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01.03.2018

Digitalfunkantenne: Teilsieg für die Anwohner des Postwegs

Dies ist der umstrittene Mobilfunkmast am Postweg in Villenbach.

Gemeinderat Ein neuer Standort ist in Villenbach gefunden. Doch der bestehende Mast wird weiter genutzt

Villenbach Die Anwohner in Villenbach dürfen sich freuen, die Digitalfunkantenne wird nicht am Mobilfunkmast im Postweg angebracht. In der Villenbacher Gemeinderatssitzung am Dienstag entschied sich das Gremium einstimmig für den Standort an der Wengener Halde.

Allerdings steht die Befürchtung im Raum, dass die Firma Telekom ihre geplante Antenne am Mast am Postweg anbringt, von wo aus bereits die Vodafone-Antenne sendet. Die Telekom könnte von hier aus Villenbach und Rischgau besser versorgen. Laut Stefan Klein von der Autorisierten Stelle am Bayerischen Landeskriminalamt, die für die Standortsuche des Digitalfunks zuständig ist, besteht derzeit kein Interesse der Telekom am Standort an der Wengener Halde. Dies bestätigen Gutachter Hans Ulrich und Bürgermeister Werner Filbrich aufgrund von Schreiben und Gesprächen mit dem zuständigen Telekom-Mitarbeiter.

Ein Mobilfunkförderprogramm ist derzeit nicht in Sicht. So hat die Telekom keinen zusätzlichen Anreiz, vom Postweg abzuweichen. Während dieser Standort bereits besteht, müsste sich die Telekom an Mehrkosten von 90000 Euro beteiligen, die beim Neubau eines 30 Meter hohen Mobilfunkmasts an der Wengener Halde anfallen. Denn für den digitalen Behördenfunk BOS reichen zehn Meter Höhe, erläutert Klein, um die bessere Versorgung von Rischgau und Hegnenbach zu erreichen. Der Digitalfunk hat eine größere Reichweite als der Mobilfunk, der allerdings von wesentlich mehr Menschen genutzt wird. Welches Gebiet von welchem Standort aus versorgt werden kann und in welcher Qualität, zeigte Ulrich den Ratsmitgliedern anhand von Karten. Der Gutachter hatte im Vorfeld noch weitere vorgeschlagen, doch die lehnte das Landeskriminalamt bereits ab, weil sie funktechnisch nicht geeignet sind oder nicht auf öffentlichem Grund liegen.

Digitalfunkantenne: Teilsieg für die Anwohner des Postwegs

Stefan Klein bat ausdrücklich darum, dass der Gemeinderat nicht weiter warte oder seinen Beschluss an die Bedingung knüpfe, auf ein Förderprogramm zu warten. Immerhin laufe das Verfahren nun schon ein Jahr. Da der Beschluss nun steht, zieht das Landeskriminalamt das gleichzeitig laufende Zustimmungsverfahren zurück. Falls keine Einigung erzielt worden wäre, hätte die Regierung von Schwaben die Ablehnung der Gemeinde ersetzt und die Digitalfunkantenne wäre am Mobilfunkmast am Postweg angebracht worden (WZ berichtete). Von den Kosten her hält sich beides die Waage, erklärt Klein. Am Postweg wäre Miete angefallen, auf 20 Jahre gerechnet entspricht das in etwa dem Neubau eines zehn Meter hohen Masts.

Aufgrund der Belastung für die Anwohner in Villenbach, hofft die Gemeinde auf ein Umschwenken der Telekom. Gutachter Ulrich erklärte, dass die Untersuchung keine Hinweise liefert, dass der in Deutschland gültige Grenzwert überschritten werden könnte. Allerdings sagt er auch, dass wissenschaftlich derzeit weder nachgewiesen noch widerlegt werden konnte, dass eine Belastung unterhalb der Grenzwerte gesundheitliche Gefahren berge.

Ulrich sagte: „Die Gemeinde darf dem Mobilfunkanbieter durchaus einen bestimmten Aufwand zumuten, um die Belastung der Bürger zu minimieren. Das darf allerdings keine Zumutung sein.“ Erst einmal wird die Gemeinde Villenbach nun gegenüber der Telekom das Anbringen einer Antenne am Postweg ablehnen und auf den Standort an der Wengener Halde verweisen. Damit könnten Wengen und Riedsend besser versorgt werden. Besteht die Telekom auf der Anbringung der Antenne am Mast im Postweg, bleibe nur der Rechtsweg. Allerdings sollte erst abgeklärt werden, ob der überhaupt Aussicht auf Erfolg habe.

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