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Wassertreten ganz neu in Wertingen

10.08.2016

Endlich wieder Kneippen

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Die Kneippanlage unterhalb des Wertinger Freibades ist wieder geöffnet. Die Mitglieder des Kneippvereins mit (von links) Ute Keis, Zweite Vorsitzende Wally Wipfler und Vorsitzende Monika Pienkny freuen sich über die nun abgeschlossene Renovierung.

Die Stadt hat die Anlage unterhalb des Wertinger Freibades renoviert. Der Kneippverein vertritt die Gesundheitslehre von Pfarrer Sebastian Kneipp mit Überzeugung

Hosen raufgekrempelt und rein ins kalte Wasser, auch wenn die Sonne mal nicht scheint. „Das ist einfach gut für das Wohlfühlgefühl.“ Monika Pienkny, Vorsitzende des Kneippvereins Wertingen, zeigt keine Scheu, auch bei kühleren Temperaturen ins Becken zu steigen. Seit gestern hat die Kneippanlage nach längerer Renovierungszeit wieder geöffnet. 1992 erbaut, war eine Erneuerung dringend notwendig, wie die Kneipp-Damen, die sich hier regelmäßig treffen, berichten.

Unter Regie der Stadt wurden das Pflaster ebenso ausgetauscht wie die Beckenränder, die Grünanlage mit neuem Rasen aufpoliert und ein ebenerdiger Eingang geschaffen, so- dass Behinderte, Senioren und Kinderwagen jetzt leichter Zugang finden. Auch der Parkplatz vor dem Kneippgarten, der unterhalb des Freibades liegt, wurde befestigt und aufgekiest. Der Verein richtete in Eigenarbeit die zugehörige Hütte mit Sitzbänken wieder her, auf denen man sich nach dem erfrischenden Fußbad zum Plausch niederlassen kann.

Monika Pienkny und ihre Kneipp-Damen sind dankbar für die Aktion. Denn die Kneippanlage ist zentraler Punkt der Gesundheitsbewegung, die der Verein nach den Lehren von Sebastian Kneipp vermitteln will. „Wenn du nicht jeden Tag ein bisschen Zeit für deine Gesundheit aufwendest, musst du im Alter sehr viel Zeit für deine Krankheit aufwenden“, zitiert Pienkny den Pfarrer aus Wörishofen, der sich schon als junger Theologiestudent in Dillingen mit Tauchbädern in der eiskalten Donau selbst geheilt hatte. Nach Kneipps Lehre, seiner „Wasserkur“, die 1886 erstmals erschienen ist und in 14 Sprachen übersetzt wurde, ist dem Verein ebenso Vorbild wie sein Bestseller „So sollt ihr leben“, den er 1889 herausgegeben hat. „Wasser, Ernährung, Bewegung, Heilpflanzen und die Lebensordnung sind die Grundpfeiler der Kneipp´schen Lehre“, weiß Monika Pienkny und hat selbst schon ihre Erfahrungen damit gemacht. „Nach einem Kneippbad kann ich garantiert gut schlafen“, erzählt sie. Wichtig erscheinen ihr auch Kneipps Vorschläge für eine „Lebensordnung“. Sie dienten dazu, sich selbst wahrzunehmen, seinen Rhythmus und Ruhe zu finden.

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Auch Wally Wipfler, Zweite Vorsitzende des Vereins, hat Kneipps Grundsätze verinnerlicht. Bewegung in der frischen Luft, innere Ruhe und Anregung für den Kreislauf, findet sie bei der Pflege ihres großen Gartens ebenso wie im Wassertretbecken. Wipfler kann sich noch gut an die Eröffnung des Kneippgartens erinnern. „Das war 1992, die Anlage ist in Eigenleistung mithilfe von Spendengeldern gebaut worden.“ Dem Kneippverein gehört Wipfler von Beginn an, er wurde 1984 gegründet. Seither treffen sich viele der insgesamt 160 Mitglieder regelmäßig zu gemeinsamen Unternehmungen: Jahresausflug, Wanderungen, Stammtisch, Gesundheitsvorträge, Nordic Walking und Gymnastik – zum Teil im Programm der Volkshochschule Zusamtal aufgenommen – gehören zu den Aktivitäten des Vereins. „Leider haben wir keine jungen Mitglieder“, bedauert Wally Wipfler den hohen Altersdurchschnitt im Verein.

Doch wer sich einmal Kneipps Philosophie zu eigen gemacht hat, der kommt davon nicht mehr los. Christa Fischer und ihr Mann Helmut waren im vergangenen Jahr fast täglich zweimal beim Wassertreten. Jetzt freuen sie sich, dass sie sich wieder in der grünen Oase erholen können. „Wir drehen jeden Tag ´ne Runde und kommen anschließend zum Wassertreten hierher.“

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