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Wertingen

27.01.2019

Eine geheimnisvolle Maschine lockt viele Besucher an

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3 Bilder
Einer von zehn Nachbauten der Enigma.
Bild: Alexander Hölzle

Rund 160 Menschen staunen über die Enigma und ihre Geschichte bei einem Vortragsabend in Wertingen.

Dicht gefüllt war der Festsaal des Wertinger Schlosses: Rund 160 Besucher kamen, um sich die Enigma anzuschauen und den Vortrag darüber zu hören, den Franz Bauer vom Radio- und Telefonmuseum Wertingen hielt.

Die große Anziehungskraft hatte die Ankündigung, dass eine originale Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg und ein Nachbau von Walter Herzhauser vorgeführt wurden. Nach kurzen Begrüßungsworten führte Franz Bauer in die Geschichte der Enigma ein: „Codiermaschinen oder Chiffriermaschinen sind vor allem im Kriegsfall oft entscheidend über den Verlauf des Krieges. Angriffspläne, Standorte, Gefechtsstärke, Versorgungspläne und vieles mehr müssen dem Feind verborgen bleiben, können aber meist nur per Funk übertragen werden“, erklärte der Referent laut Pressemitteilung. Da den Funk aber der Gegner abhören könne, sei eine Verschlüsselung der Nachrichten mit das Wichtigste – und streng geheim dabei der Buchstaben- oder Zahlenschlüssel.

Ein Berliner erfand die Rotor-Schlüsselmaschine

1918 erfand der Berliner Arthur Scherbius eine Rotor-Schlüsselmaschine – die Enigma. Am 23. Februar 1918 ließ er diese patentieren. Vom Militär zur Funkverschlüsselung eingesetzt, wurde sie ständig verbessert. Das Besondere daran war, dass die Verdrahtung der einzelnen Walzen sehr geheim war und der Vorschub der Rotoren sich änderte. Anhand von Skizzen, Zeichnungen, Bildern und Fotografien erklärte Bauer für jeden verständlich die Funktionsweise.

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Dem Polen Marian Rejewski gelang bereits im Jahr 1932, zusammen mit seinen beiden Kollegen Rózycki und Zygalski, die Kryptoanalyse und der erste Einbruch in die deutschen Enigma-Funksprüche. Die Deutschen hatten keine Ahnung davon, dass die Polen die Enigma zum Teil entschlüsseln konnten. Durch kleine Veränderungen der Walzen und Stecker wurde dann die Entschlüsselung noch einmal erschwert.

Wichtig und strengstens geheim war auch der Code-Schlüssel, den die U-Boote oft für lange Zeit auf See vorab mitnehmen mussten. Nur anhand des Codeschlüssels konnte die entscheidende Walzen- und Steckereinstellung vorgenommen werden. Die Engländer hatten in Bletchley Park die zentrale militärische Dienststelle, die sich im Zweiten Weltkrieg mit viel Mühe und mit Glück erfolgreich mit der Entzifferung des deutschen Nachrichtenverkehrs befasste. Heute ist dort das Nationale Computer-Museum Großbritanniens. Dort wurden laut Bauer damals tausende Mitarbeiter eingesetzt, um die Nachrichten schnellstmöglich zu dechiffrieren. Im Spielfilm „Imitation Game“ wird die Geschichte aufgegriffen.

Eine geniale Erfindung...

Am Ende des einstündigen Vortrags waren sich die Zuhörer einig, dass die Enigma eine geniale Erfindung ist. Nun kam die große Stunde der originalen Enigma, der Höhepunkt des Nachmittags. Walter Herzhauser, der die Enigmas mitgebracht hatte, bat drei Zuhörer mitzumachen und die Enigma zu bedienen. Nach kurzer Einweisung ging es los. Die Worte „Radiomuseum Wertingen“ galt es zu codieren und zu decodieren. Damit alle Besucher mitbekommen, was und wie das funktioniert, wurde anhand einer Webcam die Bedienung der Enigma mittels Beamer auf eine Leinwand übertragen.

Zum Schluss wurde die Original-Enigma und der Nachbau umlagert und Walter Herzhauser musste dazu nochmals Details erklären und vor allem über die Nachbauten der Chiffriermaschine Auskunft geben. Übrigens: In der Münchner Abendzeitung vom Freitag, 25. Januar, steht ein Bericht: „Streit um die Finder der Hitlermühle“ – auch eine Chiffriermaschine, von der nur 500 Stück gebaut wurden.

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