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Wertingen-Gottmannshofen

15.10.2020

Eine Heizung soll drei Gottmannshofer Gebäude versorgen

Die Gottmannshofener Grundschule soll erhalten bleiben – doch der uralte Heizkessel in ihrem Keller ist störungsanfällig und muss erneuert werden. Die Mitglieder des Bauausschusses einigten sich auf eine gemeinsame Lösung für Grundschule, Kindergarten und Kirche, für die eine Pelletheizung in das Nebengebäude (links) eingebaut werden soll.

Plus Die Grundschule, der Kindergarten und die Kirche im Wertinger Stadtteil Gottmannshofen sollen künftig von einer einzigen Heizung mit Wärme versorgt werden. Die Stadt will die Kosten dafür aber nicht alleine übernehmen.

Schon seit Jahren arbeitet die Stadt Wertingen daran, die Gottmannshofener Grundschule zu sanieren. Eine ganze Reihe von Maßnahmen ist schon geschehen – die Innenräume wurden neu gestrichen, die Toiletten saniert, die Elektronik runderneuert. Doch ein gewichtiges Problem ist noch nicht gelöst: die uralte Ölheizung im Keller des Gebäudes. Rund 8000 Liter verbraucht diese pro Jahr, und ist nach 30 Jahren im Betrieb mittlerweile notorisch anfällig für Störungen. Über den anstehenden Winter werde man sich noch hinwegretten, sagte Bürgermeister Willy Lehmeier, doch für den Winter 2021 müsse eine neue Lösung her.

Die Ölheizung im Keller der Grundschule in Gottmannshofen ist uralt

Den Mitgliedern des Wertinger Bauausschusses boten sich dafür in der Sitzung am Mittwochabend drei Lösungsmöglichkeiten. Eine davon wäre gewesen, den Kessel durch eine moderne Gasheizung zu ersetzen. In der Nähe der Grundschule werden derzeit entsprechende Leitungen verlegt, ein Anschluss wäre vergleichsweise einfach zu machen.

Doch auch die Ölheizungen des nahe gelegenen Kindergartens und der Kirche sind in die Jahre gekommen. Während die Heizung des Kindergartens mit ihren 22 Jahren auf dem Buckel vermutlich noch gute fünf Jahre mehr oder weniger problemlos arbeiten würde, ist für die Kirche ein wahrer Methusalem-Kessel im Einsatz – ganze 40 Jahre hat er schon bei mehreren Generationen von Gottmannshofer Gläubigen für angenehme Temperaturen beim Gottesdienst gesorgt. Er steht ebenfalls im Keller der Grundschule, in der Kirche war einst für ihn kein Platz.

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Zur Debatte standen nun zwei Varianten, die eine gemeinsame Lösung für alle drei Immobilien bringen könnten. Eine gemeinsame Heizung mit Gas oder mit Holzpellets ist hier möglich.

Drei Varianten standen insgesamt zur Debatte

Die neue Heizung soll in einem Nebengebäude der Grundschule eingebaut werden, das als Abstellraum genutzt wird. Dort soll nach dem Willen des Stadtrats nun eine „Heizzentrale“ errichtet werden. Dafür sind einige Umbauarbeiten notwendig. Denn geheizt wird in Zukunft mit Holzpellets. Für diesen Grundsatzbeschluss entschieden sich die Mitglieder des Bauausschusses mit einer Gegenstimme von Stadtrat Hans Bröll (CSW).

Stadtrat Reinhold Wörle (Freie Wähler) sagte, er habe zunächst einen Anschluss der Schulheizung an die Gasleitungen favorisiert. Doch sei er durch die Kostenkalkulationen, die den Stadträten von einem Planer präsentiert wurden, von der Option einer Pelletheizung überzeugt worden.

Die Ölheizung des Kindergartens ist 22 Jahre alt, die der Kirche sogar ganze 40 Jahre.

Denn im Gegensatz zur Gasheizung gibt beim Einbau einer Pelletheizung reichlich Geld aus einem Fördertopf des Bundes – ganze 45 Prozent der Investitionssumme wird die Stadt wohl erstattet bekommen. Nach einer Kostenkalkulation ist zwar eine solche Pelletanlage mit 160 000 Euro insgesamt deutlich teurer als eine gemeinsame Gasheizung, die rund 105 000 Euro kosten würde. In diese Rechnung sind die anfallenden Kosten für den Ausbau und die Entsorgung des Ölkessels schon mit einkalkuliert. Durch die Förderung kommen auf die Stadt selbst aber höchstens 86 000 Euro an Kosten zu. Vermutlich noch deutlich weniger, denn die Kirche werde sich voraussichtlich an einem solchen Gemeinschaftsprojekt finanziell beteiligen, wie Bauamtsleiter Johann Meitinger sagte. Man sei im Gespräch. Für das Beheizen der Kirche fallen jährlich 2500 Liter Öl an, für den Kindergarten 7000 Liter.

37 Tonnen Holzpellets sollen jährlich verbrannt werden

Gemeinsam sollen für die drei Gebäude nun jährlich 37 Tonnen Holzpellets verbrannt werden. Dazu müssen Leitungen neu verlegt werden, welche die Wärme von dem Nebengebäude zu den drei verschiedenen Liegenschaften Grundschule, Kirche und Kindergarten transportiert. Das Nebengebäude der Grundschule, in das die Heizung eingebaut werden soll, wird dafür aufgeteilt – neben der Heizung entsteht ein Lagerraum für die Pellets.

Nach dem Grundsatzbeschluss kann es jetzt an die Detailplanungen für den Umbau gehen. Eine zusätzliche Errichtung von Sonnenkollektoren für Warmwasser für Kindergarten und Grundschule, wie es Reinhold Wörle angedacht hatte, schloss der Planer aus. Dazu sei der Wasserverbrauch in den Gebäuden zu gering, die gesammelte Energie der Kollektoren könne nicht ausreichend abgenommen werden.

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