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13.07.2020

Freie Fahrt für vielfältige Wiesenflächen

Das Aufstellen von Verkehrsschildern ist nur eine von vielen Aufgaben des städtischen Betriebshofes. Die Stadtratsfraktion der Grünen informierte sich über die Arbeit des Betriebshofes: (von links) Betriebshofleiter Johannes Deisenhofer, Stadträtin und Umweltreferentin Hertha Stauch, Stadtrat Jonas Ziegler, stellvertretender Betriebshofleiter Reinhard Gribl und Stadtrat Peter Hurler.
Bild: Grüne/Ortsverband

Was der städtische Betriebshof mit artenarmen Rasenflächen in Wertingen macht. Grüne informieren sich vor Ort

Über den Sommer blühen hier Ehrenpreis, Salbei und Heilwurz und locken Insekten an. Im Frühjahr sprießen die im Herbst gesetzten Zwiebelpflanzen wie Traubenhyazinthen oder die Wildtulpe. Etliche städtische Grünstreifen und Beete sind derzeit Teil des „Pilotprojektes naturnahes öffentliches Grün“, das im Landkreis unter anderem in Wertingen erprobt wird. Praktisch umgesetzt wird das Projekt vom städtischen Betriebshof, dessen Leiter Johannes Deisenhofer zusammen mit seinem Vize Reinhard Gribl die neue Umweltreferentin des Stadtrates, Hertha Stauch, und ihre Kollegen von der Grünen-Fraktion, die Stadträte Peter Hurler und Jonas Ziegler, über die Arbeiten informierten. Bei einem Besuch im städtischen Bauhof an der Dillinger Straße überzeugte sich die Grünen-Fraktion vom Sinn und Nutzen des Projekts, das der Naturgartenplaner Reinhard Witt aus Freising im Auftrag des Landkreises betreut.

Artenarmer Rasen soll demnach in vielfältige Wiesenflächen und für Insekten nahrhafte Wildstaudenbeete umgewandelt werden. Durch eine Pflegeumstellung der Standorte auf ein- bis dreimalige jährliche Mahd mit Abräumen des Mähgutes können sich die eingebrachten Arten über Aussaat nach und nach verbreiten. Die Arbeit des städtischen Betriebshofes geht aber weit über diese Aktion hinaus. Deisenhofer und Gribl nutzten die Gelegenheit, die Grünen-Stadträte umfassend über den Betriebshof zu informieren, zumal dieser wichtiger Ansprechpartner für die Umweltreferentin Hertha Stauch sein wird.

Beeindruckt von der gemeinhin unbekannten Größe des Betriebshofes zeigten sich Peter Hurler und Jonas Ziegler. Der städtische Dienstleister mit 23 Beschäftigten wird wie ein eigenständiges, mittelständisches Unternehmen mit eigener Verwaltung geführt. Der Betriebshof unterhält beispielsweise eigene Werkstätten – von der Schreinerei bis zur Kfz-Reparatur.

Freie Fahrt für vielfältige Wiesenflächen

Der Betriebshofleiter gab einen kurzen Überblick über die Art der Einsätze: Straßenreinigung, 160 Papierkörbe im Stadtgebiet leeren, zehn Aschenbecher, Hundetoiletten leeren, Wildkraut entfernen, Straßen- und Kanalarbeiten, Brückenkontrolle, Grünanlagenpflege, Brunnen instand halten, Bäume und Sträucher pflanzen und schneiden, Wasserhausanschlüsse legen, Ruhebänke in gutem Zustand halten, das Freibad herrichten und vieles mehr. Saisonal unterschiedlich, aber ein großes Arbeitsgebiet ist auch der Winterdienst.

Die Stadt spare sich viel Geld durch die Arbeit des Betriebshofes, stellten Jonas Ziegler und Peter Hurler fest. Denn auch viele größere Gewerke werden vom Betriebshof erledigt. So wurde von den Mitarbeitern jüngst eine Brücke in Geratshofen saniert und eine E-Bike-Ladestation mit Trinkbrunnen vor dem Amtsgerichtsgebäude gebaut.

Angesichts der umfangreichen Aufgabengebiete des Betriebshofes muss sich dieser mit einer räumlich bescheidenen Situation zurechtfinden, stellten die Grünen-Stadträte fest. An der Dillinger Straße teilt sich der Betriebshof sein Domizil mit der Feuerwehr. Ein Umzug ins von der Stadt erworbene ehemalige Pohltec-Gebäude an der Donauwörther Straße ist ins Stocken geraten, weil dort die Brandschutz-Frage und die Sanierung des undichten Daches noch geklärt werden muss. Insgesamt sei der Erwerb dieses Gebäudes jedoch ein großer Glücksfall für den Betriebshof, betonte Deisenhofer, da die Halle und das Gelände sehr gute Voraussetzungen für die Lagerung von Material und den Fuhrpark biete.

Ideal wäre laut Deisenhofer der Bau eines Verwaltungsgebäudes neben der Halle. Derzeit muss der Betriebshof mit dem Hin- und Herpendeln zwischen zwei Standorten zurechtkommen. (pm)

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