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Lauingen

18.11.2017

Frust: Barfuß hadert mit Parteifreunden

Der frühere  FDP-Landtagsabgeordnete Georg Barfuß ist nach seiner Niederlage in der Nominierungsversammlung, wie er auf Anfrage unserer Zeitung sagt, „nicht begeistert“.
Bild: Veh (Archivfoto)

Der FDP-Politiker wollte wieder für den Landtag kandidieren. Er unterlag aber in der Nominierungsversammlung.

Die Liberalen haben in diesen Tagen die Lauinger Stadt- und Kreisrätin Claudia Stocker als Direktkandidatin im Stimmkreis Augsburg-Land, Dillingen für die Landtagswahl im Herbst 2018 nominiert (wir berichteten). Was einige Leser verwundert hat: Der frühere Landtagsabgeordnete der Liberalen, Prof. Dr. Georg Barfuß, warf bei der Nominierungsversammlung seinen Hut in den Ring. Dies hatte auch den Dillinger FDP-Kreisvorsitzenden Alois Jäger überrascht. „Damit habe ich nicht zwingend gerechnet“, gibt der Lauinger zu. Er habe von den Ambitionen des früheren Landtagsabgeordneten Barfuß erst kurz vorher gehört. Aber dies sei ein ganz normaler Akt, bei der FDP dürfe sich jeder bewerben. Barfuß und Stocker seien „zwei politische Schwergewichte“, sagt Jäger. Es habe vor der Abstimmung bei der Nominierungsversammlung keine Empfehlung des Vorstands gegeben. Claudia Stocker setzte sich schließlich, wie berichtet, knapp mit 18:14 Stimmen gegen Barfuß durch.

Der frühere Lauinger Bürgermeister, der nach seiner Abwahl 2004 von der CSU zur FDP wechselte, ist nach der Niederlage bei der Abstimmung, wie er auf Anfrage unserer Zeitung sagt, „nicht begeistert“. Der heute 73-Jährige, der von 2008 bis 2013 für die Liberalen im Bayerischen Landtag saß und nicht unbedingt zu großer Bescheidenheit neigt, sagt: „Ich wäre definitiv der bessere Kandidat gewesen.“ Er sei überzeugt, dass er „mehr Stimmen geholt hätte, als Claudia Stocker jemals bekommen wird“. Als FDPler werde man über die Liste in den Landtag gewählt. Um dort Stimmen zu bekommen, müsse man in Schwaben bekannt sein, argumentiert der Lauinger. Und da habe er eindeutig Vorteile. Das Alter sei ebenfalls kein Argument gegen ihn. Wolfgang Schäuble sei 75 und jetzt zum Präsidenten des Bundestags gewählt worden.

Der Frust über den Ausgang bei der Nominierung klingt bei Barfuß deutlich durch. Auch wenn er sagt, dass die Sache für ihn „nach drei Minuten“ abgehakt gewesen sei. „Dankbarkeit gibt es in der Politik nicht“, stellt der 73-Jährige fest. Er habe sich jetzt entschieden, 2020 nicht mehr für den Kreistag zu kandidieren. Außerdem will der Liberale künftig dem Gundelfinger, und nicht mehr dem Lauinger FDP-Ortsverband angehören.

Viel wichtiger seien nun seine gesundheitlichen Fortschritte. Georg Barfuß, der gegenwärtig noch auf den Rollstuhl angewiesen ist, erkrankte im Februar 2015 am Guillain-Barré-Syndrom. Seitdem kämpft sich der 73-Jährige, der anfangs nicht einmal mehr selbstständig atmen konnte, zurück ins Leben. „Inzwischen kann ich mich 475 Meter auf dem Laufband bewegen“, informiert Barfuß. Sein großes Ziel sei es, wieder selbstständig gehen zu können. Archivfoto: Veh

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