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Interview

05.02.2015

Es wurde auch viel gestritten

Mit 39 Jahren fehlt noch die Erfahrung.

Im verflixten 13. Jahr seiner Amtszeit zeigt sich Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier locker wie selten zuvor. Welche Ursachen dies hat, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung

Sie sind seit Mai 2014 bereits im 13. Jahr als Bürgermeister in Wertingen tätig. War es bisher ein verflixtes oder ein gutes Jahr?

Ein rundum gutes Jahr. Ich merke, dass die Leute von mir noch nicht die Nase voll haben. Sonst hätten sie mich vor knapp einem Jahr auch gar nicht gewählt. Ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger merken, dass der Bürgermeister im Zusammenspiel mit dem Stadtrat und der Verwaltung einige Aufgaben erledigen konnten. Als ich persönlich das vergangene Jahr ein wenig Revue habe passieren lassen, habe ich festgestellt, dass 2014 in Wertingen einiges los war.

Welche Ereignisse in den 13 Jahren sind Ihnen am nachhaltigsten in Erinnerung?

Ich hatte 2002 einen bescheidenen Start. Die finanziellen Mittel waren damals sehr begrenzt. Als ich zum Bürgermeister gewählt wurde, gab es zwei große Baustellen in Wertingen, die noch nicht fertiggestellte Stadthalle und die Innenstadtsanierung. Wir mussten damals viele Schulden machen. Natürlich muss ich zugeben, dass mir als 39-Jähriger auch die Erfahrung als Bürgermeister fehlte. Jetzt habe ich die notwendige Erfahrung und zum Glück sind die städtischen Kassen auch wieder besser gefüllt.

Wie bezeichnen Sie das Klima im neuen Wertinger Stadtrat, der seit gut neun Monaten im Amt ist, und wie haben sich die neuen Stadtratsmitglieder eingeführt?

Es fällt eigentlich gar nicht auf, dass vier neue Stadträte und zwei neue Ortssprecher dabei sind. Sie alle haben im Gremium keine Berührungsängste. Es herrscht ein moderates Klima, bei dem sehr sachlich diskutiert und beraten wird. Natürlich trägt die finanzielle Situation dazu bei, dass man nicht mehr um jeden einzelnen Euro streiten muss. Ich versuche, ein Bürgermeister mit viel Transparenz zu sein und möchte alle bei den Entscheidungsprozessen mitnehmen.

Mit Karl Hurler ( CSU) und Peter Schneider ( Freie Wähler) sind zwei Schwergewichte der Wertinger Stadtpolitik im vergangenen Jahr ausgeschieden. Fehlt ihre Erfahrung im Stadtrat?

Persönlich vermisse ich beide schon, keine Frage. Mit Dr. Johann Popp, Alfred Schneid (CSU), Ludwig Klingler (Die Grünen), Otto Horntrich (SPD) und Dr. Herbert Nuber (Freie Wähler) sind aber noch genügend Schwergewichte im Stadtrat vertreten. Ich bin froh, dass sie ihr Know how und ihre Erfahrung mit einbringen können. Die neuen Mitglieder im Stadtrat sind dabei, sich einzuarbeiten, was ihnen gut gelingt.

Im Wahlkampf vor einem Jahr ging es unter anderem um den Ausbau der Laugnakreuzung und um die Energiewende (Stichwort Windkrafträder bei Hirschbach). Es ist nun ziemlich ruhig um diese Anliegen geworden. Warum?

Ganz einfach, weil die Themen abgearbeitet sind. Seit endlich der Spatenstich für den Ausbau der Laugnakreuzung erfolgte, läuft diese Baumaßnahme. Allerdings dürfen wir nicht verhehlen, dass es fünf Jahre gedauert hat. Bei diesem Projekt wurde auch viel gestritten, das wissen wir alle. Aber jetzt läuft die Sache, und im Jahr 2016 wird hoffentlich alles fertiggestellt sein. Was die Energiewende anbelangt, so hat sie uns die große Politik einst gegeben und dann wieder genommen. Keiner weiß, wohin die Reise geht. Durch die H10-Regelung beim Windanlagenbau wurde alles, was Kommunen vorbereitet haben, durch unseren Ministerpräsidenten Horst Seehofer zur Makulatur gemacht.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Auf was freut sich der Privatmann Willy Lehmeier 2015 am meisten?

Dass ich dieses Jahr privat keine Baustelle mehr habe. Unser Haus und unsere Wohnung haben wir saniert, die Arbeiten sind Gott sei Dank abgeschlossen. Oft war es im vergangenen Jahr so, dass ich gerade an den Wochenenden einige Male raus aus den Arbeitsklamotten schlüpfen musste, schnell unter die Dusche ging, um mich für einen öffentlichen Termin entsprechend anzuziehen. Nach dem Termin ging es dann oft ruckzuck zurück zur Baustelle, wieder rein für einige Stunden in die schmutzige Arbeitskleidung. Diesen Stress habe ich zum Glück hinter mir.

Interview: Günther Herdin

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