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Landkreis Dillingen

24.05.2015

Dillingen als Kaderschmiede der Hausärzte

Zwei weitere Universitäten wollen mit dem Lehrkrankenhaus in Dillingen kooperieren. Bachhagel darf sich über einen neuen Arzt freuen.

Aufregend seien die ersten Tage gewesen, sagt Axel Mack. Anfang Mai ist der 32-jährige Mediziner in die Hausarztpraxis von Dr. Sigurd Mackenroth in Bachhagel eingestiegen. Seitdem hat er schon einige Patienten behandelt. Dafür fühlt er sich durch seine Ausbildung gut gerüstet. Mack ist einer der Mediziner der ersten Stunde, die das Angebot der Verbundausbildung zum Allgemeinmediziner am Dillinger Lehrkrankenhaus genutzt haben. Nun, im vierten Weiterbildungsjahr auf dem Weg zum Facharzt für Allgemeinmedizin, ist er in die Bachhagler Praxis gekommen. Dass er in Richtung Allgemeinmedizin gehen will, das wusste Axel Mack schon im Studium. „Es macht mir Freude, Menschen über längere Zeit zu behandeln und zu begleiten. Und man deckt ein breites Spektrum ab, sieht alle Krankheitsbilder.“

Dass Mack nun in Bachhagel praktiziert, freute Bachhagels Bürgermeisterin Ingrid Krämmel jetzt bei der offiziellen Begrüßung besonders. „Damit ist die ärztliche Versorgung in unserer ländlichen Gemeinde gesichert.“ Zwar bleibt der Jungmediziner zunächst nur ein Jahr in Bachhagel. Aber nach der Facharztprüfung besteht die Möglichkeit, dass er wieder nach Bachhagel zurückkommt. Und Dr. Ulrike Bechtel, Chefärztin am Kreiskrankenhaus in Dillingen, ist sich sicher: „Er wird ein wunderbarer Hausarzt werden.“

Am Beispiel von Axel Mack zeige sich, dass bei dem gemeinsamen Projekt der Kreiskliniken und des Praxisnetzwerks Pradix tatsächlich etwas herauskomme. Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. So haben neben der TU München, die von Anfang an mit im Boot war, mittlerweile zwei weitere bayerische Universitäten Interesse an einer Kooperation mit dem akademischen Lehrkrankenhaus in Dillingen – die LMU München und die Julius-Maximilian-Universität Würzburg. Dozenten der drei Universitäten kamen nun mit Studenten nach Dillingen, um sich über das Ausbildungskonzept zu informieren.

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Und das aus erster Hand – auch bei ihren Vorgängern, die den Schritt nach Dillingen bereits getan haben. So wie Michael Neubauer. Er hat sein Praktisches Jahr im Kreiskrankenhaus und in der Praxis Roller/Münch in Dillingen absolviert und würde sich im Rückblick wieder so entscheiden: „Jeder von den Ärzten war begeistert, uns etwas beizubringen. Jeder hat sich Zeit genommen, keine Frage blieb unbeantwortet.“ Das bestätigt auch sein Kollege Roman Ruef, dem es im Praktischen Jahr so gut gefallen hat, dass er nun die Verbundausbildung zum Allgemeinmediziner ebenfalls in Dillingen macht. Durch das vergleichsweise kleine Haus habe man Patienten durch die Fachrichtungen begleiten und bei der Wahl der Ausbildungsbereiche auf individuelle Stärken und Schwächen eingehen können. In der Praxis Dr. Zaune dann bekam Ruef „das ganze Leben“ hautnah mit. „Da war man gleich im Team mit drin und läuft nicht nur nebenher.“

Erfahrungsberichte, die Franziska Lechner gefallen. Sie ist derzeit im achten Semester an der TU München und interessiert sich für den Bereich Allgemeinmedizin. An der Uni hat sie von den Möglichkeiten in Dillingen gehört und ist deswegen zum Informationsnachmittag gekommen. „Wenn man das hört, dann macht das richtig Lust“, sagt sie. „Man merkt, dass sich die Leute hier um einen kümmern.“ Auch deshalb wäre Dillingen später für sie eine Option. Damit das die anderen Studenten ebenso sehen, zog Landrat Leo Schrell alle Register und stellte die Vorzüge des Landkreises in Sachen Freizeit, Bildung und Wirtschaftskraft heraus. Schrell zeigte sich daneben hocherfreut, dass das Konzept des Dillinger Lehrkrankenhauses so viel Interesse findet. Als Haus in kommunaler Trägerschaft sei man bereit, auch ungewöhnliche Wege zu gehen, um die ärztliche Versorgung im ländlich geprägten Raum künftig sicherzustellen. „Gesundheit ist ein Zukunftsfaktor und ein Megathema. Und das ist uns etwas wert.“

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