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Biathlon

26.11.2016

Für Marina geht’s endlich in den Schnee

Mit Jugend-WM-Gold und -Bronze dekoriert: Marina Sauter in der vergangenen Saison. Aktuell bereitet sich die Bächinger Biathletin auf den Start in den neuen Winter vor.
Bild: Karl Aumiller

Die Vorbereitung der Jugendweltmeisterin Marina Sauter auf die neue Saison verlief nicht problemlos. Verletzungen warfen sie immer wieder zurück. Dennoch ist die Bächingerin vor dem ersten Start optimistisch.

Oft ist Marina Sauter momentan nicht in Bächingen. Doch am Wochenende war sie mal wieder in der Heimat. Um ein paar Tage mit der Familie zu verbringen und aufzutanken. Der Sport blieb aber natürlich trotzdem nicht außen vor. Gemeinsam mit ihrem Vater Willi wurden da die Ski gewachst. Denn nach unzähligen Kilometern auf den Skirollern, mit dem Rad oder auf der Joggingstrecke ging es für die Biathletin, die seit August einen Platz im Zoll Ski Team hat, diese Woche zum Lehrgang des C-Kaders nach Obertilliach/Südtirol. In den Schnee. Schon im Schwarzwald hat die 19-Jährige gemeinsam mit ihren Kollegen ein paar Tage vorher auf Schnee trainiert. Die Bedingungen waren nicht optimal. Trotzdem war es wieder etwas ganz Besonderes für Marina Sauter, in ihrem Element zu sein. „Dem ersten Training auf Schnee fiebert man schon immer entgegen“, sagt sie.

Zu Beginn geht es dann immer darum, wieder ein Gefühl für den Schnee zu bekommen. Schließlich ist es schon ein Unterschied, ob man mit Skirollern auf der Straße oder mit Langlaufski auf der Loipe unterwegs ist. „Das ist ein komplett anderes Gefühl. Deswegen schaut man zu Anfang stark auf die Technik und geht das Training erst einmal langsam an, sonst wird der Stil schlampig“, erklärt die Sportlerin.

Mit der Vorbereitung unzufrieden

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Mit ihrer Vorbereitung auf die neue Saison ist die Bächingerin, die nach dem Abitur am Sportinternat weiterhin in Furtwangen lebt und trainiert, nicht ganz zufrieden. Lange hatte sie Schmerzen, nachdem sie im Mai beim Trainingslager in der Toskana vom Fahrrad gestürzt war. Schweren Herzens musste sie deshalb auch die Deutschen Meisterschaften im Herbst absagen. „Das war im ersten Moment schon hart, war aber die beste Entscheidung. Es hätte keinen Sinn gemacht, da unter Schmerzen sechs Rennen in zwei Wochen zu laufen.“ Gerade als es wieder bergauf ging, stürzte Marina Sauter dann mit den Skirollern noch einmal. Wieder auf die bereits lädierte Hand. Die Folge war eine tiefe Wunde, die nur langsam heilte. Mittlerweile, sagt die 19-Jährige, sei sie im Training aber die meiste Zeit schmerzfrei.

Trotzdem habe sie die Sache in der Vorbereitung zurückgeworfen. „Ich konnte vieles nicht so umsetzen, wie ich wollte, und merke, dass ich momentan noch etwa einen Monat hinterher bin.“ Dennoch ist die Biathletin optimistisch. „Ich denke, dass ich das im Laufe des Winters schon hinkriege.“ Auch, weil sie tendenziell eher zu denjenigen gehört, die später in der Saison ihre besten Leistungen bringt. Und weil bis zu den ersten wichtigen Rennen noch Zeit ist. Die Qualifikation für die Europameisterschaften ist im Januar, die Europameisterschaften selbst sind dann im Februar. Und dann sind da noch die Junioren-Weltmeisterschaften in Russland. Die besten fünf von der Europameisterschaft dürfen mit.

Erstes Ziel: Die EM-Qualifikation

Der erste Fokus der Jugendweltmeisterin liegt erst einmal auf der Qualifikation für die Europameisterschaften. Natürlich wäre sie auch gerne bei den Weltmeisterschaften mit am Start. „Aber das wird dieses Jahr schon sehr schwierig.“ Denn in dieser Saison startet Marina Sauter in einem Doppeljahrgang und muss sich mit älteren Athletinnen messen. Außerdem gibt es, weil die WM weit weg in Russland stattfindet, nicht so viele Startplätze. Für Marina Sauter ist das Wichtigste aber, gute Ergebnisse für sich zu bringen. Voranzukommen. Trotz der holprigen Vorbereitung.

Dafür trainiert sie zwei Mal am Tag, vormittags und nachmittags, insgesamt etwa fünf Stunden. Die Umfänge haben sich in diesem Winter, im Vergleich zum Vorjahr, als sie noch im Sportinternat war, stark gesteigert. „Man kommt da schon rein und gewöhnt sich dran“, sagt die Skijägerin. Aber sie gesteht auch, dass es durchaus Abende gibt, an denen sie nach ein bisschen Gymnastik und Physiotherapie nur noch zwei Dinge will – ihr Sofa und ihre Ruhe. Die Loipe und der Schießstand – das ist jetzt der Arbeitsplatz von Marina Sauter. Ein Arbeitsplatz, den sie trotz aller Strapazen gegen keinen anderen eintauschen möchte.

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