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Unterliezheim

07.08.2017

Eine Stunde in der Sieben-Tage-Woche

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2 Bilder
Landwirt Albert Sporer sorgt mit Tochter Hannah für das frühmorgendliche Milchfrühstück der Kälber auf seinem Hof in Oberliezheim.
Bild: Horst von Weitershausen

Auf einem Bauernhof in Oberliezheim beginnt der Tag schon früh. Im Rahmen unserer 24-Stunden-Serie waren wir um sieben Uhr morgens beim Melken dabei.

Die Kirchturmglocke schlägt sechs Uhr und die Melkmaschine gibt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Albert Sporer in Oberliezheim den Arbeitstakt vor.

Rund 100 Stück Milchvieh warten geduldig, bis sie sich bei Ehefrau Doris Sporer in den Melkstand einreihen können, in dem insgesamt jeweils 36 Kühe Platz finden. „Das frühmorgendliche Melken ist für die Tiere Routine“, sagt Doris Sporer, und falls wirklich einmal eine Jungkuh drängeln sollte, werde sie von den anderen schon zur Raison gebracht. Vor dem Anlegen des Melkgeschirrs säubert die Bäuerin die Euter und kontrolliert, ob eventuell Verletzungen vorliegen. „Wir wollen natürlich nicht, dass an den Eutern Entzündungen aufkommen, um den Kühen beim Melken keine Schmerzen zuzufügen, denn sie sind dort doch recht empfindlich“, sagt Doris Sporer.

Die Kühe halten erstaunlich still und warten, bis die Melkgeschirre von selbst abkoppelt haben und den 18 Kühen in der gegenüberliegenden Seite angelegt werden. Erst wenn diese fertig gemolken sind, können alle 36 Tiere den Melkstand verlassen und an ihren Platz im Stall zurückgehen. So manches Milchvieh trödelt ein wenig herum beim Rausgehen aus dem Stand, sagt die Bäuerin, dann müsse sie eben mit einem ganz leichten Stockhieb auf das Hinterteil nachhelfen.

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Sobald der Melkstand leer und mit einem Wasserschlauch gesäubert ist, nehmen die nächsten „Damen“ ihre Plätze ein und für Doris Sporer beginnt die Melkprozedur von Neuem. Mittlerweile ist auch Albert Sporer erschienen und hilft seiner Frau beim Melken, bis gegen halb sieben die Kälber ihren Anspruch auf Versorgung melden. Mit einem fahrbaren Milchtank quert er den Hof zu den Kälberboxen, und befüllt die Kälbertränkeimer mit Milch. „Mit dem Milchtank kann ich die Menge für jedes Kalb richtig portionieren“, sagt Sporer. Die kleinen Tiere haben ungeheure Lust auf die Milch, denn sie malträtieren geradezu die Sauger der Getränkeeimer. Nur ein kleines Kalb weiß damit noch nichts anzufangen und schreit ihr „Muh Muh“ über den ganzen Hof.

„Da muss ich mithelfen, denn das Kälbchen wurde erst vor zwei Tagen geboren“, sagt Bauer Sporer und führt das kleine Tier behutsam zum Sauger, öffnet dessen Maul und der automatische Saugreflex des Kleinen führt zum Ziel. Doch nicht nur das Ehepaar Sporer ist an diesem Morgen schon auf den Beinen. Tochter Hannah, die gerade ihren Realschulabschluss gemacht hat, kommt im großen grünen Schlepper vom Silage-Laden, um nach ihrem eigenen Frühstück gegen halb acht Uhr das Vieh zu füttern. Nachdem sie den Traktor auf dem Hof abgestellt hat, schaut sie ihrem Vater bei den Kälbchen über die Schulter und auch Altbauer Xaver Sporer beginnt seine Arbeit im Jungviehstall. „Mit meinem Vater habe ich noch immer eine sehr große Unterstützung“, sagt Albert Sporer und lobt dessen große fachliche Kompetenz.

Die Melkmaschine gibt immer noch den Arbeitstakt vor, doch mittlerweile, es ist kurz vor sieben, haben die letzten Kühe ihren Melkplatz eingenommen und Doris Sporer schätzt, dass sie mit Melken und anschließendem Säubern des Melkstandes und des Melkgeschirrs ebenfalls gegen halb acht zum Frühstücken gehen kann. Dort wird dann der weitere Tag besprochen, sofern die Arbeiten noch nicht bereits anderweitig vorgegeben sind.

Die Kirchturmglocke schlägt sieben Uhr. Manche Menschen fangen jetzt erst an zu arbeiten oder stehen auf. Bei Familie Sporer dagegen ist bis jetzt schon einiges erledigt worden. In einer Stunde von ihrer Sieben-Tage-Woche.

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