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Politik und Wirtschaft

26.02.2015

Einsatz für den Mittelstand

Ortstermin in der Metzgerei Geiger in Bliensbach: (von links) Bürgermeister Willy Lehmeier, Referent Fabian Mehring, Metzgermeister Andreas Geiger, dessen Frau Christine, MdL Johann Häusler, Innungsobermeister Harald Münzinger, Metzgermeister Griener, Metzgermeister Schulz und Metzgermeister Christian Geiger.
Bild: pm

FW-Politiker diskutieren mit Metzgermeistern aus der Region

Metzgermeister Andreas Geiger war es, der sich mit seinen zunehmenden Sorgen im Hinblick auf die politischen Rahmenbedingungen für seine Landmetzgerei im Wertinger Stadtteil Bliensbach jüngst an die politischen Mandatsträger aus der Region gewendet hat (die WZ berichtete).

Offene Türen rannte Geiger damit im Büro des Landtagsabgeordneten Johann Häusler ein, wo man auf vielfältige parlamentarische Initiativen der FW-Landtagfraktion zur Stärkung des regionalen Mittelstands verweisen konnte, deren Umsetzung jedoch laut einer FW-Pressemitteilung allesamt an den Stimmen der CSU-Abgeordneten im Landesparlament gescheitert waren. „Es genügt eben nicht, wenn man in Sonntagsreden für das Handwerk und den Mittelstand spricht und sich werktags in München den Interessen der Großindustrie unterwirft“, hatte Johann Häusler, der mittelstandspolitische Sprecher der FW-Landtagsfraktion, bereits damals geschimpft und kurzerhand angeboten, sich persönlich in Bliensbach ein Bild zu machen.

Häusler kam in Begleitung von Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier und mit seinem Referenten Fabian Mehring. Um den Anliegen seiner Zunft Nachdruck zu verleihen, hatte Geiger einige Metzgermeister aus der Region und den nordschwäbischen Metzgerinnungsobermeister Harald Münzinger eingeladen. Dabei ließ Geiger es sich nicht nehmen, seine Besucher mit einigem Stolz durch seinen Betrieb zu führen, der sich seit jeher auch in die Ausbildung von Metzgern und Verkäuferinnen einbringt.

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Drei Stunden lang die Lage diskutiert

Fast drei Stunden lang diskutierten die Metzgermeister die aktuellen Problemlagen ihrer Arbeitswelt. Dabei standen insbesondere die bürokratischen Hürden im Zuge der Umsetzung des aktuellen Mindestlohngesetzes im Fokus. „Wir zahlen ohnehin alle mehr als den Mindestlohn und werden zum Dank dafür nun mit Dokumentationspflichten und Kontrollen belegt“, so das Argument der Metzger, das bei Häusler nicht auf taube Ohren stieß. Die weit mehr als 100 Millionen, welche die Einstellung von bundesweit 16000 Kontrolleuren nach Schätzung Häuslers alleine in Bayern kosten wird, würde auch der FW-Wirtschaftsexperte im Bayerischen Landtag lieber in die Ausbildung und Meisterförderung im Handwerk investiert sehen.

„Seit wir mit unserem Volksbegehren die Abschaffung der Studiengebühren erfolgreich erzwungen haben, kämpfen wir mit Nachdruck dafür, dass die berufliche Weiterbildung (Meister- und Technikerausbildung) finanziell mit der gleichen staatlichen Unterstützung ausgestattet wird, wie dies im Falle eines Bachelorabschlusses erfolgt. Deshalb haben wir im Bayerischen Landtag beantragt, die Meisterausbildung mit 3000 Euro zu fördern. Dieser Betrag setzt sich aus 2000 Euro Bildungsgutschein für die Meisterausbildung und 1000 Euro Meisterprämie zusammen und entspricht damit in etwa den 3000 Euro an wegfallenden Studiengebühren pro Bachelorabsolvent. Leider fand dieser Vorstoß keine Mehrheit im Parlament“, erklärte Häusler.

Die Metzger kritisierten auch die mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung für ihren Berufsstand und die damit verbundenen Probleme bei der Suche nach Auszubildenden. In diesem Zusammenhang riet Häusler dazu, aktiv in die heimischen Schulen zu gehen und für das Metzgerhandwerk zu werben und bot seine Unterstützung im Rahmen einer regionalen Imagekampagne an.

Perspektiven für Fachkräfte gut eingeschätzt

Im Bayerischen Landtag hat Häusler ferner die Etablierung eines verpflichtenden, schulersetzenden Praktikums von mindestens zwei Unterrichtswochen beantragt, damit künftige Schulabsolventen weiterführender Schulen das Berufs- und Betriebsleben besser kennenlernen können, um die Chancen und Berufsperspektiven der beruflichen Bildung zu erkunden.

Dabei prognostizierte Häusler mit Blick auf die stetig steigende Nachfrage an hoch qualifizierten Fachkräften, dass diese im Wettbewerb zu den Akademikern alsbald in vielfältiger Hinsicht über mindestens gleiche Einkommens- und Aufstiegsperspektiven verfügen werden.

Ein Herzensanliegen der Metzger bestand schließlich auch in einer Neuregelung der Erbschaftssteuer bei Unternehmensübergaben, wofür Häusler seine politische Unterstützung anbot. „Wenn schon die glückliche Situation besteht, dass ein mittelständischer Betrieb über die Generationen einer Familie weitergeführt werden soll, darf das nicht mit einer unverhältnismäßigen finanziellen Belastung einhergehen“, findet Häusler. (pm)

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