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Ein ruhiger Schultag am Sturmtag

Ein ruhiger Schultag am Sturmtag
Kommentar Von Birgit Alexandra Hassan
10.02.2020

Kein einziges Kind kam am Montag in die Schule, dafür einige Lehrer.

Sonne, Regen und Wind – das Wetter erinnert am Montagmorgen im Zusamtal eher an sprunghafte April- oder windige Herbsttage als an einen winterlichen Februar. Während draußen der Wind pfeift, bleibt es in den Schulen, Kindergärten und Geschäften äußerst ruhig. Die Nachricht vom offiziellen Schulausfall im Landkeis Dillingen hat alle erreicht, kein einziges Kind taucht in irgendeiner Schule des Zusamtals auf. So etwas wäre vor einigen Jahren noch nicht vorstellbar gewesen. Die Vernetzung durch eine Kombination aus Telefon, E-Mail, whatsapp-Gruppen und Internet funktioniert scheinbar flächendeckend.

Das gleiche Netz hat gleichzeitig zum Schulausfall geführt. Nachdem die Landkreise Neu-Ulm, Günzburg und Augsburg auf Orkan „Sabine“ reagierten, blieb Dillingens Landrat Schrell und Schulamtsdirektor Martin keine andere Wahl als nachzuziehen. Die Gefahr, dass einem Kind auf dem Schulweg etwas passieren könnte und sie zur Verantwortung herangezogen würden, war einfach zu groß. Dass einige Schulleiter ihre Lehrer daraufhin zur „Heimarbeit“ aufforderten, ist eine nachvollziehbare Konsequenz.

Gleichzeitig stellt sich am Montagnachmittag die Frage, wo die Grenze zwischen Panikmache und notwendiger Vorsicht liegt. Und inwiefern sich Eltern in der Lage fühlen, bei Gefahren spontan und eigenverantwortlich zu reagieren?

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Bis zum späten Montagnachmittag hat Orkan „Sabine“ jedenfalls keine größeren Schäden im Zusamtal angerichtet. Das gilt ebenso für den Schulausfall. Jedem Lehrer sei es vergönnt, in aller Ruhe zu korrigieren und den Unterricht vorzubereiten. Alle Lehrer, die in die Schulen kamen, fanden Zeit, sich einmal jenseits des Schulalltags kreativ auszutauschen. Und die Schüler? – Sie gehen am folgenden Tag hoffentlich ausgeruht umso freudiger in die Schule.

Bleibt am Ende die Erinnerung an einen ruhigen Schultag mit Orkan „Sabine“.

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