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Buttenwiesen

12.07.2018

Große Bühne für Bayerns Jung-Akteure

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Junge Theaterspieler aus ganz Bayern tauschen sich von Freitag bis Sonntag in Buttenwiesen aus. Eine erfolgreiche Theaterszene gibt es mit dem Musikalprojekt 86 auch im Zusamtal. Unser Foto stammt von der Krabat-Aufführung aus dem Jahr 2015 in der Stehlesmühle in Vorderried.

Im Zusamtal wird drei Tage lang ordentlich Theater gemacht – allerdings ohne Publikum. Dem Gastgeber „Musicalprojekt 86“ kommt dabei eine besondere Rolle zu.

In Buttenwiesen steht am kommenden Wochenende ein freudiges Ereignis an. Nein, nicht etwa die Geburt eines kleinen Zusamtalers. Und ganz Bayern liegt auch nicht der Kommune zu Füßen, sondern steht vielmehr auf deren berühmten Brettern, die die Welt bedeuten: Ab Freitag findet hier nämlich das 26. Bayerische Jugendtheatertreffen statt. Mehr als 70 junge Akteure aus dem Freistaat blicken drei Tage lang im unteren Zusamtal hinter die Kulissen.

Als Veranstalter betritt der Verband der Bayerischen Amateurtheater die Bühne, der sich nach eigenem Bekunden eine Hebung des Spielniveaus und die Pflege bayerischen Kulturgutes auf seine Fahnen geschrieben hat und dabei insbesondere auf den Erhalt der bayerischen Dialekte und Traditionen achtet. Der Organisation zur Förderung des Schauspiels mit Gründungsjahr 1923 und heutigem Sitz in München gehören knapp 700 Theatervereine an. Tendenz steigend. Die jährlichen Landesbegegnungen wie nun in Buttenwiesen, heißt es, sollen dazu beitragen, den kulturellen Stellenwert und das Selbstverständnis des Amateurtheaters in Bayern einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen.

Wer wäre für diese notwendige PR besser geeignet als das Aushängeschild dieser Branche im Zusamtal, der 120 Mitglieder starke Verein „Musicalprojekt 86“? Die Zahl steht übrigens nicht für das Gründungsjahr des vor rund einem Jahrzehnt gebildeten Zusammenschlusses von Freunden der Darstellung und Musik. Vielmehr bilden die beiden Ziffern den Beginn der Postleitzahlen etlicher Gemeinden im Norden von Augsburg mit Gleichgesinnten. Die engagierten Männer und Frauen um den ersten Vorsitzenden, Spielleiter und Theaterpädagogen Johannes Baur legten bei ihrem künstlerischen Wirken von Anfang an ein hohes Tempo an den Tag und verstehen es, jede Aufführungsstätte im unteren Zusamtal gewissermaßen spielend zu füllen. Apropos: Das Zusammenbringen von Gesang, Musik, Schauspiel, Ton und Licht habe es der Gruppe angetan, wie der 54-jährige Gemeindereferent und vierfache Vater Johannes Baur sieht. „Wir sehen darin eine ideale Möglichkeit, in der heutigen Zeit Glaubensinhalte einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen.“

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Das geschieht in Form eines ganzen Ensembles von Akteuren zwischen 9 und 75 Jahren und präsentiert sich aufgeteilt in Chor, Schauspielgruppe, Jugendtheatergruppe und Band. Zuletzt machten sie mit dem Musical Rut über die Grenzen der Region hinaus von sich reden. Bereits die Krabat-Performance hatte beim Publikum eingeschlagen. Kein Wunder, dass Gemeinderat und Kulturreferent Manfred Hartl die Wahl von Buttenwiesen als Austragungsort der bayernweiten Jugendtheatertage als „gut und angemessen gewählt“ hält. Kein Wunder, dass auch Spielleiter Johannes Baur darüber stolz ist und sich als ein aus der Landeshauptstadt stammender Bayer am Wochenende wie ein „Münchner im Himmel“ fühlen dürfte. Sein Organisationsteam besteht aus acht Mitgliedern. Während der Name der Veranstaltung eher nach gemächlichem Gedankenaustausch klingt, wird bei dem Termin zwischen Freitagabend und Sonntagnachmittag von den 14 bis 28 Jahre alten Gästen ein wahres Theater veranstaltet.

Im wortwörtlichen Sinn. In drei sogenannten Workshops können sie ihre spielerischen Fähigkeiten ausbauen. So etwa beim „Rituellen Spiel“ unter dem Leiter des „Jungen Theaters“ am renommierten Scharoun-Haus in Wolfsburg, Bernd Upadek. Dabei sollen quasi auf spielerische Weise ausdrucksstarke, bildhafte Szenen eingeübt werden, wie sie mit einer konventionellen Regiearbeit kaum zu erreichen sind. Der bekannte Schauspieler, Regisseur und Sprecher Gerhard Fehn will Kabarett als eine eigenständige Gattung präsentieren und dabei auf Pointensicherheit, Improvisation, mimische Mittel, Spielwitz und Spaß an der Provokation achten. Profi-Kollegin Cécile Kott geht der Frage nach, wie man seine Rolle zum Leben erwecken kann. Unter anderem will man dabei mit Übungen, Text- und gemeinsamer Regiearbeit den Rollencharakter der einzelnen Figuren entdecken und aus verschiedenen Blickwinkeln erforschen. Die Rolle des Besuchers bei den Bayerischen Jugendtheatertagen in Buttenwiesen steht allerdings schon vor dem Termin fest: Das sonst heiß herbeigesehnte Publikum bleibt außen vor.

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