mit der durchdachten Zäunung können sich im Thürheimer Ried im Übrigen während der Vogelbrutzeit nur Vögel, Rinder und ab und zu die Tierhalter aufhalten. Damit ist in einem großen zusammenhängenden Gebiet für Ruhe gesorgt, was den Bruterfolg der Wiesenbrüter deutlich erhöht.“ Wer sich intensiver zur Weidehaltung informieren will, könne sich gerne an das Team Natur & Landschaft bei Donautal-Aktiv wenden. (pm)

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