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Wertingen

16.10.2015

Die Zeichen stehen auf Frauenpower

Heike Jeschonnek zeichnet in Bleistift auf Papier (Bild oben „Spieltrieb“) oder fertigt Zeichnungen in Wachs („Kiten“). Mit der wächsernen Oberfläche schafft sie gewollt ein Zwielicht mit einer eigentümlichen Aura.
Bild: Bild: Schoen

Die Galerie-Werkschau mit Heike Jeschonnek, Hans Lankes, Petra Naumann, Marianne und Helmut Ranftl ist geöffnet – bis 15. November.

Wertingen Mitten in der Welt der Massenmedien und des Konsums hinein, in der die Bedeutung von Smileys, Logos und Labels zuzunehmen scheint, platzen drei Frauen und zwei Männer und setzen ihre eigene Zeichen. Kein Zufall also, dass die neueste Gruppenausstellung in der Städtischen Galerie in Wertingen mit dem Titel „Zeichenhaft“ überschrieben ist. Auffallend ist, dass sich wieder mehr Frauen als Männer beteiligen. Im Aufbau leuchten die Korrespondenzen zwischen den künstlerischen Ansätzen auf und lassen einen gemeinsamen Nenner erkennen: Das Zeichenhafte steht stellvertretend für Zeichen und Symbole, das sich aus der Beschäftigung mit Mensch und Natur sowie Architektur und Raum ergibt. Wie also umgehen in der Bildenden Kunst mit der Zeichensprache? Marianne Ranftl (Nördlingen) zum Beispiel lässt sich anregen von der Formenwelt und Ästhetik der Pop Art der 50er Jahre. Sie bedient sich der Welt des täglichen Gebrauchs, nimmt sie aus ihrem Alltagszusammenhang heraus und führt sie einer neuen Ebene zu. Damit zerstört sie den Traum von perfekt gestylten Dingen. Mittels Decollage und neuen Vernähungen von Spitzenstoffen entlarvt sie die schöne Suggestion der werbenden Kräfte. Ehemann Helmut Ranftl (Nördlingen) schöpft seine Ideen ebenfalls aus dem Alltäglichen. Er ist ein Meister der Kombination und ein ästhetischer Grenzgänger, der mit seinen zigfachen Übermalungen und dem Einbau aller erdenklichen Materialien zwischen Figuration und Abstraktion wandelt. Nicht zum ersten Mal korrespondiert er mit seiner Frau – mit einem Augenzwinkern – finden sich doch in seinen Bildern Spitzenstoffe wieder, die auch Marianne Ranftl in ihren Textilobjekten verarbeitet hat.

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Während Petra Naumann (Stein bei Nürnberg) neben Papier und Leinwand auch Acrylglas als Bildträger verwendet, setzt Heike Jeschonnek (Berlin) Parafin und Öl ein. Die Ergebnisse betonen - unabhängig voneinander – wie zerbrechlich die Realität sein kann. Für Jeschonnek war ein Stipendium an der Ostsee der Auslöser, sich mit der Übersäuerung der Weltmeere auseinanderzusetzen. So verkehrt sie die Proportionen zwischen der mikroskopisch kleinen Kalkalge und des Menschen.

Naumann holt sich ihre Motive aus dem eigenen Garten.Die bunte Blumenwelt interessiert sie nicht. Es sind eher abgestorbene Baum- und Pflanzenteile, die sie als grafische Elemente wiedergibt und das Zeichnerische betont.

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Vieldeutig arbeitet auch Hans Lankes (Eilsbrunn). Mit seinen scherenschnittartigen Schwarz-Weiß-Bildern konzentriert er den Blick des Betrachters. Durch Vereinfachung und Zeichenhaftigkeit entstehen rätselhafte und gewollt parodistische Szenerien.

I Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 12, Montag bis Donnerstag 14 bis 17, Sonntag 14 bis 17 Uhr.

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