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08.10.2009

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Solarpark

Heretsried (hes) - Der Solarpark am Weiherbergfeld in Heretsried ist nach der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Schritt weiter. Die Gemeinderäte besichtigten vor der großen Sitzung gemeinsam mit Bürgermeister Josef Carteau das Wohngebiet, dessen Anwohner Beeinträchtigungen für ihre Wohnqualität befürchten. Anschließend wurden die umfangreichen Unterlagen der Änderungen von Flächennutzungs- und Bebauungsplan besprochen. Gemeinderat Dieter Seizmeier fühlte sich als Vorsitzender des Sportvereins, der in einem Pachtverhältnis mit dem Bauherrn des Solarparks steht, befangen und beantragte, von den Abstimmungen ausgeschlossen zu werden. Diese Abstimmung endete mit 7:6 für Seizmeiers Antrag.

Keine Vorschriften in Sachen Lichtemissionen

Dr. Ruth Hoffmann von der Firma Müller BBM GmbH aus Planegg stellte ein Gutachten über die Lichtemissionen des geplanten Solarparks vor. Zu Beginn erklärte sie, dass es keine rechtlich verbindlichen Vorschriften zur Beurteilung von Lichtemissionen gäbe.

Schutzwürdige Räume seien Wohnräume und -dielen, Schlafräume und auch Balkone und Terrassen. Bei dem geplanten Projekt in Heretsried sei eine Blendwirkung in den Morgen- und Abendstunden möglich. An drei Häusern in der Nähe des geplanten Solarparks wurden die Werte an der kompletten Nord- und Ostfassade inclusive Dachfläche gemessen. "Die Einwirkdauer liegt zum Teil über 30 Stunden im Jahr, aber stets unter 30 Minuten am Tag", erklärte Hoffmann.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Solarpark

Bei ihren Untersuchungen seien Verschattungen (Bewölkung, Nebel oder Regen) nicht berücksichtigt worden. Die Werte seien also noch einmal geringer.

Kristalline Module

Gemeinderat Heinrich Jäckle fragte an, ob es durch die Verwendung von kristallinen Modulen mit höherer Einspeiseleistung möglich sei, auf Module in den die Wohnbebauung blendenden Bereichen zu verzichten.

Heiner Gärtner von gp solar, die das Projekt leitet, erklärte sich bereit, einige Modulreihen zu versetzen. Nötig sei dafür jedoch auch eine Änderung der Eingrünung im nördlichen Bereich, um den entsprechenden Platz zu schaffen.

Gemeinderat Winfried Jacob reklamierte: "Die Blendwirkung auf die vorbeiführende Kreisstraße ist nicht untersucht worden." Florian Nowak vom Landschaftsarchitekturbüro Eger & Partner entgegnete, es sei lediglich mit kurzzeitiger seitlicher Blendwirkung zu rechnen.

Ein Gemeinderat befürchtete, dass durch die Mastfüße der Solarmodule Zink oder andere Schadstoffe in das Wasserschutzgebiet gelangen könnten. Laut den Fachbehörden bestünden hier keine Bedenken.

Zerstörung des Ortsbildes befürchtet

Gerd Sahlender von der Firma Arnold Consult ging mit dem Gemeinderat anschließend die eingegangenen Stellungnahmen im Rahmen der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung durch.

In den Stellungnahmen mehrerer Bürger befürchteten diese die Zerstörung des Ortsbildes, Auswirkungen auf das Trinkwasser, Blendwirkungen, Lärmemissionen, Brandgefahr und Schadstoffe, die Vernichtung einer Erholungsfläche, Wertverlust der Immobilien etc. Sahlender verlas zu jedem Punkt die Abwägungen, die seine Firma erarbeitet hatte.

Der Gemeinderat billigte schließlich mit 10:2 Stimmen den Entwurf zur Änderung zum Flächennutzungsplan. Lediglich im nördlichen Bereich des Flurstücks 312 solle die Eingrünung auf 4,50 Meter reduziert werden, um Solarmodule aus dem südlichen Bereich versetzen zu können.

Außerdem soll die Videoüberwachung nicht in Richtung Wohnbebauung erlaubt sein, sondern auf den Solarparks beschränkt sein.

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