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Wertingen/Zusamaltheim

09.03.2018

Diözese nimmt Pfarreien unter die Lupe

Auch beim Familien- und Jugend-Gottesdienst in Villenbach werden Angst und Vertrauen dank des Glaubens Thema sein. Ein Team hat dafür dieses Arrangement vorbereitet.

Die Pfarreiengemeinschaften Wertingen und Zusamaltheim bekommen an diesem Wochenende Besuch. Was sich die Pfarrer davon erhoffen.

Pater Mathew Biju hat sich eingelebt in Zusamaltheim. Im September werden es neun Jahre, dass der 47-Jährige hier seine erste Pfarrstelle angetreten hat. Vor wenigen Tagen kehrte er von seinem Jahresurlaub in seiner ursprünglichen Heimat zurück: Kerala, im Südwesten von Indien. Aus 35 Grad tropischer Sommerwärme in das eiskalte Zusamtal. Froh gelaunt sitzt er dennoch an seinem Schreibtisch. Vor ihm liegen wohl sortiert Programmabläufe, eigene Aufzeichnungen und eine dicke Mappe mit ausgefüllten Fragebögen. „Von meiner Seite ist alles organisiert“, sagt der Zusamaltheimer Pfarrer. Morgen früh um 9 Uhr geht es los. Dann wird Domkapitular Regens Dr. Michael Kreuzer bei der Kirche in Wengen eintreffen – zur Pastoralvisitation in der Pfarreiengemeinschaft Zusamaltheim. Zufällig zeitgleich erwarten die Gläubigen in der Pfarreiengemeinschaft Wertingen Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger. Beide sind geschickt von Bischof Dr. Konrad Zdarsa, „um die Tatkraft der Mitarbeiter des Evangeliums zu bestärken, um sie zu loben, sie zu ermutigen und zu trösten“. Gleichzeitig sei die Visitation, wie der Bischof in seinem Hirtenwort schreibt, „eine Gelegenheit, um alle Gläubigen zu einer Erneuerung des eigenen christlichen Lebens und zu einer intensiveren apostolischen Arbeit aufzurufen“.

Erstmals erlebt Pfarrer Biju Mathew selbst eine Pfarrvisitation mit. Bereits im Vorfeld hatte er in den einzelnen Gremien seiner Pfarreien gefragt, ob es ein „heißes Eisen“ gebe. Auch ohne ein solches mussten viele Fragen beantwortet, drei Gottesdienste, ein Morgenlob, viele Begegnungen, Gespräche und Essen vorbereitet werden. Kinder-, Theater- und Kirchenchor sind in die Messen integriert. Pfarrgemeinderäte und Pastoralräte, Chorleiter und Kirchenmusiker, Kirchenpfleger und Pfarrsekretärin, Lektoren, Kommunionhelfer und natürlich der Pfarrer selbst sollen die Möglichkeit zum Gespräch bekommen. Familien, die Jugend und Senioren sind speziell aufgerufen, an den jeweils offenen Begegnungen nach den Gottesdiensten teilzunehmen. Der Zusamaltheimer Pfarrer hofft, dass sie das tun werden. Er schätzt die ländlich geprägte Struktur in seiner Pfarreiengemeinschaft. „Hier leben einfache Menschen im Sinne von zugänglich, nett und offen.“

Die Pastoralvisitation sieht Pater Mathew Biju als Standortbestimmung. „Sie soll zeigen, wo wir sind, was wir haben – Stärken und Schwächen – und was wir verbessern.“ So bekomme die Diözese einen Überblick, was in der Pfarreiengemeinschaft los ist. Und was bekommt die Kirchengemeinde? „Das Gefühl, dass wir eine wirkliche Glaubensgemeinschaft sind, indem wir die beiden Tage gemeinsam erleben“, sagt Biju. Der Kirchenbesuch in Deutschland gehe kontinuierlich zurück. „Mein Anliegen ist, dass die Menschen ein bisschen aufgemuntert werden im Glauben.“

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Diesen Aspekt sieht auch Rupert Ostermayer bei der anstehenden Pfarrvisitation. Der Wertinger Stadtpfarrer und sein Team mussten relativ kurzfristig reagieren. Eigentlich hätte – wie auch Zusamaltheim – Prälat Karlheinz Knebel die Zusamstadt besuchen sollen. Nach seinem plötzlichen Tod im November vergangenen Jahres wurden dessen Termine aufgeteilt. Während der Zusamaltheimer Termin lediglich um eine Woche nach vorne verschoben wurde, findet die Visitation in Wertingen gleich ein halbes Jahr früher als geplant statt, nämlich ebenfalls am kommenden Wochenende. Ostermayer lädt alle herzlich dazu ein, die Gelegenheit der beiden Tage zu nutzen: „Einerseits dürfen wir vom Weihbischof Worte der Ermunterung für unser Kirche-Sein erwarten, andererseits soll er ja auch eindrücke von uns as lebendiger Gemeinde mitnehmen“, schreibt er im aktuellen Pfarrbrief und bittet alle, sich von dem Programm angesprochen zu fühlen. Auch Ostermayer wird erstmals eine Pfarrvisitation miterleben. Regelmäßige „Kontrollbesuche“ gehörten zu den Grundpflichten eines Bischofs. Der Wertinger Stadtpfarrer zeigt sich entspannt. „Wir machen auf Normalstand“, sagt der 49-Jährige. Schließlich handle es sich um einen Besuch, bei dem eigentlich Normalität gezeigt werden solle. Die Gottesdienste würden natürlich auch in der Pfarreiengemeinschaft Wertingen musikalisch umrahmt – in Binswangen wird die Gruppe „Zeitlos“ aus Gottmannshofen mitsingen, in Wertingen eine Solistin gesanglich mitwirken. In seinem Einzelgespräch will Ostermayer dem Weihbischof einen Einblick geben, wie die Arbeit an der Basis läuft. Innerlich hat er sich darauf bereits vorbereitet, sieht dem Besuch mit Gelassenheit entgegen.

Erst recht ruhig können die Zusamaltheimer die Visitation angehen, konnten sie sich doch bereits seit einem Jahr darauf vorbereiten. Vorsorglich haben sie ein passendes Thema für das Wochenende gewählt. In ihren Gottesdiensten werden sie die Stelle aus dem Markus-Evangelium (4,35-40) aufgreifen, in der Jesus mit seinen Jüngern auf dem Boot in einen Sturm kommt und sagt: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Die Festigung des Glaubens sieht Pfarrer Biju als Ziel der Tage. "Kommentar

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