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Buttenwiesen

11.05.2015

"Erziehung ist wie ein Marathonlauf"

Bei der Erziehung von Kindern ist Fingerspitzengefühl gefragt. Bei einem Vortrag in Buttenwiesen erhielten Eltern wertvolle Tipps.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Manuele Welsch referiert: Was tun, wenn Eltern willensstarke Kinder aufs Leben vorbereiten sollen

Mit einem Marathonlauf verglich Manuela Welsch die Erziehung willensstarker Kinder. Diese standen im Mittelpunkt ihres Vortrags im Foyer der Riedblickhalle Buttenwiesen, den die Kindergärten der Großgemeinde mithilfe der Raiffeisenbank Unteres Zusamtal organisiert hatten.

„Jedes Kind hat andere Charaktereigenschaften und die sind angeboren“, erklärte die Diplompsychologin aus dem Ulmer Raum, die selbst fünf Kinder hat.

Dass Eltern viel Durchhaltevermögen brauchen, wenn ihr Kind alles infrage stellt, quittierten die über 100 vorwiegend weiblichen Zuhörer mit einem zustimmenden Nicken. Dies lohne sich, weil Persönlichkeiten entstehen, die ein wichtiger Teil der Gesellschaft werden, weil sie sich für ihre Ziele und die Mitmenschen einsetzen. Diese Vision dürfe man nie aus den Augen verlieren.

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Vorausplanung als Erziehungs-Grundlage

Allerdings erklärte Welsch: „Nur wer eine klare Strategie hat, erreicht das Ziel.“ Vorausplanen sei dabei die Grundlage der Erziehung. Beim Einkaufen mit drei Kleinkindern hätte sie beispielsweise ihrer zweiten, inzwischen 24-jährigen Tochter, erklärt, dass sie sich erst alles anschauen solle und dann der Mama sagen, welches eine Teil sie mitnehmen wolle.

Diplompsychologin Manuela Welsch, selbst Mutter von fünf Kindern, erklärte die Grundlagen der Erziehung willensstarker Kinder.
Bild: Brigitte Bunk

Im Alter von ein bis zwei Jahren möchten die Kinder alles machen, was auch die Erwachsenen tun. Bindet man sie spielerisch in kleine Arbeiten ein wie das Decken des Tischs oder das Aufräumen der Spielsachen, wird das selbstverständlich. Lässt man sie nicht, weil es wesentlich länger dauert, als wenn man es alleine macht, oder weil man Angst hat, dass beispielsweise die Brötchen auf dem Boden landen, verlieren sie die Lust. Dann wollen sie auch später nichts mehr davon wissen, wenn man es erwartet.

Machtkampf oder Freiheitsdrang?

Das führt dann wieder zu Machtkämpfen. Allerdings seien diese stets vom Ausleben des notwendigen Freiheitsdrangs zu unterscheiden. Ein ein- bis zweijähriges Kind kann sitzen bleiben, bis die Mahlzeit beendet ist, stellte Welsch ebenso klar wie, dass aggressiven Handlungen gegenüber den Eltern oder Geschwistern ein absolutes Tabu seien. Bei langem lauten Schreien sei eine Auszeit, beispielsweise im Kinderzimmer, eine wirkungsvolle Reaktion.

Dass sich ein Kindergartenkind selbst an- und ausziehen kann, erklärte die Referentin weiter. Bestimmte Alltagstätigkeiten wie das Schmieren eines Butterbrots oder das Putzen des Waschbeckens könne es ebenfalls bewältigen. Diese motorischen Fähigkeiten zu erwerben sei wichtig für die weitere Entwicklung.

Auch wenn es Kraft koste durchzuhalten, sollten die Eltern die Möglichkeit zum Trainieren geben. Erziehen heiße allerdings auch zu wissen, wann man die Geduld verlieren muss.

Werte wie Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft vermitteln

Eine wichtige Trainingszeit für das Mithelfen und das Erlernen wichtiger Werte wie der Ehrlichkeit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Empathie, Dankbarkeit, Respekt und dem Umgang mit den eigenen Gefühlen sei dann das Vor- und Grundschulalter. „Wenn ich auf Geschrei nicht eingehe, lernen sie, die Mama weiß auch, was sie will“, betonte Welsch.

Mit neun Jahren sollten die wichtigsten Regeln gelernt sein. „Lassen Sie Ihr Kind erleben, dass es Konsequenzen hat, wenn Turnbeutel oder Hausaufgaben vergessen werden“, war ein weiterer Hinweis darauf, was notwendig für die Selbstständigkeit des Kindes ist.

Allerdings könne man keinen Marathon schaffen ohne eine begrenzte Pause, stellte Welsch klar. So wären Großeltern oder Freunde, welche die Kinder zwischendurch betreuen, sehr wichtig, um durchhalten zu können.

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