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Bürgerversammlung Geratshofen

09.11.2017

Es tut sich was im Gewerbegebiet

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3 Bilder
Hier geht es vom Laugnakreisel ins Industriegebiet am Kaygraben in Geratshofen. Dort plant die Firma Stärkere Stoffe Wagner KG, die bereits im Gewerbegebiet angesiedelt ist, ein weiteres Projekt.
Bild: Hertha Stauch

Was die Firmen planen. Und wie die Stadt Wertingen das gesellschaftliche Leben in den Ortsteilen unterstützt. Die Vereine sind eine große Stütze

Der Bürgermeister sagte es kurz und prägnant: „Für Wünsche bleibt kaum Geld“. Anschaulich machte Willy Lehmeier in der Bürgerversammlung der Ortsteile Geratshofen, Gottmannshofen und Reatshofen klar, dass die vielen Pflichtaufgaben einer Stadt nur einen geringen finanziellen Spielraum lassen. Im gut besetzten Schützenheim in Geratshofen gab es dennoch durchwegs zufriedene Gesichter. Denn – Gauschützenmeister Hubert Gerblinger hörte es mit Freude – die Stadt unterstützt die erfolgreiche Arbeit der Schützenvereine, die in die Zukunft investieren wollen. Was heißen soll: Für eine Umrüstung der Schießstände in den Ortsteilen auf digitale Technik gibt es pro Schießstand 1000 Euro. Ab dem kommenden Jahr stellt die Stadt dafür die Mittel im Haushalt bereit – drei Jahre lang jeweils 20000 Euro. Zusätzlich greift die Stadt den Geratshofern bei der Sanierung des Schützenheimes mit 26000 Euro unter die Arme.

Ohne neue Techniken sind auch Vereine für den Nachwuchs uninteressant. Das habe ihm der Gauschützenmeister ans Herz gelegt, berichtete Bürgermeister Lehmeier und sprach von der „tollen Arbeit“ der Schützenvereine im Zusamtal: eine erfolgreiche Stadtmeisterschaft vor Kurzem in Hirschbach, Deutsche Meister und eine Landesschützenkönigin.

Hubert Gerblinger bestätigte in der Versammlung am Beispiel Geratshofen selbst, welche gesellschaftliche Rolle die Schützenvereine neben ihrem sportlichen Auftrag in den Ortsteilen spielen. „Die Bude ist rammelvoll“, erzählte er vom jährlichen Kinderfaschingsball im Schützenheim, vom Preisschafkopfen, der Vereinswanderung, dem Maibaumaufstellen oder dem Besuch des Patenvereins.

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Apropos Vereine: Willy Lehmeier ermunterte die Vereine, sich in Wertingen beim Stadtfest oder bei der Schlossweihnacht zu engagieren, die in Kürze ihre Tore öffnen wird. Lehmeier dankte für den ehrenamtlichen Einsatz, darunter auch den Freunden alter Landmaschinen in Reatshofen, den Soldatenvereinen und der Feuerwehr Gottmannshofen, in der sich besonders viele junge Leute engagieren würden. Die Stadt investiere auch in Zukunft in ihre Feuerwehren. So sind für den Haushalt des kommenden Jahres 520000 Euro für die Feuerwehr Hohenreichen vorgesehen – Feuerwehrhaus und Anschaffung eines Fahrzeugs.

In seinem Blick auf die Situation der Stadt ging Lehmeier auf den Schuldenabbau ein: „Tendenz nach unten“. Mit einem Stand von derzeit 11255000 Euro Schulden komme die Stadt aus der Größenordnung von ursprünglich 16 bis 17 Millionen Euro heraus, zeigte er ein positives Bild auf. Auch die Niedrigzinsphase komme der Stadt zugute. Lehmeier nannte wichtige Projekte, die in den nächsten Jahren anstehen:

Nord-Osttangente Eine Entlastung für die viel frequentierte Industriestraße in Wertingen soll es durch den Bau der Nord- Osttangente von der Donauwörther Straße bis zur Industriestraße in Verlängerung bis zur Baumschule Reiter geben. Dies sei für die nächsten Jahre geplant.

Baugebiete Für das Neubaugebiet Geißberg V in Gottmannshofen sollen 2018/19 die Arbeiten beginnen. Das derzeitige Problem sei es, die überlasteten Firmen zu engagieren. „Es ist schwer an Firmen ranzukommen“, berichtete Lehmeier. Im Jahr 2020/21 ist ein weiteres Baugebiet im Marienfeld geplant (WZ berichtete). Mit Gottmannshofen Süd gibt es ein zweites kleines privates Baugebiet im Ortsteil Gottmannshofen – es befindet sich neben dem Autobetrieb Langer. Um die Wohnungsnot zu lindern, habe der Stadtrat in Gottmannshofen baurechtlich die Möglichkeit geschaffen, dass dort jetzt auf bestehende Gebäude aufgestockt werden könne.

Straßenunterhalt Die Stadt investiert derzeit viel in die Sanierung der Mittelschächte – ein „aufwendiges Verfahren“, wie Lehmeier berichtete. Insgesamt müssen 3000 Schächte ausgebessert werden – 70 sind bereits fertiggestellt. Das gesamte Vorhaben kostet 25000 Euro.

Gewerbegebiet Geratshofen Dort hat sich viel getan und tut sich weiterhin viel. Mineralöl Wagner startet im nächsten Frühjahr ein neues Bauvorhaben am Kaygraben, berichtete Lehmeier. Dafür musste das Gebiet bauplanungsrechtlich nochmals überarbeitet werden. Die Firma Heizung/Sanitär Struthmann plant, aus der Industriestraße ins Gewerbegebiet umzusiedeln. Die Firma Erwin Müller hat im Gegenzug das Struthmann-Gebäude an der Industriestraße erworben. Im Gewerbegebiet gibt es jetzt auch eine Betontankstelle, in der Jedermann sich seinen Beton fertig abholen kann. Die Firma Stefan Eisenhofer Transporte expandiert weiter, berichtete Lehmeier. So wurde im Gewerbegebiet ein neues Verwaltungsgebäude gebaut.

Bolzplatz/Dirtpark Auf dem Fußballplatz zwischen Geratshofen und Gottmannshofen soll ein Dirtplatz entstehen. Auch ein Biotop wurde dort angelegt.

Schulen Die energetische Sanierung der Mittelschule dauert an und kostet drei Millionen Euro, wofür der Schulverband 1,9 Millionen aufbringen muss. Die Montessori-Oberschule baut ihren Gestaltungszweig aus. Auch die Parkplatzsituation soll dort entschärft werden.

Wasserversorgung 1,2 Millionen kostet der neue Hochbehälter, der bei Geratshofen entsteht.

Hochwasserschutz Die Stadt hat eine Machbarkeitsstudie für Zusam und Laugna erstellen lassen. Schritt für Schritt folgen nun Planentwürfe, Planfeststellungsverfahren und Realisierung. Ein langer Atem ist für dieses Projekt notwendig, sagte Willy Lehmeier. Jedes Jahr werde die Stadt eine Investitionssumme für das Projekt bereitstellen, das vier Millionen Euro kosten wird – der Freistaat bezahlt die Hälfte.

Straßenbeleuchtung Einen schnellen Service gibt es jetzt, wenn eine Straßenlampe ausgefallen ist. Auf der Seite Familie und Leben der städtischen Homepage ist es möglich, dies zu melden.

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