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Binswangen

19.05.2015

Ein Feuerwerk mitten im Frühling

Die PiccaDilly’s zündeten in der Alten Synagoge in Binswangen ein Feuerwerk voller musikalischer Höhepunkte.

Die PiccaDilly’s unterhalten in der Binswanger Synagoge mit ungebrochener Sangeslust. Warum sich Kritiker schwer tun.

Rezensenten tun sich mittlerweile mächtig schwer, über den gemischten Chor PiccaDilly‘s noch angemessen zu berichten. Alle Superlativen sind in den letzten Jahren über diese eingefleischte musikalische Truppe und ihren sympathischen Leiter Klaus Nürnberger schon zu Papier gebracht oder in den Äther gesendet worden. Wie konnte es da anders sein, als dass der altersmäßig bunt zusammengesetzte Klangkörper, diese lila eingefärbte Charmeoffensive, auch in der Binswanger Synagoge wieder einmal euphorisch begrüßt wurde und ein Programm servierte, das keine Wünsche offen ließ.

Und trotzdem: sie sind keine perfektionierte Klangmaschine und keine kühlen Technokraten, diese Sängerinnen und Sänger rund um einen gereiften Dirigenten, den sein ambitioniertes Agieren immer noch schnell in Schwung und ganz schön ins Schwitzen bringt. Zwei Stunden lang zündeten die PiccaDilly’s mit ungebrochener Sangeslust ein musikalisches Silvesterfeuerwerk mitten im Frühling. 21 Jahre gibt es sie schon, diese von Anfang an auf Erfolg programmierte Sangesgruppe, die sich aus bescheidenen Anfängen heraus erfolgreich fortentwickelt und unter einer Vielzahl von Chören im Landkreis einen Spitzenplatz erobert hat.

Die PiccaDilly’s haben eine Konstante in ihren jeweiligen Programmen, der sie zum wiederholten Male treu blieben. Sie servieren ihren Zuhörern einen Kessel Buntes, was das Repertoire anbelangt. Die 17 vorgetragenen Nummern geben sich mal klassisch, mal modern, rockig oder von großem Gefühl und einem Quäntchen Pathos getragen. Jeder kann etwas für sich entdecken, geistig mitsummen bei dem keltischen Song „She moved through the fair“ oder bei dem modernen Gesang der Nachtigall von Berkeley Square (Alain Billingsley) traumtänzerisch unterwegs sein.

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Wie schön ist es, bei der Filmmusik „Gabriellas song“ von Stefan Nilsson ein wenig die Augen zu schließen und mit „Champs Elysees“ (auf französisch) eine kleine Fantasiereise zu machen. Auch mehrstimmige Chorsätze wie etwa von Brahms („Abendständchen“ und „Nachtwache II“) haben die PiccaDilly’s genauso wie Mendelssohn-Bartholdys „O Täler weit“ oder Monteverdis „Ode an die Morgendämmerung“ erstaunlich perfekt drauf.

Gerhard Schmidt-Keitel und Angelika Miller moderieren unaufgeregt und heiter das Programm in der Synagoge. Für die gute Stimmung des Abends ist nicht zuletzt Chorleiter Nürnberger persönlich eine Garantie. Was kann da schon passieren bei so einem barock-handfesten Mannsbild, das vor Begeisterung ob der eigenen musikalischen Passion von innen heraus nur so zu leuchten scheint.

Dass alles wieder einmal rundum gelingt, daran haben die cool agierende Pianistin Eva Horner, der ambitionierte Schlagzeuger Christian Kempter sowie der smarte Kontra- und E-Bassist Jörg Lanzinger einen gehörigen Anteil. Diese drei Musiker komplettieren den Erfolg der PiccaDilly’s schon seit Jahren und sind nicht wegzudenken auf dem Chorsektor im Landkreis Dillingen. Das Publikum wollte die Akteure wieder einmal vor Begeisterung gar nicht gehen lassen.

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