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Zukunft

14.12.2017

Die Waldprinzessin hat einen Wunsch

Bürgermeister Willy Lehmeier überreichte der bayerischen Waldprinzessin Maria Sinning als Dank für den Besuch ein kleines Präsent.
Bild: Bärbel Schoen

Maria Sinning aus Hettlingen hielt vor dem Wertinger Stadtrat ein leidenschaftliches Plädoyer für den Rohstoff Holz. Und für Weihnachtsbäume „Made in Bavaria“

Neben all den Zahlen, Fakten und Paragrafen brachte eine hübsche junge Frau im grünen Dirndl und einer Holzkrone etwas Glamour in die letzte Stadtratssitzung dieses Jahres. Maria Sinning ist die im Sommer gekürte neue Waldprinzessin und damit das offizielle Gesicht des Waldbesitzerverbandes. Was die aus Hettlingen stammende Frau mit ihrem hohen Amt verbindet, erläuterte sie nun vor dem Wertinger Gremium.

Der Wald habe für sie eine besondere Bedeutung, denn schon als Kind sei sie damit in enge Berührung gekommen. Die Eltern besitzen neben einer Landwirtschaft 30 Hektar Wald in Hettlingen und Schwenningen. Sie war oft beim Pflanzen und Fällen dabei. Noch heute teile sie die Leidenschaft für Bäume mit dem Vater und fachsimpelt über politische Entwicklungen oder Bewirtschaftungsmethoden. Warum sie sich um den Titel einer Waldprinzessin beworben hat, schilderte sie so: „Meine Motivation ist das Gesamtkonstrukt Naturhaushalt.“ Der Mensch als Gestalter, Nutzer und Abhängiger vom Wald interessiere sie. Sie appellierte an die Räte, künftig bessere Entscheidungen zu treffen, wenn es um das Abholzen von Wäldern gehe. Der zunehmende Bebauungsdruck mache dem Wald zu schaffen. „In Zeiten des Klimawandels müssen wir ihn stark machen“, schilderte Sinning ihre Vermittlerrolle zwischen Bürger und Wald. Sie versuchte, den Stadträten den „tollen Rohstoff Holz“ schmackhaft zu machen. Kommunale Bauten könnten aus wirtschaftlichen und ästhetischen Gründen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz gestaltet werden.

Sinning hat Landschaftsarchitektur in Freising studiert. Damit besitze sie zwar nicht das Know-how, wie etwa jemand, der Forstwirtschaft studiert hat, wie sie selbstkritisch anmerkt. Sie versteht dennoch einiges von der Materie: Die Studienfächer seien breit gefächert gewesen und beinhalteten Umwelt, Ökologie, Botanik, Wirtschaft und Soziologie. Seit einem halben Jahr arbeitet sie in einem Münchner Planungsbüro. Sinning: „Wir bauen Schulen, Kindergärten und legen Parks, Naturlehrpfade und Stadtplätze an.“

Ihre Aufgabe als bayerische Waldprinzessin sieht sie darin, den Waldbesitzerverband und dessen Interessen und Überzeugungen zu repräsentieren. Dem Wald ein Gesicht zu geben sei ihr wichtig. Viele Menschen hätten ein falsches Verständnis von der Kulturlandschaft. „Ich kette mich nicht an Bäume an oder träume von kanadischen Verhältnissen in Bayern“, stellte sie gleichzeitig ihre Bodenständigkeit dar. Der Wald habe landeskulturelle, wirtschaftliche und soziale Aufgaben zu erfüllen. Ihn nachhaltig zum Wohl der Allgemeinheit zu bewirtschaften, sei oberstes Ziel. Und da Weihnachten vor der Tür steht, hatte Maria Sinning noch einen ganz besonderen Wunsch an die Stadträte: „Achten Sie beim Kauf des Christbaumes darauf, dass er aus Bayern stammt.“ Am Gütesiegel sei das klar zu erkennen.

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