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Wertingen/Buttenwiesen

25.02.2018

Frauen beten und singen weltweit - auch im Zusamtal

Gemeinsam feiern katholische und evangelische Christen den Weltgebetstag. Den Ablauf haben dieses Mal Frauen aus Surinam vorbereitet. 

Christen feiern zeitgleich – auch in Wertingen und Buttenwiesen. Dieses Jahr haben Frauen aus Surinam den Gottesdienst vorbereitet. Im Mittelpunkt steht die Bewahrung der Schöpfung. Männer sind ebenfalls willkommen.

„Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ lautet das Motto der diesjährigen Veranstaltung zum Weltgebetstag am Freitag, 2. März. In Buttenwiesen wird ab 19 Uhr zum 20. mal in Folge im Bürgersaal (altes Kino) neben dem Rathaus gefeiert. In Wertingen findet der Gottesdienst zur gleichen Zeit statt, diesmal in der evangelischen Bethlehemkirche. Schwerpunkt der Liturgie ist es, für die Bewahrung der Schöpfung zu beten.

Den Ablauf haben in diesem Jahr Frauen aus Surinam vorbereitet. Umgesetzt und präsentiert wird er von den bewährten Vorbereitungsteams. Den musikalischen Rahmen in Buttenwiesen gestaltet die Singgruppe unter der Leitung von Kathrin Binswanger. In Wertingen hat eine zusammengewürfelte Gruppe aus evangelischen und katholischen Christen, die aus Wertingen und den verschiedenen Ortsteilen kommen, die Lieder und Texte vor- und aufbereitet. Die musikalische Leitung hat hier Irmi Keis übernommen. Zur Abrundung werden nach dem Gottesdienst sowohl in Buttenwiesen als auch in Wertingen typische Spezialitäten aus Surinam angeboten. So kann der Abend, zu dem Frauen und Männer gleichermaßen eingeladen sind, in gemütlicher Runde mit der Möglichkeit zum Gespräch ausklingen.

Surinam ist das kleinste Land Südamerikas. Mit seinen rund 540000 Einwohnern ist es ein ethnischer, religiöser und kultureller Schmelztiegel. In der Hauptstadt Paramaribo steht die Synagoge neben einer Moschee. Christliche Kirchen und ein Hindutempel sind nur wenige Häuserblocks entfernt. Die Wurzeln für Surinams vielfältige Bevölkerung liegen in der bewegten Vergangenheit des Landes. Im 17. Jahrhundert brachten erst die Briten, dann die Niederländer Surinam unter ihre Herrschaft. Auf den Plantagen der Kolonialherren schuftete die indigene Bevölkerung und bald auch aus Westafrika verschleppte Frauen und Männer. Ihre Nachkommen stellen heute mit den Maroons und Kreolen die größten Bevölkerungsgruppen. Nach dem Ende der Sklaverei 1863 warben die Niederländer Menschen aus Indien, China und Java als Vertragsarbeiter an. Neben europäischen Einwanderern zog es Menschen aus dem Nahen Osten und den südamerikanischen Nachbarländern nach Surinam.

Diese Vielfalt Surinams findet sich auch im Gottesdienst zum Weltgebetstag 2018 wieder: Frauen unterschiedlicher Ethnien erzählen aus ihrem Alltag. Das traditionell harmonische Zusammenleben in Surinam ist zunehmend gefährdet. Die Wirtschaft des Landes ist extrem abhängig vom Export von Rohstoffen, insbesondere von Gold und Öl. Schwanken die Preise auf dem Weltmarkt, so trifft dies den surinamischen Haushalt empfindlich. Das einst gut ausgebaute Sozialsystem ist mittlerweile kaum noch finanzierbar.

Während der massive Rohstoffabbau die einzigartige Natur Surinams zerstört, fehlt es in Politik und Gesellschaft des erst 1975 unabhängig gewordenen Landes an nachhaltigen Ideen für Alternativen. Dass das Gleichgewicht in Surinams Gesellschaft aus den Fugen gerät, wird besonders für Frauen und Mädchen zum Problem. In den Familien nimmt Gewalt gegen Frauen und Kinder zu.

Mit Hilfe des Weltgebetstags soll in diesem Jahr ganz bewusst ein Blick auf das Land Surinam und speziell die Situation der Frauen dort gelegt werden. (gs/wz)

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