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Aktionstag

24.03.2009

Fachärzte kämpfen ums nackte Überleben

Der Gesundheitspolitik wollen sie am Dienstag die "rote Karte" zeigen: Viele Gynäkologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Augenärzte, Zahnärzte, Radiologen, Kinderärzte und Internisten schließen für einen Tag lang ihre Praxis.

Wertingen (bäs) - Der Gesundheitspolitik wollen sie am heutigen Dienstag die "rote Karte" zeigen: Viele Gynäkologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Augenärzte, Zahnärzte, Radiologen, Kinderärzte und Internisten schließen für einen Tag lang ihre Praxis. Dr. Ingela Wigand, HNO-Ärztin in Dillingen, maßgeblich an der Organisation der Aktion beteiligt, schätzt, dass sich rund 40 Prozent der Facharztpraxen im Landkreis Dillingen beteiligen und sich damit dem landesweiten Protest, der in einer Großveranstaltung in München gipfelt, anschließen. Auch in Wertingen schließen heute mehrere Fachärzte ihre Praxen. So wie zum Beispiel Dr. Viktor Heimbuch. Der Dermatologe will mit seiner Teilnahme auf die Misere im Gesundheitswesen aufmerksam machen und seine Patienten aufklären.

"Es geht mittlerweile um die nackte Existenz unserer Praxis", sagt er und macht eine Rechnung auf. "Seit Januar bekommen wir nur noch Pauschalen für die Behandlung unserer Patienten. Das sind 16,42 Euro pro Quartal und Patient, egal wie oft er kommt." Damit stehe auch die künftige Versorgung der Patienten auf der Kippe, denn ohne Korrektur der Gesundheitsreform könnte dies bald 30 Prozent der Fachärzte auf dem flachen Land die Existenz kosten.

Dem Kollegen kann der Wertinger Internist Dr. Paul Alexy nur beistimmen. Die Situation der Fachärzte sei äußerst prekär. "Wenn die Reform umgesetzt wird, dann stehe ich sofort vor der Insolvenz."

Alexy bedaure zwar die eintägige Praxisschließung, "aber das ist die einzig wirksame Lösung". Den Schwarzen Peter schiebt er den Bundespolitikern zu. Denn während diese eine bessere Honorierung versprächen, zeige das erste Quartal bereits deutliche Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent. "Die Politik betreibt die Verstaatlichung der Medizin." Dem aus der ehemaligen Tschechoslowakei stammenden Arzt stellen sich da die Haare: "Der Patient wird dann in einem medizinischen Zentrum zu einem Durchlaufposten."

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