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Fasching

09.02.2018

Dillingen macht die Nacht zum Tag

Ein Magnet ist der Dillinger Nachtumzug: Etwa  15000 Besucher kamen am Freitagabend in die Kreisstadt.
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Ein Magnet ist der Dillinger Nachtumzug: Etwa  15000 Besucher kamen am Freitagabend in die Kreisstadt.
Bild: Marcus Merk

Der Nachtumzug lockt 15000 Menschen an. Die Fastnachter verwandeln die Stadt in ein Tollhaus. Die Polizei schließt einen Wagen aus.

Karin Berger hat, wie sie selbst sagt, das Virus des Faschings im Blut. Deshalb will sich die Aislingerin den Dillinger Nachtumzug auf keinen Fall entgehen lassen. Als Waldfee verkleidet fiebert sie am Freitagabend dem Spektakel entgegen und geht bei den ersten Klängen der Dillinger Stadtkapelle und den Egola-Ole-Rufen der Faschingsfreunde Steinheim, die das Narrenspektakel ausrichten, begeistert mit. „Ich finde diese Atmosphäre einfach klasse“, sagt Berger. So geht es etwa 15000 Menschen, die nach Angaben der Polizei zum Nachtumzug gekommen sind. Auch die Finningerin Tanja Kölle und ihre Freundin Andrea Füchsle aus Syrgenstein lassen sich von dieser dreieinhalbstündigen Parade in Bann ziehen. „Dieses Flair mit den Lichtern in der Nacht ist etwas ganz Besonderes“, sagt Füchsle. Ein Umzug in der Dunkelheit sei „viel schöner als am Tag.“

Zugleiter Stefan Bschorr und sein Team von den Faschingsfreunden Steinheim haben sich monatelang für die Organisation des Umzugs ins Zeug gelegt. Etwa 150 Mitglieder sind im Einsatz, hinzu kommen viele Ehrenamtliche der Feuerwehren, des Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks – und natürlich die Polizeibeamten. Oberbürgermeister Frank Kunz, der den Umzug mit Faschingsfreunde-Präsident Martin Stadtrecher auf der Bühne am Mitteltorturm moderiert, freut sich über die „Strahlkraft des Dillinger Nachtumzugs“. Der designierte bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat das Spektakel jüngst mit dem Heimatpreis Schwaben ausgezeichnet. Kunz nennt den Nachtumzug einen „Leuchtturm“ – und in der Tat lockt der Gaudiwurm auch Faschingsgesellschaften aus umliegenden Landkreisen und Baden Württemberg nach Dillingen.

Die Temperaturen liegen beim Start um den Gefrierpunkt. Da ist der Rat des Lauinger Bürgermeisters Wolfgang Schenk durchaus sinnvoll. „Hüpfen Sie mit, klatschen Sie mit“, fordert Schenk im Beisein von Landrat Leo Schrell die Zuschauer auf. Einige Zünfte und Gruppen sorgen dafür, dass den Gästen am Straßenrand warm wird. Das werden Zuschauer schon einmal von den Schedderhäxa aus Altenstadt in einem fahrbaren Karussell mitgenommen. Und die Hasen der Narrenzunft Waldhausen treiben mit Mädchen Schabernack, der in Zeiten der Metoo-Debatte hart an der Grenze des guten Geschmacks ist. Die Musik dröhnt laut aus den Boxen. Hulapalu von Andreas Gabalier wird gespielt, und immer wieder sind der Johnny-Däpp-Song und „Aua im Kopf“ zu hören. Die Wagen sind aufwendig, zu den Höhepunkten zählt die Baywatch-Nummer der Burgauer Gruppe Offenwanger. Die Faschingsfreunde Hennhofen aus dem Kreis Augsburg feiern eine Apres-Ski-Party. Hier scheint das ganze Dorf mit nach Dillingen gekommen zu sein.

Die Dillinger Polizei hat beim Nachtumzug immer einiges zu tun. Doch Inspektionschef Johannes Prommer ist zuversichtlich. „Wenn es so bleibt, dann bin ich zufrieden“, sagt Prommer gegen 21 Uhr. Ein paar Einsätze hat es bis dahin aber bereits gegeben, unter anderem war eine Person auf dem Bahngleis. Und einen Wagen aus dem Landkreis Günzburg ließen die Faschingsfreunde Steinheim auf Betreiben der Polizei gar nicht erst mitfahren. Dort soll auf einem Bildschirm ein Porno-Video gezeigt worden sein. Jetzt ermittelt die Polizei.

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