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Binswangen

12.09.2019

Die passende Anzahl an Urnengräbern finden

Die Urnengräber befinden sich in Binswangen derzeit direkt an der Mauer. Nun soll der Platz vor der Sakristei ebenfalls für diese Bestattungsform genutzt werden. Doch wie viele Urnengräber sollen dort Platz finden?
Bild: Brigitte Bunk

Im Binswanger Friedhof soll ein Platz für die Urnenbestattung gestaltet werden. Die Sitzung begann mit einem Totengedenken.

Dieses Mal begann die Binswanger Ratssitzung mit einem Totengedenken. Mit Josef Gumpp, Walter Käsmayr und Heinz Petz sind gleich drei ehemalige Gemeinderäte seit der vergangenen Sitzung verstorben. Heinz Petz war auch der Vorgänger von Bürgermeister Anton Winkler, der die Ratsmitglieder bat, sich zu ihren Ehren von den Plätzen zu erheben.

Das erste offizielle Thema am Dienstag: Die Binswanger Gemeinderäte sind nun einen Schritt weiter, wie der Platz beim Eingang zur Sakristei der Marienkapelle gestaltet werden soll. Schon in der Juni-Sitzung überlegten sie, den ursprünglichen Plan, dort Urnengräber anzulegen, wieder aufzunehmen. Deshalb wurde Landschaftsarchitekt Werner Kuchler beauftragt, Vorschläge zu erarbeiten. Drei Entwürfe stellte er vor, in denen 36, 28 oder zwölf Gräber Platz finden. In jedem können zwei Urnen übereinander bestattet werden. Bäume verbunden durch Hecken geben dem Platz die notwendige Ruhe. Auf den Einwurf der Ratsmitglieder, dass immer wieder Beschwerden wegen des Laubs der Bäume kämen, entgegnete der Bürgermeister: „Diesmal sind erst die Bäume da, dann kommen die Gräber.“ So könnten die Angehörigen entscheiden, ob sie das Grab tatsächlich an dieser Stelle haben wollen.

Es muss genug Platz für die Trauernden bereit stehen

Die Variante mit 36 Gräbern verwarfen die Räte sofort. Auch Kuchler meinte: „Platzmangel haben Sie keinen, deshalb würde ich nicht empfehlen, zuviel hineinzupacken.“ Nun begann eine Diskussion, ob der zweite Entwurf am passendsten wäre, bei dem 28 Gräber so angeordnet werden, dass der hindurchführende Weg die Form eines Kreuzes bildet. Allerdings könnte die Zahl der Gräber noch reduziert werden, weil auch bei 28 – gerade an Allerheiligen – zu viele Trauernde auf wenig Platz zusammenkämen.

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Zur Friedhofsmauer hin würde eine Bank platziert werden, dort könnten die Trauernden zur Ruhe kommen und sich auf ihr Anliegen besinnen. Was vom ersten Entwurf übernommen werden könnte: Ein Weg, der zwischen dem Urnengräberfeld und der Friedhofsmauer zu den bestehenden Urnengräbern führt, die wenige Meter weiter direkt an der Friedhofsmauer liegen. Allerdings befand sich bei dieser Variante die Bank hinter dem Weg an der Mauer. Laut Kuchler solle jemand, der auf der Bank sitzt und Ruhe finden will, niemanden im Rücken haben. Die Räte allerdings bevorzugen die Bank direkt beim Gräberfeld, mit Pflaster rundherum, damit der Weg zu den anderen Urnengräbern angedeutet wäre.

Dass nur zwölf oder möglicherweise auch 16 Gräber angelegt werden sollten, wie beim dritten Vorschlag, empfanden die Räte dann doch als Platzverschwendung. Auch wenn die Gestaltung gut gefiel. Der gepflasterte Weg und die grüne Fläche mit den Grabplatten würden von der Form her an die Kapelle erinnern. Die Bank fände ihren Platz auf halber Höhe seitlich zur Römerstraße hin, mit einer Hecke im Rücken. Gegenüber, zum bestehenden Friedhof hin, würde eine Stele, auf der ein Licht angezündet werden könnte, zum Ruhefinden einladen. In der abschließenden Abstimmung sprachen sich acht Räte für den zweiten Entwurf aus, vier für die gestalterisch schönere Variante.

Platzverschwendung soll auch nicht sein

Kuchler sprach auch die Möglichkeit an, auf nicht wieder belegten Gräbern mehrere Urnengräber unterzubringen. Über die Gestaltung müsse eh in ein paar Jahren wieder gesprochen werden, meinten die Räte, wenn zu viele Lücken entstehen würden.

Weitere Themen: Kinder- und Jugendreferent Roland Karl gab die Eckdaten des Haushalts des Katholischen Kindergartens St. Nikolaus bekannt. Dieses Jahr ergibt sich voraussichtlich ein Defizit von 19050 Euro. Davon trägt die Gemeinde wie üblich 80 Prozent, also 15240 Euro. Dazu kommen die regulären Zuschüsse, die sich auf rund 100000 Euro belaufen. Wie Roland Karl berichtet, besuchen im September 42 Kinder die Kindertagesstätte, ab November werden es voraussichtlich 44 sein.

Wanderweg Ratsmitglied Reiner Bühler gab bekannt, dass der neue Wanderweg rund um Binswangen, den der Friedens- und Heimatverein angelegt hat, Ende September offiziell eröffnet wird. Treffpunkt ist am Parkplatz am Roßberg, am Sonntag, 29. September, um 14 Uhr.

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