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Buttenwiesen

21.10.2020

Erwin Müller: Autoliebhaber und betagter Firmenpatriarch

Seinen 90. Geburtstag feiert am heutigen Donnerstag Unternehmer Erwin Müller aus Buttenwiesen. Die Freude am Autofahren hat der Jubilar auch im fortgeschrittenen Alter längst noch nicht verloren.
Bild: EM-Group

Plus Auch im hohen Alter setzt sich Unternehmer Erwin Müller noch ans Steuer und kommt alle zwei bis drei Tage ins Firmenbüro. Wegen Corona fällt eine größere Familienfeier aus.

Ob Tochter Rita Müller-Brenner, Schwiegersohn Josef Wagner oder Sohnemann Erwin Müller jun. – sie alle genießen das Vertrauen eines Menschen, der ihnen einst die Verantwortung für drei verschiedene Unternehmen übertragen hat. Dass alle drei Firmen von Familienmitgliedern geführt werden, darauf ist Erwin Müller sen. besonders stolz. Auch an seinem 90. Geburtstag. am Donnerstag.

Rita Müller-Brenner ist Geschäftsführerin und Chefin des Versandhauses Erwin Müller am Stammsitz in Buttenwiesen, Josef Wagner Geschäftsführer von Buttinette in Wertingen und Erwin Müller jun. Inhaber und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Erwin Müller Group mit Hauptsitz im Wertinger Stadtteil Geratshofen. Was in den einzelnen Firmen läuft, darüber ist der Jubilar trotz seines fortgeschrittenen Alters voll im Bilde. Vor allem über das Geschehen am Standort in Buttenwiesen. „Mein Papa kommt jede Woche zwei- bis dreimal ins Büro und will wissen, wie die Geschäfte laufen“, berichtet Rita Müller-Brenner. Dass sie ihm trotz Corona in den vergangenen Wochen und Monaten gute Zahlen präsentieren konnte, freut natürlich die Geschäftsführerin. Vor allem der Online-Handel, so Müller-Brenner, floriere gut. Der Vater lasse sich die Zahlen nicht nur mündlich übermitteln, er könne sie, wenn er möchte, am PC selbst überprüfen, bescheinigt ihm die Tochter sehr gute Computer-Kenntnisse.

Erwin Müller feiert nur im kleinen Kreis

Bei runden Geburtstagen feierten die Müllers in den vergangenen Jahren meistens im größeren Familienkreis. Vor allem in der dritten Oktober-Woche. Denn neben dem vierfachen Vater, achtfachen Opa und neunfachen Urgroßvater werden in dieser Zeit auch Tochter Rita und Schwiegersohn Josef Wagner jeweils um ein Jahr älter. Doch die großen Feierlichkeiten fallen heuer wegen der Corona-Epidemie aus. „Vor allem für meine Eltern wäre dies zu gefährlich“, verweist Rita Müller-Brenner auf die Ansteckungsgefahr für ältere Leute. Auch Mutter Aurelia gehöre mit 87 Jahren nicht mehr zu den Jüngsten.

Von Corona abriegeln lassen sich die Eltern aber nicht. „Sie gehen oft gemeinsam in den heimischen Wäldern spazieren“, erzählt Rita Müller-Brenner. Noch mehr unterwegs ist der Vater mit dem Auto. Einige wöchentliche Spazierfahrten im Porsche oder Mercedes seien eine kleine Leidenschaft des 90-Jährigen. Um unter die Leute zu kommen, geht Erwin Müller auch kontinuierlich zum Einkaufen. Ihm sei es sehr wichtig, im Ort Leute zu treffen, mit denen er sich austauschen kann, berichtet Müller-Brenner. „Natürlich mit Maske und auf Abstand“, ergänzt die Tochter.

Mit 21 Jahren gründete er sein eigenes Geschäft

Erwin Müller wurde am 22. Oktober 1930 in Unterbechingen geboren. Bereits zwei Jahre später lebte Müller in Lauterbach. An seinem 21. Geburtstag – er war gerade volljährig geworden – gründete er im elterlichen Gemischtwarengeschäft einen Einmannbetrieb im Textilgroßhandel. Der junge Unternehmer hatte in diesen Zeiten viel zu tun. Vor allen Dingen musste er genügend Stoffe und andere Textilmaterialien anschaffen, die er dann an seine Kunden weitergab. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte im Versand und Vertrieb. 69 Jahre nach den Anfängen floriert das Geschäft mit Textilien immer noch. Aus einem Einmannbetrieb ist allerdings längst ein Unternehmen geworden, das mehrere Standbeine hat und zu den größten in der Region zählt. Ohne seine Frau Aurelia, so der Jubilar, wäre aber vieles nicht möglich gewesen. Sie war noch vor der Hochzeit seine erste Mitarbeiterin im damaligen kleinen Laden der Eltern in Lauterbach. Auch als später die Kinder zur Welt kamen, hat Müllers bessere Hälfte ihren Mann unterstützt, wo es nur ging. Nicht nur sein eigenes privates Umfeld ist dem Familienmenschen Erwin Müller enorm wichtig, die Belegschaft im Unternehmen sei für ihn ebenfalls wie eine Familie, eine halt noch viel größere. „Ohne die Mitarbeiter wäre die Firma nicht das, was sie heute ist“, sagte der Autoliebhaber und Firmenpatriarch anlässlich seines 80. Geburtstages. An dieser Aussage hat sich auch zehn Jahre später nichts geändert.

Erwin Müllers Leben wurde im vergangenen Jahrzehnt von zwei traurigen Ereignissen überschattet. Das frühzeitige Ableben seiner Töchter Christa und Petra hat ihn bis ins Mark getroffen. Klar, dass er an seinem runden Geburtstag beide Kinder ganz besonders mit in sein Herz einschließt und hofft, dass ihm solche Schicksalsschläge für den Rest seines Lebens erspart bleiben.

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