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Wertingen

29.03.2019

Ein Demonstrationszug zieht durch Wertingen

Rund 150 Schüler zogen am Freitag durch die Zusamstadt – in ihrer Freizeit, nach Unterrichtsschluss. Die Aktionen sollen in Wertingen und weltweit so lange weitergehen, bis es substanzielle Verbesserungen im Klima- und Umweltschutz gibt.
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Rund 150 Schüler zogen am Freitag durch die Zusamstadt – in ihrer Freizeit, nach Unterrichtsschluss. Die Aktionen sollen in Wertingen und weltweit so lange weitergehen, bis es substanzielle Verbesserungen im Klima- und Umweltschutz gibt.

Bei „Fridays for Future“ ziehen rund 150 Schüler durch die Zusamstadt und fordern besseren Klimaschutz. Die Jugendlichen wollen künftig noch stärker mit gutem Beispiel vorangehen.

Ob Wertingen die kleinste Stadt in Deutschland ist, in der es eine „Fridays for Future“-Gruppe gibt, lässt sich derzeit nicht genau sagen. Klar ist nur: Die Bewegung hat enormen Zulauf, überall in Deutschland und auf der ganzen Welt bilden sich täglich neue Ortsgruppen.

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In Wertingen haben sich am Freitag rund 150 Schüler versammelt, um erneut für einen besseren Umwelt- und Klimaschutz zu demonstrieren. Nachdem sie sich vor zwei Wochen vormittags – also während der Schulzeit – versammelt hatten, kamen sie nun nach dem Unterricht zusammen.

Die Wertinger Gruppe mag klein sein, doch das kümmert die Veranstalter nicht. Die Organisatoren Niklas Zöschinger und Felix Gollmitzer sprachen ein paar motivierende Worte, bevor die eigentliche Demonstration los ging. „Niemand ist zu klein, um etwas zu bewirken“, zitierte Zöschinger eingangs die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die Schüler wollen nicht nur fordern, sondern mit gutem Beispiel vorangehen. „Wir stehen hier, mit all unseren Fehlern. Wir müssen auch unser Leben ändern“, so Zöschinger weiter. Sein Mitstreiter Gollmitzer hat derweil eine Episode parat, die jenes Verhalten repräsentiert, welches die Jugendlichen verschwinden sehen wollen. Ein Lehrer fliegt übers Wochenende in den Urlaub nach Ägypten. Für nur zwei Tage. Damit tut man der Erde keinen Gefallen, findet Gollmitzer. Doch auch er rät davon ab, nur die Moralkeule zu schwingen. Lieber mit gutem Beispiel vorangehen – Fahrgemeinschaften bilden oder lieber gleich das Fahrrad nehmen zum Beispiel.

Ein Demonstrationszug zieht durch Wertingen

Die Teilnehmer von "Fridays for Future" wollen mit gutem Beispiel vorangehen

Die Binswangerin Heidi Terpoorten, die für die Grünen im Kreis- und Bezirkstag sitzt, sagt den Schülern ganz unverblümt: „Ich stehe hier für eine Generation, die es vergeigt hat. Wie es auch die Generationen davor vergeigt haben.“ Es müsse ein schneller und tief greifender Wandel durch die Gesellschaft gehen. Wirtschaftliches Wachstum fördere nicht das Gemeinwohl. Vielmehr müsse „Wohlstand“ neu gedacht und interpretiert werden.

Nach den motivierenden Worten liefen die Schüler, begleitet auch von mehreren Erwachsenen, durch die Wertinger Innenstadt. Dabei brüllen sie aus voller Kehle Slogans wie „Kohlestopp, hopp hopp hopp!“ oder das wörtlich genommene „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Jeder Wertinger, der die Demo sehe, solle abends noch diese Slogans im Kopf haben, sagt Niklas Zöschinger.

Der 18-Jährige verfolgt aufmerksam die Diskussionen, die derzeit auf verschiedenen Ebenen geführt werden und auch im Fernsehen sehr präsent sind. Dabei fällt ihm eines auf: eigentlich klingt es so, als wären sich Alle in den meisten Punkten einig, wenn die Jugendlichen und Politiker oder Wirtschaftsvertreter miteinander sprechen. Alle beteuerten stets, dass ihnen die intakte Umwelt und das Wohl der nachfolgenden Generationen am Herzen liege. „Doch passiert dann trotzdem nichts“, sagt Zöschinger. Deshalb müssten die Mitglieder von „Fridays for Future“ vor allem unbequem sein und anecken.

150 Jugendliche demonstrieren in Wertingen

Bestärkt in ihrem Kampf für eine lebenswerte Zukunft werden die Schüler nach ihrem Demonstrationszug noch von der 26-jährigen Landtagsabgeordneten Eva Lettenbauer. Die war umweltbewusst mit dem Zug angereist, hatte allerdings den passenden verpasst. Die Demonstration nach der Schulzeit lasse das Argument der Kritiker ins Leere laufen, die behaupteten, die Demonstrationen dienten vor allem dem Schwänzen der Schule.

Am kommenden Montag, 1. April, wollen die Schüler mit gutem Beispiel vorangehen und sich um 15.30 vor der Bäckereifiliale Wagner treffen, um gemeinsam Müll aufsammeln zu gehen.

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