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Gundelfingen

21.06.2017

Einkaufen, wo früher Schafe wohnten

Früher einmal stand an dieser Stelle bei der Oberen Mühle in Gundelfingen ein Schafstall. Nun können Kunden im Neubau im Untergeschoss im „Sonnenladen“ einkaufen. Im Obergeschoss wohnt Inhaberin Elisabeth Lanzinger.
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Früher einmal stand an dieser Stelle bei der Oberen Mühle in Gundelfingen ein Schafstall. Nun können Kunden im Neubau im Untergeschoss im „Sonnenladen“ einkaufen. Im Obergeschoss wohnt Inhaberin Elisabeth Lanzinger.

Elisabeth Lanzinger hat auf dem Gelände der Oberen Mühle in Gundelfingen einen Neubau für ihren Bioladen gewagt. Am Wochenende ist es Teil der Architektouren

Einst tummelten sich hier an diesem Platz die Schafe im Stall. Dann stand das Gebäude lange leer. Und schließlich wagte Elisabeth Lanzinger einen ganz besonderen Neubau. Der alte Schafstall wurde abgerissen, innerhalb von nur acht Monaten entstand an dessen Stelle ein Neubau, der moderne Elemente und traditionelle Materialien wie Holz miteinander vereint. Im Erdgeschoss befindet sich jetzt der Sonnenladen, wo Elisabeth Lanzinger gemeinsam mit ihren acht Mitarbeitern Biolebensmittel verkauft. Im Obergeschoss eine moderne Wohnung, in der die 27-Jährige selbst lebt.

Den Sonnenladen in der Gärtnerstadt hat Elisabeth Lanzinger vor fünf Jahren übernommen. Damals war er in der Innenstadt angesiedelt. Und trotzdem, sagt Lanzinger, relativ versteckt. „Laufkundschaft hatten wir da sowieso kaum. Also war es keine schwere Entscheidung aus der Innenstadt rauszugehen und hier zu bauen.“ Nun, acht Monate nach der Eröffnung, habe sich schon gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war. „Unsere Kunden sind alle glücklich darüber, dass wir hier Parkplätze haben“, sagt die Geschäftsinhaberin. Außerdem ist die Verkaufsfläche nun drei Mal so groß. Das bietet Platz für ein größeres Sortiment. Vergrößert hat sich etwa die Käsetheke, ebenso das Sortiment für Kosmetik und das Tiefkühlangebot. Im Innenbereich ist nun Platz für einen kleinen Cafébereich, in dem sich Besucher am Rande des Donauradwegs süße Teilchen und eine Tasse Kaffee schmecken lassen können.

Das bewusst niedrig angesetzte Fensterband erlaubt im Sitzen den idyllischen Blick nach draußen, wo oft die Pferde auf der Weide grasen. Auch im Außenbereich gibt es mittlerweile Sitzgelegenheiten. Dort nehmen oft Eltern Platz, während ihre Kinder auf dem nahen Spielplatz toben. Die schauen gerne auch mal auf ein Eis vorbei, verrät Elisabeth Lanzinger.

Dass Wohnen und Arbeiten für sie jetzt in einem Haus vereint ist, sieht sie als absoluten Vorteil. Auch wegen der räumlichen Nähe zur Mutter und dem Bruder gleich nebenan. Eine Idee, die sie letztlich aber wieder verworfen hat, war die einer Treppe von dem Verkaufs- in die Privaträume. „Sonst würde ich wahrscheinlich die ganze Zeit hoch und runter gehen.“ So aber sind die beiden Bereiche getrennt. Optisch sind sie von außen aber eine ansprechende Einheit mit hölzernen Schiebeläden und integrierter Loggia, die bewusst an die alte Stadeloptik erinnert und vom Gundelfinger Büro Blatter und Burger umgesetzt wurde. „Wir wollten das Gebäude in seinem Stil erhalten. Und es ist schön, dass wir dafür bisher schon so viele Komplimente bekommen haben“, so die 27-Jährige, die stolz ist, dass das Gebäude Teil der diesjährigen Architektouren durch Bayern ist. Und das einzige im gesamten Landkreis Dillingen.

Doch das Gebäude überzeugt nicht nur von außen, sondern auch durch seine inneren Werte. Passend zum Bioladen ist auch das Energiekonzept – mit Grundwasserwärmepumpe, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Bauteiltemperierung und Wasserkraftnutzung. Der Energieverbrauch liegt laut Architekt Ingo Blatter dadurch um mehr als der Hälfte unter den gesetzlichen Anforderungen.

Besichtigt werden können der Sonnenladen und die Privatwohnung von Elisabeth Lanzinger im Rahmen der Architektouren am Samstag, 24. Juni, um 14 Uhr und am Sonntag, 25. Juni um 10 Uhr in der Oberen Vorstadt 37b beim Gundelfinger Schnellepark. Zusätzlich zur Führung gibt es auch den Fotowettbewerb „Ich sehe was, was Du nicht siehst“, für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren, den die Architektenkammer zum dritten Mal auslobt.

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