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Wertingen

11.05.2015

Ein Blick auf den Fairen Handel

Wie setzt sich der Preis einer Jeans zusammen? In der Realschule war das anhand eines Ausstellungsstücks zu sehen.
Bild: Anwald-Deisenhofer

Warum die Produktion eines T-Shirts 14 Badewannen voll Wasser kostet.

Kreativ und handlungsorientiert waren die Stationen eines Lernparcours aufgebaut, durch den Schüler der Anton-Rauch-Realschule und einer 7. Klasse des Wertinger Gymnasiums Einsichten in globale Zusammenhänge gewannen und mehr über den Fairen Handel erfuhren.

An 16 Stationen wurden die Themen „Kinderarbeit, Kakao- und Kaffeeanbau sowie Textilherstellung“ abwechslungsreich vorgestellt. Die Arbeitsaufträge des Lernparcours, der vom Eine-Welt-Laden-Neumarkt entwickelt wurde, waren didaktisch so aufbereitet, dass jede Station unabhängig von anderen Stationen von den Schülern selbstständig zu bearbeiten war.

Eine Entwicklungshelferin war vor Ort in der Realschule

Der Parcours wurde am ersten Tag von Hannah Rüther, entwicklungspolitische Referentin und Botschafterin der Fairtrade Towns und Fairtrade Schools Kampagne Region Süddeutschland begleitet. Sie verbrachte einige Zeit als Entwicklungshelferin in verschiedenen Ländern Afrikas.

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Ihre Schilderungen aus dieser Zeit wurden von den Schülern sehr interessiert aufgenommen und bevor man sich an die Arbeitsaufträge an den Stationen machen konnte, mussten von ihr noch einige Schülerfragen über ihre Zeit in Afrika beantwortet werden.

Manch ein Teilnehmer war überrascht, als er an einer Station feststellte, dass für die Herstellung eines T-Shirts aus Baumwolle an die 14 Badewannen voll Wasser (knapp 2000 Liter) benötigt werden oder im Preis einer Jeans, die in einem Entwicklungsland produziert wurde, nur etwa ein Prozent Lohnkosten stecken.

Wofür sollte eine Landarbeiterfamilie ihr knappes Einkommen nutzen?

Hier war leicht auszurechnen, wie wenig eine Näherin an einer Jeans verdient. Die restlichen 99 Prozent des Preises bekommen unter anderem Einzelhandel, Markenfirma und Transportunternehmen. An einer anderen Station mussten die Schüler das knappe Einkommen einer Landarbeiterfamilie sinnvoll einteilen und handelten dabei intuitiv nach dem „Ökonomischen Prinzip“. Dass bei dieser Einkommensaufteilung auf vieles verzichtet werden muss, was für uns selbstverständlich ist, zum Beispiel Ausbildung der Kinder, ausgewogene Ernährung oder Reparaturen, wurde jedem schnell klar.

Die ganz andere Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen in Entwicklungsländern wurde besonders an den Stationen zum Thema „Kinderarbeit“ und durch den Kurzfilm „Textilherstellung in Indien“ deutlich. Obwohl in vielen Ländern Kinderarbeit offiziell verboten ist, schuften weltweit viele Minderjährige unter unwürdigen Bedingungen.

Das eigene Einkaufsverhalten hinterfragen

Im Parcours waren einige dieser „Billigwaren“, die häufig von Kindern gefertigt werden, ausgestellt und gaben Impulse, sein eigenes Einkaufsverhalten kritisch zu hinterfragen.

Die drei Projekttage der Fachschaft Haushalt und Ernährung zum Fairen Handel sind nach Meinung der Veranstalter im Kontext der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zu sehen. pm

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