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Wertingen

20.05.2015

„Ein Maul voll Geld“ für die Wertinger Kreisklinik

Es läuft rund auf der Baustelle der Wertinger Kreisklinik. Polier Ludwig Meyer von der Firma Krätz hatte gestern Morgen alles im Griff. Im Dezember sollen Patienten in den neuen Bettentrakt (Hintergrund) einziehen können.
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Es läuft rund auf der Baustelle der Wertinger Kreisklinik. Polier Ludwig Meyer von der Firma Krätz hatte gestern Morgen alles im Griff. Im Dezember sollen Patienten in den neuen Bettentrakt (Hintergrund) einziehen können.

Der neue Bettentrakt der Wertinger Klinik soll im Dezember fertig sein. In diesem Jahr gibt es mehr als fünf Millionen Euro vom Freistaat. Warum Bürgermeister Lehmeier erleichtert ist.

Mitunter erklärt eine flüchtige Begegnung mehr als ein offizieller Termin. Patient Herbert Rinninger macht einen kleinen Morgenspaziergang und geht an den Politikern im Eingangsbereich des Wertinger Kreiskrankenhauses vorbei. Von Ferne ist der Baulärm zu hören. Die Wertinger Klinik erhält einen neuen Bettentrakt, der im Dezember fertig sein soll. Die monotone Begleitmusik einer Säge ist zu hören. „Der Baulärm macht mir nichts aus“, sagt Rinninger. Und schickt noch ein Loblied auf das Krankenhaus in der Zusamstadt hinterher. „Ich gehe immer ins Wertinger Kreiskrankenhaus“, betont der 80-jährige Weldener. Als ob das nicht genug wäre, setzt der Senior noch einen drauf. „Ich mag dieses Krankenhaus“, sagt Rinninger.

Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier geht so etwas runter wie Öl. Denn 50 Prozent der Kosten, die nicht gefördert werden, übernimmt die Stadt Wertingen – für die andere Hälfte kommt der Landkreis Dillingen auf. Eine gute Auslastung mit einem Einzugsgebiet bis weit ins Augsburger Land rechtfertige die Beteiligung der Zusamstadt an der Kreisklinik, erläutert Lehmeier. Er ist erleichtert, dass die Diskussion um den Fortbestand des Wertinger Kreiskrankenhauses mit der Millionen-Investition erledigt sei.

Das Treffen von Kommunalpolitikern am Dienstagmorgen hat einen Grund. Der Freistaat Bayern hat jetzt eine Geldspritze von 5,1 Millionen Euro in diesem Jahr für den Bauabschnitt III bewilligt. Insgesamt, so Landtagsabgeordneter Georg Winter, habe Bayern eine Förderung von 7,4 Millionen Euro zugesagt. „Was förderfähig ist, wird zu 100 Prozent finanziert“, betont der CSU-Politiker. Die entscheidende Frage sei gewesen, die „Bedarfsnotwendigkeit“ des Wertinger Krankenhauses zu klären. „Und diese Frage wurde mit einem eindeutigen Ja beantwortet“, sagt Winter. Landrat Leo Schrell, der Aufsichtratsvorsitzender der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH ist, dankt dem Parlamentarier für seinen Einsatz. 5,1 Millionen Euro aus dem Jahreskrankenhaus-Programm vom Freistaat – „das ist ein richtiges Maul voll“, sagt Schrell. Nach dem Abschluss der Generalsanierung „haben wir ein neues Krankenhaus in Wertingen“. Im Dezember sollen die Patienten in den neuen Südost-Trakt einziehen können.

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Bis zu 30 Mitarbeiter sind täglich auf der derzeit zweitgrößten Baustelle Wertingens (nach der Laugnakreuzung) beschäftigt. „Es läuft gut“, stellt der Chefarzt der Chirurgie-Abteilung, Thomas Moehrke, fest. Der Mediziner ist froh, dass die Patienten geduldig seien und nicht über den Baulärm klagen. „Sie tragen das mit erstaunlicher Ruhe mit“, sagt Moehrke.

Der Chefarzt freut sich ebenso wie Betriebsdirektorin Barbara Jahn-Hofmann auf den neuen Trakt, in dem dann 63 Patienten untergebracht werden können. Insgesamt kann die Wertinger Klinik mit ihren etwa 370 Mitarbeitern 117 Menschen stationär aufnehmen. Jedes der neuen Zimmer wird künftig eine eigene Sanitärzelle haben.

Die künftige Einteilung werde auch die Abläufe verbessern, erklärt Chefarzt Moehrke auf Anfrage. „Wir können dadurch unnötige Wege vermeiden.“ Dies dürfte die Wirtschaftlichkeit verbessern – auch wenn Bürgermeister Lehmeier sagt: „Ein Krankenhaus der Grundversorgung wie Wertingen wird keine Gewinne abwerfen.“ Es gehe darum, die Defizite klein zu halten und für eine gute Auslastung zu sorgen. Fans der Wertinger Klinik wie Herbert Rinninger sind da natürlich Gold wert.

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