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Roggden

21.07.2019

Fehlt etwas im Zusamtal? WZ-Leser antworten beim Sommer im Park

Auch das ist Lebensqualität im Zusamtal: Tausende kamen am Samstag zum Vereinsfest „Sommer im Park“ auf den Mühlenhof nach Roggden. 31 Vereine präsentierten sich im „grünen Wohnzimmer“ der Familie von Zastrow und demonstrierten dabei Zusammenhalt.
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Auch das ist Lebensqualität im Zusamtal: Tausende kamen am Samstag zum Vereinsfest „Sommer im Park“ auf den Mühlenhof nach Roggden. 31 Vereine präsentierten sich im „grünen Wohnzimmer“ der Familie von Zastrow und demonstrierten dabei Zusammenhalt.
Bild: Berthold Veh

Tausende Menschen feiern beim „Sommer im Park“ in Roggden. Mehrere Leser sprechen dabei mit der Wertinger Zeitung, ob die Region Lebensqualität bietet.

Das Ganze ist eine Mischung aus einem zur Ruhe kommen in einer landschaftlichen Idylle und einem Open Air. Und weil das Wetter mitspielt, kommen am Samstag mehrere tausend Menschen zum „Sommer im Park“ auf den Mühlenhof in Roggden. Die Jazztaste-Bigband der Wertinger Stadtkapelle spielt in dieser lauen Sommernacht groß auf, und zuvor haben 31 Vereine aus der Wertinger Region, die bei diesem Spektakel im „grünen Wohnzimmer“ des Mühlenhof-Besitzers Hubertus von Zastrow vereint sind, der Menschenmenge gezeigt, was sie alles im Angebot haben. Mit dabei ist die Wertinger Zeitung, und das nicht nur mit Kinderschminken, das viele Buben und Mädchen in unser Zelt lockt. Am WZ-Stand sprechen Besucher mit uns über die Lebensqualität in der Region. „Lebenswertes Zusamtal?!“, so lautet die Frage. Und Irmgard Geßler aus Geratshofen findet eine klare Antwort. „Ich möchte gar nicht in den Urlaub fahren, weil es bei uns so schön ist“, sagt die Seniorin. Erst vor Kurzem habe sie eine Kräuterwanderung im Donauried bei Wertingen unternommen. Das sei faszinierend gewesen, sagt Geßler. Ihr fehle jedenfalls „gar nichts im Zusamtal, vielleicht aber der Jugend“. Nach dieser kleinen Einschränkung schwärmt die Geratshoferin schon wieder von den Biergärten in Wertingen und der Zusaminsel. „Ich will dahoim a weng a Ruah, und aubends auf a Feschtle“, sagt sie. So gesehen, ist es am Samstag ideal, denn „Sommer im Park“ ist in der Tat ein großes Fest.

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Zweit Wünsche hat eine Hirschbacherin schon

Auch Elisabeth Hillenbrand aus Hirschbach hat den Weg zum WZ-Stand gefunden. Sie beschreibt, dass die Dorfgemeinschaft im Wertinger Stadtteil intakt sei. Sie selbst singt im Landfrauenchor, aber in Hirschbach gebe es auch den Chor „Voce per Dio“, von dem Hillenbrand schwärmt. „Ich fühle mich wohl daheim“, sagt die Zusamtalerin, der auch gepflegte Friedhöfe gefallen, weil sie eine friedliche Ruhe ausstrahlten. Zwei Wünsche habe sie aber schon. Die Staatsstraße von Hohenreichen nach Langenreichen müsse unbedingt saniert werden, zudem brauche es dort einen Radweg. Und auch die Strecke zwischen Hohenreichen und Bliensbach müsse gerichtet werden. Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier zeigt Verständnis. Die Stadt werde im Herbst einen erneuten Anlauf unternehmen, um an den Grund zu kommen, der für die Sanierung der Staatsstraße zwischen Hohenreichen und Langenreichen notwendig ist. „Und auch der Radweg soll kommen“, sagt der Rathauschef.

Tausende von Besuchern haben beim "Sommer im Park" auf dem Mühlenhof in Roggden gefeiert.
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Tausende feiern beim "Sommer im Park"
Bild: Brigitte Bunk, Berthold Veh, Benjamin Reif


Der Wertinger Klaus-Jürgen Aumiller ist hingerissen vom Spektakel Sommer im Park. „Ich finde das cool, dass die Vereine das auf die Beine gestellt haben“, sagt Aumiller, der unter anderem Schatzmeister beim Tennisclub in Frauenstetten ist. Apropos Lebensqualität. Die Zusaminsel sei für ihn mittlerweile „der schönste Platz auf der Welt“. Es sei klasse, dass er durch Geld der Europäischen Union habe verwirklicht werden könnten, sagt Aumiller. Und auch das Radwegenetz in der Region sei ganz außergewöhnlich. „Für die Jungen fehlt aber was“, sagt der Wertinger. Etwa ein McDonalds am Laugnakreisel oder eine Stehkneipe, wo man einfach nur etwas trinken kann. Die Restaurants in der Zusamstadt seien erstklassig, aber Jugendliche wollten wohl auch mal nur einen Kaffee oder ein Getränk bestellen.

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„Für Jüngere fehlt etwas“, sagt eine Bliensbacherin

Laura Gaugler aus Bliensbach bestätigt dies. „Für Jüngere fehlt etwas“, sagt die 21-Jährige. Da gebe es nur die Cocktailbar P2 in Wertingen, Isas Café mache abends schon früh zu. Dennoch: „Natürlich will ich hier im Zusamtal bleiben, mir gefällt es“, sagt Gaugler. Krankenhaus, Gymnasium, Realschule, Hallenbad, Freibad, Kino – alles sei in der Zusamstadt vorhanden. So sieht es auch Zweiter Bürgermeister Johann Bröll. Deshalb haben dem Rieblinger auch die jüngsten Aussagen aus der Bertelsmann-Studie nicht gefallen, dass zwei Drittel der Krankenhäuser geschlossen werden könnten. Komplizierte, planbare Operationen könnten sicherlich in großen Spezialkliniken durchgeführt werden. Aber es gehe hier um die Grundversorgung auf dem Land. Das betont auch Landrat Leo Schrell. „Wir halten an der kommunalen Trägerschaft für die beiden Kreiskliniken Dillingen und Lauingen fest“, sagt Schrell. Denn die wohnortnahe Versorgung sei ein Stück Lebensqualität. Der Landrat kritisiert aber, dass die Aussagen vieler Bundespolitiker, dass die kleinen Krankenhäuser erhalten werden sollen, nur Lippenbekenntnisse seien. „Und dann wird das Budget reduziert“, klagt Schrell.

Wie eine Ex-Hamburgerin die Zusamstadt bewertet

Die Fraktion derer, die im Zusamtal nahezu wunschlos glücklich sind, liegt am WZ-Stand bei annähernd 100 Prozent. „Mir fehlt hier eigentlich nichts“, sagt der Sontheimer Günter Strobl. Melanie Simon aus Roggden sagt: „Hier lässt es sich gut leben, ich wollt nirgendwo anders sein.“ Allerdings müsse der Spielplatz in Roggden erneuert werden, teilt die Mutter mit. Egon Siwi aus Wertingen versichert: „Es ist nirgendwo schöner als im Zusamtal.“ Das könne seine Frau bestätigen, die der Liebe wegen von Hamburg in die Zusamstadt gezogen ist. Wertingen sei ihr in den vergangenen 23 Jahren zur Heimat geworden, teilt Ulrike Siwi mit. Als ihre Kinder klein waren, sei sie froh gewesen, alles vor Ort zu haben. Wertingen biete „viel Lebensqualität“.

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