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23.06.2009

Große Aufmerksamkeit für Söders kleine Seitenhiebe

Unterthürheim Für den Vorsitzenden der CSU im Landkreis Dillingen, den Landtagsabgeordneten Georg Winter, war der 21. Juni ein ganz besonderer Tag. Gleich zwei Minister aus dem bayerischen Kabinett konnte er zum Sommeranfang in die Region locken. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner weihte am Vormittag eine neue Siloanlage in Holzheim ein (wir berichteten), Umwelt- und Gesundheitsminister Dr. Markus Söder sprach am Abend beim Musikfest in Unterthürheim.

Das Festzelt ist um 19 Uhr gut gefüllt. Doch noch müssen sich die zahlreichen Besucher 45 Minuten gedulden, ehe der prominente Gast erscheint. Die Zusamtaler Musikanten sorgen mit schmissiger Polka- und Marschmusik für kurze Weile. Ein Transparent mit der Aufschrift "Gott schütze dieses Land - vor so viel Unverstand, Rettingen - kein Überschwemmungsgebiet" am Eingang des Zeltes sorgt für besondere Aufmerksamkeit. Die Interessengemeinschaft zum Schutz des Grundeigentums Rettingen und Schwaighöfe ist mit 40 Personen angereist. Die "Protestler" werden von der Blaskapelle mit einem Marsch ins Zelt gespielt.

Das gleiche Szenario folgt kurz darauf ein zweites Mal. Nachdem Markus Söder endlich eingetroffen ist, nehmen ihn zwei Festdamen in den Arm und begleiten ihn auf die Bühne. Das Publikum klatscht zu den Klängen des Defiliermarsches. CSU-Ortsvorsitzender und 2. Bürgermeister Christian Knapp freut sich bei der Begrüßung, dass der Minister auf Franken den Weg ins Schwäbische gefunden hat. Er lobt Söder, weil er den Slogan der Partei "Näher am Menschen" durch sein Erscheinen demonstriere. Vize-Landrat Alfred Schneid bezeichnet den Minister und Fußballfan des 1. FC Nürnberg als einen "Aufsteiger des Jahres", Bürgermeister und Schirmherr Norbert Beutmüller weist Söder auf die besonderen Anstrengungen der Gemeinde Buttenwiesen in Sachen Wertschöpfung hin und meint natürlich die Aktivitäten der Kommune und Bürger in der Energiepolitik.

"Jetzt bin ich aber gespannt, was er zu sagen hat", kann es CSU-Mitglied Helmut Kehl sen. kaum noch erwarten, bis Söder kurz nach 20 Uhr loslegt. Es ist nicht wenig, was dann folgt. Der rhetorisch sehr gewandte Minister streift viele Themen. Natürlich auch die allgemeine Finanz- und Wirtschaftskrise. Trotz aller Rettungsmaßnahmen, welche durch die Regierungen getroffen wurden, werde der kommende Winter schwieriger werden als viele erwarten. Söder: "Da kommen dann erst die richtigen Herausforderungen."

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Natürlich dürfen in einem Bierzelt auch deftige Sprüche nicht fehlen. Bei einem Plädoyer für die Kernenergie wird' s besonders lustig: "Selbst wenn wir irgendwann alle eine Solarzelle auf dem Kopf tragen, werden wir es ohne Atomkraft nicht schaffen", versichert der Minister. Norbert Beutmüller hat an diesem Abend nicht einmal einen Hut auf, doch auf den Deckel gibt es dennoch was vom Minister. In Anspielung auf Beutmüllers Zugehörigkeit zu den Freien Wählern, meint Söder: "Wenn ich in die Runde schaue, sehe ich viele von uns. Schade, dass Sie nicht dabei sind".

Einen kleinen Seitenhieb gibt es auch für Claudia Roth. Als ihm die Bundesvorsitzende der Grünen vor Kurzem eine falsche Migrationspolitik der CSU vorgehalten habe und sagte, man solle in Bayern neben christlichen Feiertagen auch islamische einführen, war er, Söder, bedient. "Allein aus diesem Grund sind die Grünen kein Koalitionspartner für uns". Die Besucher hören hier besonders aufmerksam zu.

Apropos Koalitionspartner: In München habe man derzeit einen guten, in Berlin sei das alles etwas schwieriger. Natürlich ließ in Unterthürheim auch der Bundestagswahlkampf grüßen.

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