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Wertingen

16.05.2015

Fliegende Fische zur Schulhoffeier

Der Tanz der fliegenden Fische läutete die Feierlichkeiten rund um den neuen Schulhofplatz ein. Heidrun Glatz hatte wieder eine gelungene Choreografie mit den Schülern erarbeitet (Bild links). Den kirchlichen Segen erteilten Johannes Schuster und Rupert Ostermayer.
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Der Tanz der fliegenden Fische läutete die Feierlichkeiten rund um den neuen Schulhofplatz ein. Heidrun Glatz hatte wieder eine gelungene Choreografie mit den Schülern erarbeitet (Bild links). Den kirchlichen Segen erteilten Johannes Schuster und Rupert Ostermayer.
Bild: Bärbel Schoen

Zur Einweihung des grünen Klassenzimmers an der Anton-Rauch-Realschule in Wertingen kamen  viele Gäste. Es gab ein aus Japan stammendes Ritual.

Fliegende Fische, freudige Luftsprünge und genussvolle Freiheit im Grünen: Das aus Japan stammende Ritual der fliegenden Fische zog sich am Freitagvormittag durch die Feierlichkeiten an der Anton-Rauch-Realschule, wo der neue Schulhof eingeweiht wurde und den geistlichen Segen bekam. In Japan bringen fliegende Fische Glück, deshalb werden sie zum Beispiel zur Geburt eines Kindes im Garten aufgehängt. Das jüngste Kind der Realschule ist das grüne Klassenzimmer, ein Platz mit Sitzecken, Bänken, Nischen und Treppen sowie vielen Bäumen und Sträuchern. Ein Platz, der – im Sinne des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser – ganz ohne Ecken und Kanten auskommt. Ein Platz, der zum Verweilen, Lernen, Toben und Chillen gleichermaßen einlädt.

Das war nicht immer so. „Früher verwandelten sich bei Regen Teile des Hofes in eine Schlammwiese“, berichtete Schulleiter Bernhard Wiesner, der deshalb vor allem das Putzpersonal bedauerte. Dass früher Schüler auf der benachbarten Treppe der evangelischen Kirche und im Hof der Grundschule pausierten oder die Gehwege verstopften, war vielen Anliegern ein Dorn im Auge. Aber wohin sollten Schüler ausweichen bei Matschwetter? Und woher sollte das Geld für eine Neugestaltung des Platzes kommen?

Insgesamt verschlangen die Arbeiten an der neuen „Piazza“ 65000 Euro. Die ursprüngliche Kostenkalkulation von 80000 Euro wurde dabei sogar erheblich unterschritten. Ein Verdienst des Schulentwicklungsteams: Maria Drohner-Liepert, Nicol Gut und Ruth Eser rührten monatelang die Werbetrommel, baten um Spenden bei der heimischen Wirtschaft, suchten Kooperationspartner und verkauften während der Werta sogar Pflastersteine. Am Ende saßen viele Mitstreiter im Boot – ehemalige Schülereltern, der Schulverein, Schüler, Lehrer, Firmen, Gartenbauer, Architekten, Landkreis- und Stadtoberhäupter.

Der Beharrlichkeit der drei Lehrerinnen sei es zu verdanken, dass dieses Schulhofprojekt so zügig umgesetzt werden konnte, so Schulleiter Wiesner. „Beispielgebend“ nannte es Landrat Leo Schrell, der durch die fliegenden Fische zunächst erschreckt worden war, da er neue Kosten befürchtete: „Ich dachte schon, sie wollen jetzt auch einen Fischteich.“ Der Landkreis als Schulaufwandsträger trägt den Löwenanteil der Gestaltungskosten. Zu Recht, wie Schrell in seiner Rede vermerkte: „Für uns steht Bildung ganz oben. Bildung ist aber sehr viel mehr als Unterricht.“ Der Garten sei die beste Schule des Lebens, zitierte Schrell den Dirigenten Bernhard Steiner. Ein passendes Zitat fand auch Bürgermeister Willy Lehmeier, dem die Freude des gelungenen Platzes mit der Aufwertung des Stadtbildes anzusehen war: „Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.“ Wenn er künftig draußen Leute sitzen sehe, werde er davon ausgehen, dass dies alles weise Leute sind. Die tanzenden Fische über dem neuen Schulhof leuchteten gestern noch lange und signalisierten: „Viel Glück“.

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