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Stadtkapelle

01.02.2018

Große Ehre für Wertinger Bläser

Die Bläserphilharmonie Wertingen unter der Leitung von Tobias Schmid (rechts) begeisterte das Fachpublikum beim Galakonzert im Rahmen des internationalen Blasmusikkongresses in Neu-Ulm.

Bläserphilharmonie glänzt vor Fachpublikum in Neu-Ulm. Vorbereitungen für ein Festival in Riva

Eine besondere Ehre ist der Bläserphilharmonie Wertingen zu Beginn des neuen Jahres widerfahren: die Wertinger Musiker und ihr Dirigent Tobias Schmid waren eines von sieben Blasorchestern, drei davon aus dem Ausland, welches eingeladen wurde, am Experiment „Erster internationaler Blasmusikkongress“ in Neu–Ulm teilzunehmen und für ein anspruchsvolles Rahmenprogramm zu sorgen. Als einziges deutsches Laienblasorchester bestand die Bläserphilharmonie neben Auswahl- oder Berufsorchestern und überzeugte mit ihrem knapp zweistündigen Vortrag mit Werken, hauptsächlich aus der Literatur der Höchststufe.

Während tagsüber Vorträge und Workshops stattfanden, wurden als Rahmenprogramm hochkarätige Konzerte angeboten. Für die Bläserphilharmonie war dieses Konzert ein großer Ansporn, fand es doch vor Fachpublikum, bestehend aus Gleichgesinnten, die sich für Blasmusik begeistern und Instrumentenbauern oder Verlegern, statt. Entsprechend spielfreudig und motiviert startete die Bläserphilharmonie mit einer schwungvollen und tänzerischen „Jazz Suite“ von Dimitri Schostakovich. Die fünf Sätze bestachen mit ihren verschiedenen Klangfarben in Kombination mit Akkordeon oder virtuosen Holzbläserkaskaden und natürlich dem Second Waltz, dem wahrscheinlich bekanntesten Satz aus der Suite.

Die Wertinger nutzten die Gelegenheit, um im Hinblick auf ihre Teilnahme beim „Flicorno d’Oro“ in Riva ihr Selbstwahl- und Pflichtstück im Vorfeld schon in einer Konzertfassung auf die Bühne zu bringen. Für die „Categoria Eccellenca“ fiel die Wahl auf „Dance Movements“ von Philip Sparke, welches von einem Blasorchester die Präzision eines Uhrwerks abverlangt und gleichzeitig viel Raum für Spielfreude, Kraft, Virtuosität und Klangspiel lässt.

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Eben diese Begeisterung und Motivation war beim schnellen Wechsel vom Tutti zum Solo, immer in ein rhythmisches Ineinander eingebettet, zu hören.

Dem Holzbläsersatz, der an irische Folklore erinnert, folgte nahtlos ein lyrischer heikler Blechbläserzauber, ehe die starken Percussionisten alle Register zogen und die Bläser bis zum fulminanten Finale antrieben.

Als Pflichtstück beim Wettbewerb in Riva steht das Werk „Pictures from Zagorje“ von Davor Bobic an. Aus dem dreisätzigen Werk hörte das Publikum im Edwin Scharff Haus den dritten Satz „Zagorje Wedding“, eine Homage an die Bewohner des kroatischen Städtchens, in dem gern gefeiert wird. Die Interpretation des recht spröden und eigenwillig instrumentierten Werks lässt sehr viel Spielraum, dementsprechend überzeugt präsentierte Tobias Schmid seine Idee und riss seine Musiker zu einer begeisternden Leistung hin.

Die Tatsache, dass man zeitgenössische Musik interpretieren darf und dass der Komponist anwesend ist und erwartungsvoll im Publikum sitzt, ist eine reizvolle und spannende Aufgabe. Der Komponist Hubert Hoche konnte Tobias Schmid für ein groß angelegtes dramatisches Werk gewinnen. Nach der Uraufführung durch das Polizeiorchester war es das zweite Mal für den Komponisten, dass er einer neuen Fassung lauschen durfte. Die Entwicklung eines Menschen durch die verschiedenen Lebensabschnitte, von der Geburt bis zum Tod, vom Werden über das Wachsen bis zum Vergehen, das sind die elementaren Themen seines Werks „Mystikum“. Für das Konzert hat sich Tobias Schmid das erste von sieben Bildern ausgesucht und mit einer detailverliebten Fassung den Komponisten begeistert.

Nach der kammermusikalisch und fein musizierten Komposition „Abendmond“ von Thiemo Kraas läuteten die 55 Musikerinnen und Musiker aus der Stadtkapelle Wertingen mit den Werken „Godspeed“ und „Lexicon of the Gods“ das grandiose Finale des Galakonzerts ein.

Nach der Zugabe „Apollo Marsch“ von Anton Bruckner ging eine beeindruckende erste Konzerthälfte zu Ende, ehe ein spanisches Orchester auf der Bühne Platz nahm und die zweite Konzerthälfte mit katalanischer Musik auf sympathische und inspirierende Weise gestaltete.

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