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20.11.2009

Drei Komponisten und zwei gelungene Konzerte

Wertingen (kaa) - Die Proben- und Konzerttätigkeit des Liederkranzes Wertingen und der Orchestervereinigung Höchstädt wird in jährlichem Turnus von der intensiven Auseinandersetzung mit Werken von Komponisten, die ein besonderes Jubiläum feiern, geprägt. In der Tatsache, dass die musikalische Leitung beider Ensembles in den Händen von Werner Bürgle liegt, begründet sich auch der Erfolg in gemeinsamen Konzertauftritten.

Drei Komponisten

Somit standen die Werke dreier Jubilare im Mittelpunkt der Darbietungen in der Wertinger Bethlehemkirche: Georg Friedrich Händel (250. Todesjahr), Joseph Haydn (200. Todesjahr), Felix Mendelssohn-Bartholdy (200. Geburtsjahr). Rudolf Ahnert führte die Gäste mit informativen, wohltuend kurz gehaltenen Worten durch das Programm.

Repräsentativ für sein breites kompositorisches Schaffen erlebten die Besucher zu Beginn ein sakrales Musikwerk J. Haydns. Mit besonderer Bravour und Ausdruckskraft interpretierte die Sopranistin Carola Egger den Solopart im Benedictus, gekonnt begleitet auf der Orgel von Pamela Putz, die auch dem Orgelsolo durch Gestaltungskraft und technische Versiertheit entsprechenden Glanz verlieh.

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Im anschließenden Divertimento für Soloflöte und Orchester brillierte Christa Mörtl-Maier im Zusammenspiel mit dem Gesamtorchester. Nach dem sakralen Teil erlebten die Besucher die heitere Seite des Wiener Klassikers. Ursprünglich fürs Musizieren im Freien oder zu einem vergnüglichen Anlass geschrieben, erwies sich das vorgetragene Divertimento in D-Dur als klassische, heiter anmutende Variante zur vorausgehenden Messkomposition.

Dass J. Haydn Sinn für Lebensqualität besaß und auch den nötigen Humor für gewisse Lebenslagen, bewiesen die beiden a-cappella-Chorsätze "Die Beredsamkeit" und "Die Harmonie in der Ehe".

Einen interessanten Gegensatz boten die Sätze von Felix Mendelssohn-Bartholdy. In der Vertonung verschiedener Eichendorff-Gedichte zeichnete der Komponist Naturstimmungen und Vogelstimmen, die in ihrem frühlingshaften Charakter einen interessanten Gegensatz zum grauen Novemberstimmung vermittelten. Der Chor ließ sich unter der umsichtigen Führung seines Leiters von diesen Stimmungen inspirieren und agierte mit stimmlicher Aussagekraft, getragen von einfühlsamer Dynamik und klarer Artikulation.

Barocke Festlichkeit

Von Werken der Romantik führten die Akteure den Hörer wieder zurück zu barocker Festlichkeit. Auch Händel übte sich in der Gepflogenheit seiner Zeit, zu Ehren der Schutzheiligen der Musik, Cäcilia, ein Werk zu komponieren. Die Textvorlage von John Dryden bildete für ihn die Grundlage für die Komposition, die sich an einer der berühmten Gestalten der Antike orientierte, nämlich Alexanders des Großen. Doch geht es nicht um die Glorifizierung eines Kriegsherrn, vielmehr um die Wunderkraft der Musik. Als Zwischenmusik zum Oratorium entstand im Laufe der Zeit ein Orchesterwerk, das sich als Concerto Grosso unter dem Titel "Alexanderfest" in der Musikliteratur etablierte. In viersätziger Anlage agierten zwei Soloviolinen (Heike Sirch, Werner Bürgle) sowie ein Solocello (Agnes Lienert) im Zusammenspiel mit dem Gesamtorchester. Die bravouröse Leistung der Solisten avancierte im gemeinsamen Musizieren in der individuellen Ausgestaltung der vier Sätze zu einem echten Hörgenuss. Ausgefeilte Dynamik, gut angepasste Tempi und engagierte Tongebung ließen ein barockes Kunstwerk erstehen.

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