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Schwenningen

16.10.2017

Explosion: Großeinsatz bei Übung in Schwenningen

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Einen Großeinsatz bei einer Altreifenfirma in Schwenningen hatten die Feuerwehren am Samstag zu bewältigen. Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung. Rund 120 Menschen waren dabei im Einsatz.
Bild: ), Simon-Mathias Psader

Bei der Firma „Reifen Draws“ wurde ein dramatisches Szenario inszeniert. 120 Menschen waren dabei im Einsatz, sogar die Berufsfeuerwehr aus Augsburg.

Es ist ein echtes Horrorszenario, das am vergangenen Samstag in Schwenningen geprobt wurde. Wie jeden Tag fährt ein Lastwagen in den Hof der Firma „Reifen Draws“, dem Entsorgungsfachbetrieb für Altreifen in Schwenningen. Doch plötzlich fängt ein Hinterreifen durch eine überhitzte Bremse Feuer. Während der Fahrer des Lastwagens noch versucht, Schlimmeres zu verhindern und den Brand zu löschen, explodiert ein Reifen und trifft den Fahrer am Oberkörper. Als kurze Zeit später der zweite Reifen explodiert, greift das Feuer schon auf die Sortier- und Schretteranlage über, der LKW steht in Vollbrand. Sofort werden die umliegenden Feuerwehren mit dem Einsatzstichwort „B4“ – Großbrand – alarmiert.

Mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht sausen die Freiwilligen Feuerwehren aus Schwenningen, Tapfheim, Unterglauheim, Blindheim, Höchstädt und Gremheim an den Einsatzort. Auch die Berufsfeuerwehr aus Augsburg wird alarmiert, genau wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK), das mit einer Motorradstreife vor Ort ist und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL), die bei solchen Großlagen immer alarmiert wird. „Wir versuchen hier, alles unter einen Hut zu bringen und den Einsatzleiter zu unterstützen“, sagt Stefan Kratzer, der stellvertretende Leiter der UG ÖEL.

Der Einsatzleiter, das ist an diesem Samstagnachmittag Michael Bregel. Auch für ihn ist die Großlage eine echte Herausforderung. „Umso größer der Einsatz ist, desto mehr hängt auch beim Einsatzleiter“, sagt Bregel, der mit einem Funkgerät in der Hand, ständig zwischen dem Wagen der Unterstützungsgruppe, an dem sämtliche Karten und Lagepläne hängen, und dem Einsatzort wechselt. Insgesamt knapp 120 Feuerwehrleute muss der erfahrene Kommandant koordinieren.

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Gemeinsam mit Josef Kesselbaur, der hauptberuflich bei der Berufsfeuerwehr in Augsburg arbeitet und an diesem Nachmittag als Kommandant für die Freiwillige Feuerwehr Gremheim tätig ist, kam ihm die Idee zur Großübung. Denn neben der großen Anzahl an Helfern, die koordiniert werden müssen, bietet die Übung noch einen weiteren Vorteil. Mit einer speziellen Pumpe wird aus einem naheliegenden Teich Wasser gepumpt. Denn das Wasser aus Hydranten und Löschtanks würde bei einer solchen Großlage nicht ausreichen. Also wird unter Anleitung der Berufsfeuerwehr Augsburg, die die Pumpe mitgebracht hat, eine Schlauchstrecke über 800 Meter vom Teich bis zum Einsatzort verlegt. Mit 8000 Litern pro Minute fließt das Wasser schließlich durch die Rohre. Die Feuerwehrleute schnappen sich die Schläuche und marschieren zum fiktiven Brandort. Jedoch darf nur der Atemschutztrupp, der eine spezielle Ausbildung absolviert hat, um an vorderster Front gegen die Flammen zu kämpfen, nah an die Glutherde. Von oben spritzt die Freiwillige Feuerwehr Höchstädt von der Drehleiter.

Besonders wichtig ist es aber auch, die Stoffpuppen, die verletzte Personen darstellen, zu finden und schnellstmöglich zu versorgen. Auch hier spielt die Koordination eine wichtige Rolle. Alle Verletzten werden zu einem Sammelplatz gebracht, der auf der Karte der örtlichen Einsatzleitung vermerkt ist.

Zweieinhalb Stunden wird der Ernstfall an diesem Samstagnachmittag geprobt. Einsatzleiter Bregel zieht nach der Übung ein positives Fazit. Zwar hätte die Schlauchstrecke vom Teich zum Brandort etwas schneller aufgebaut werden können. „Aber ansonsten bin ich durchweg zufrieden“, sagt er. Sollte der Ernstfall eintreten, sind die Schwenninger auf jeden Fall in guten Händen.

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