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Freilichtbühne

05.07.2018

Ein Sommernachtstraum für Villenbach

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Die Handwerker planen zur Hochzeit von Theseus und Appolyta ein schönes Bühnenspiel aufzuführen. Das gestaltet sich schwierig. Von links: Jürgen Lernhard, Andrea Almus, Peter Mayerföls, Josef Bihler, Gerrit Nasch und Werner Haslinger.

Am Freitag startet in Villenbach der Theatersommer mit der Komödie von William Shakespeare. Wie schafft es das Dorf, alle zwei Jahre Theater mit diesem besonderen regionalen Charme zu spielen?

Entspannt stehen der Vorsitzende des SV Villenbach Martin Baumeister und Abteilungsleiter Josef Dippel im sonnigen Abendlicht an der fertigen Kulisse der Freilichtbühne im Süden Villenbachs. Lange Monate der Arbeit liegen nicht nur hinter diesen beiden: Seit im Herbst Hans Oebels als Nachfolger von Bernhard Lernhard gewonnen werden konnte, dieser zu diesem Zeitpunkt bereits das fertige Stück im Gepäck und eine klare Vorstellung vom Bühnenaufbau im Kopf hatte, gab es kaum eine Verschnaufpause. Ob Auswahl der Sprechrollen, die Umsetzung des Plans der Kulisse, Entwurf und Fertigung der Kostüme, die Organisation rundherum – es gab viel zu tun.

„Sieben Monate waren wir jetzt gut beschäftigt, sagt Josef Dippel. Und räumt ein, dass es jetzt langsam Zeit wird. „Wir stehen in den Startlöchern“. Ein Satz, der noch häufiger an diesem Abend Ende Juni fällt, an dem eine Sprechprobe angesagt ist. „Noch sind wir nicht aufgeregt“, meint Markus Ohnheiser, der in diesem Jahr ebenso eine Doppelrolle spielt wie auch Gudrun Wagner und einige weitere Schauspieler. Die Zuschauer erwartet ein heiteres Verwirrspiel rund um die Liebe. Eigentlich will sich Elfenkönig Oberon (Markus Ohnheiser) mit seiner Angetrauten Titania (Gudrun Wagner), mit der er sich gerade im ehelichen Zwist befindet, einen fiesen Scherz erlauben. In diesen geraten unversehens Hermia (Anna Schultz), Demetrius (Thomas Moser), Helena (Talida Refle) und Lysander (Christoph Oebels), wie auch einige Handwerker, die eigentlich zur Fürstenhochzeit am Hofe von König Theseus ein nettes Schauspiel gestalten wollen. Ein geheimnisvoller Zaubersaft, verabreicht durch Oberons Hofnarr Puk (Jürgen Almus), sorgt dafür, dass Lysander in plötzlicher Liebe für Helena entbrennt. Titania dagegen verliebt sich in einen Esel, der seinerseits ein verwandelter Handwerker ist. Am Ende haben sich dann doch noch die richtigen Liebespaare gefunden und auch Titania versöhnt sich wieder mit ihrem Gatten.

All das in der eigenen Sprache von Shakespeare – oder doch nicht? „Wir reden durchaus ‘Shakespeare’, schmunzelt nun Gudrun Wagner, „aber eben auch mit einem Dialekt aus dem Zusamtal“. Denn laut Regisseur sollen sie ihre Rollen nicht zelebrieren, eher leben. Beide – Ohnheiser und Wagner – stimmen überein, dass man trotzdem die Rollen schnell hätte lernen können. Voller Lob sind alle, dass auch die vier weiteren Hauptrollen von den jungen Akteuren bestens gemeistert werden. Das betonen auch Josef Dippel und Martin Baumeister, die natürlich einerseits gerne auf bewährte Akteure zurückgreifen, sich aber auch über die neuen jungen Theaterleute freuen. „Die brauchen wir!“ Freude herrscht natürlich auch, weil man Urgesteine wie beispielsweise Rainer Schiffelholz, der von Anfang an dabei war, für die Rolle des Egeus verpflichten konnte. Doch worin liegt das Geheimnis, warum gelingt es, alle zwei Jahre wieder so ein Event zum Erfolg zu führen? „Wir haben 850 Einwohner, die wir einplanen könnten“, rechnet Josef Dippel, „bei vielen muss man nur andeuten, dass man Hilfe braucht, dann sind die da“. Bühnenbauer, Maler, Kostümschneider und Maske – ohne die vielen Helfer ginge nichts. Ein unerschöpfliches Füllhorn dabei ist auch das Versorgungsteam, das sich bei den Aufführungen für das leibliche Wohl einsetzt und überwiegend vom SV Villenbach besetzt wird. Viele Zuschauer kommen schon früh zum Abendessen und lassen den Abend nach Ende der Vorstellung am Lagerfeuer ausklingen, auch das der Zauber der Freilichtbühne.

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Die Generalprobe, die einige Tage vor der Premiere stattfindet, macht deutlich, was das Spiel für die Akteure bedeutet: Theaterfieber, Spielfreude und die Lust auf diese Komödie. Alle warten nun auf das Publikum: Die Zuschauer sollen nun endlich mitfiebern mit den Liebenden und lachen über die schrägen Figuren in dieser Komödie.

Und was wünschen sich denn die Theaterleute? Gutes Wetter und viele Zuschauer. Denn mit jeder verkauften Eintrittskarte wird auch die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, unterstützt. Eigentlich musste noch nie ein Zuschauer abgewiesen werden, auch wenn man mit Hinweis auf den „Notsitz“ Karten für die Bänke neben der Tribüne abgegeben hat, wie Martin Baumeister erzählt. Gute Gesundheit der Schauspieler steht auch ganz oben auf der Wunschliste, denn in all den Jahren fiel noch nie eine Hauptrolle aus, was Josef Dippel mit Klopfen auf die Holzbühne bestätigt. Und was Gudrun Wagner erstaunt wiederholt: „Ja, tatsächlich sind wir noch nie wegen Krankheit ausgefallen.“ Toi, toi, toi.

Karten/Platzreservierungen unter den Telefonnummern 08296/9099696 und 08296/1521 oder unter www.freilichtbuehne-villenbach.de

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