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Wertingen

29.08.2016

Ein kleines Paradies der Wohltat

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4 Bilder
Wertingens Kneippvereinsvorsitzende Monika Pienkny und Bürgermeister Willy Lehmeier (oben rechts) schreiten voran im Kneippbecken.
Bild: Hassan

„Hoch die Füße“ und rein ins frisch sanierte Wasserbecken. Besucher konnten in die Welt von Kneipp eintauchen.

 Nach 24 Jahren brauchte das „kleine Paradies der Wohltat“ endlich eine Erneuerung. Und es bekam sie. Die Rede ist von der Kneippanlage am Fuße des Judenbergs unterhalb des Wertinger Freibads. Nach der aufwendigen Sanierung – Bürgermeister Willy Lehmeier bezifferte sie mit 40000 Euro – hatte der Kneippverein am Sonntagnachmittag zur offiziellen Einweihung geladen.

„Jetzt haben wir wieder eine Oase der Wohltat“, freut sich Vereinsvorsitzende Monika Pienkny und dankt der Stadt für die Kostenübernahme. Kneipps Gesundheitskonzept basiere auf fünf Elementen: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Am Sonntag konnten die Besucher in diese Welt eintauchen. Neben Wassergüssen und Wassertreten gab’s Gute-Laune-Dips und schmackhaften Apfelkuchen, Rückenmassagen und die Möglichkeit, sich sein eigenes Kräutersalz zusammen zu mixen. Pia Helmschrott hatte als Gesundheitspädagogin nach Kneipp frische und getrocknete Kräuter dabei. „Sobald die Pflanze blüht und Samen bildet, geht die Kraft in die Samen“, wirbt sie ganz besonders für Brennesselsamen: „eine unwahrscheinlich energiereiche Pflanze, eine Powerpflanze sozusagen!“ Der sechsjährige Timo wiegt Thymian und Frauenmantel, Oma Ilona Scheuerlein aus Gottmannshofen hilft. Nebenan genießt Helga Häupel eine Rückenmassage. Edeltraud Knab rollt einen roten Igelball kreuz und quer über ihre Muskeln. Die beiden kennen sich von der Seniorengymnastik. Seit über 25 Jahren bietet die 65-jährige Edeltraud Knab sportliche Aktivitäten für den Wertinger Kneippverein an. Mittwochs beispielsweise führt sie regelmäßig eine Walking-Gruppe in und um die Wälder. Mitmachen kann jede(r), so wie auch die Kneippanlage allen Menschen offensteht – von Frühjahr bis Herbst rund um die Uhr. „Wie ein Storch“, hatte Sebastian Kneipp angewiesen, solle man durch das Wasser schreiten. „Das heißt, die Füße bei jedem Schritt ganz raus aus dem Wasser“, erklärt zweite Vorsitzende Wally Wipfler allen, die’s wissen wollen.

Die Schuhe am Beckenrand abgestellt und rein ins kühle Nass. Monika Pienkny schreitet voran. Bürgermeister Lehmeier und ein Teil seiner Stadträte folgen. Mal gehen die Kniee höher, mal niedriger. Peter Hurler Füße werden von Schritt zu Schritt wärmer und Ludwig Klingler spürt die Gesundheit regelrecht in sich aufsteigen. So schnell kann’s gehen: Bürgermeister Willy Lehmeier fühlt sich bereits nach Runde zwei um Jahre jünger. Er nützt Tage wie diese, um sich den eigenen Körper und dessen Bedürfnisse wieder ins Bewusstsein zu bringen. Und er freut sich, dass der Kneippverein mit seinem Angebot und der Anlage am Judenberg uns dazu animiert, das zu tun, was Kneipp uns mit auf den Weg gegeben hat. „Dafür gibt die Stadt gerne Geld aus.“

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