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Montessorischule

07.07.2017

Drei Schüler machten ihr Abitur im Alleingang

Sie haben sich erfolgreich gemeinsam ganz selbstständig auf das Abitur vorbereitet: (von links) Moritz Deininger, Ellen Lipp und Madita Sonntag.
Bild: Schule/Kahler

Sie bereiteten sie sich selbstständig vor. Manchmal buchten sie sich eine Lehrerstunde, oft trafen sie sich

Hilf mir, es selbst zu tun – so lautet der grundlegende Satz der Montessori-Pädagogik. Was einst mit Kinderhäusern in Wertingen und Lauingen begonnen hat, setzt sich jetzt bis zum allgemeinen Abitur im Landkreis Dillingen durch. Erstmals hatten sich ein Schüler und zwei Schülerinnen gemeinsam ganz selbstständig auf die allgemeine Hochschulreife vorbereitet und die Prüfung erfolgreich gemeistert. Freudestrahlend nahmen die drei – Ellen Lipp (18) aus Lauingen, Madita Sonntag (19) aus Wertingen und Moritz Deininger (19) aus Münsterhausen – ihr Prüfungsergebnis entgegen. Ihre Zeugnisse werden sie heute Abend gemeinsam mit den Fachabiturienten der Montessori-FOS erhalten. Diese hatten sie selbst die beiden Jahre davor absolviert, das 13. Jahr angehängt und ihre Abiturprüfung als Externe an der Staatlichen Fachoberschule (FOS) in Donauwörth abgelegt.

Nahezu täglich trafen sie sich während ihrer Vorbereitung auf das Abitur – ganz freiwillig – an der Wertinger Montessorischule, arbeiteten und diskutierten sehr viel zusammen. Die Schulräume durften sie benutzen, bekamen dort auch Lehrpläne und Bücher gestellt. Nach Bedarf konnten sie sich eigene bezahlte Lehrerstunden dazu buchen, Schulgeld hatten sie dagegen keines zu zahlen.

„Am Anfang war das Abitur mein Ziel, für das ich mich entschieden hatte“, erzählt Ellen. Doch im Laufe der Zeit sei die Prüfung selbst immer nebensächlicher geworden. „Ich habe so viele interessante Sachen gelernt, dass ich den Ertrag des Jahres schon unterwegs bekommen habe.“ Die 19-jährige Lauingerin wollte immer noch mehr wissen und verstehen. Irgendwann musste sie sich dann aber einschränken – „weil vieles davon gar nicht im Lehrplan stand und ich nicht endlos Zeit hatte“, erkannte sie. Auch Moritz erzählt von einem gewissen Chaos, das er erlebte, hatte er doch alles durchgeplant und dann ganz anders gelernt. „Und alles geschafft!“, freut sich der 19-Jährige, der mit Abstand den weitesten Anfahrtsweg von den dreien hatte. Was allen dreien letztendlich zum Erfolg verholfen hat, war das selbstständige Einteilen des Lernstoffes und ihre Gemeinschaft. Ein „passives Mitlernen“ in irgendeinem Unterricht fiel komplett weg. Unterstützung hatten sie an keiner Stelle vermisst. Die Anlaufstelle im Hintergrund reichte ihnen völlig.

„Wir haben es tatsächlich alleine geschafft!“ Madita genießt die Wertschätzung, die sie und ihre Lernkollegen derzeit erleben.

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