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Einzelhandel

09.06.2018

Große Veränderungen bei Erwin Müller

Zum Traditionsgeschäft Erwin Müller in Buttenwiesen mit der Kinderabteilung Baby Butt kommen Kunden aus dem Landkreis Dillingen, aber auch aus dem Großraum Augsburg. Einen Kinderwagen oder Hochstuhl wird man hier in Zukunft allerdings nicht mehr kaufen können. Das Unternehmen setzt auf personalisierte Geschenke.

In dem Traditionsgeschäft wird kräftig umgeplant. „Baby Butt“ trennt sich vom Handel mit Kinderwagen und anderer „Hartware“. Der Einkauf soll persönlicher werden

Buttenwiesen Große Veränderungen stehen bei Erwin Müller in Buttenwiesen an. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt die Filialleiterin und Enkelin des Firmengründers, Marion Schweitzer, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Entscheidung lautet: Das Fachgeschäft in Buttenwiesen stellt sein Sortiment um. Die „Hartware“ bei Baby Butt verschwindet derzeit: Kinderwagen, Laufställe, Babyschalen, Autositze, Kindermöbel sowie das Badezubehör, Trinkflaschen, Babyphones und Schnuller. Fast alles wird derzeit schon vergünstigt angeboten.

Diese Bereiche seien sehr „beratungsintensiv“, sagt Schweitzer. Wie viele andere Geschäfte habe man auch bei Baby Butt die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass diese kostenlose Beratung ausgenutzt wurde. „Die Leute haben sich beraten lassen und haben dann im Internet gekauft“, sagt Schweitzer. Doch „zugemacht“ werde nichts, und Arbeitsplätze gehen ebenso wenig verloren, sagt die Filialleiterin Schweitzer. Man strukturiere um.

An Stelle des Geschäfts mit Kinderwagen und Hochstühlen will man sich bei Erwin Müller stärker auf das Textilgeschäft und Produkt-Personalisierung konzentrieren. Dabei soll ein neuer „Sublimationsdrucker“ helfen. Mit einem solchen Drucker wird es möglich sein, Badetücher, Fußmatten und etliche andere Textilprodukte zu bedrucken. Wer möchte, kann etwa seiner Mutter ein Duschtuch mit dem Spruch „Mama ist die Beste“ oder eine Fußmatte mit dem Konterfei von Mozart schenken. Der Fokus im Geschäftsmodell verschiebt sich in Richtung des hochgradig individualisierten Einkaufs. „Solche Dinge verschenken wir ja auch selbst gerne“, sagt die Marketingverantwortliche Katharina Rauwolf.

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Doch wann die Kunden wirklich ihre Wünsche im unteren Geschoss des Verkaufsgebäudes in Buttenwiesen äußern und das Geschenk gleich mit nach Hause nehmen dürfen, steht noch nicht fest. Auf einen allzu genauen Zeitplan will sich Marion Schweitzer nicht festlegen. „Dieser Einbau ist aufwendig“, sagt sie. Ein solcher Sublimationsdrucker produziere vergleichsweise viel Wärme, sowie einen deutlichen Geruch. Die Kunden sollen davon freilich nichts mitbekommen und nicht in ihrem Einkaufserlebnis gestört werden – die Produktion solle man aber durch eine Glasscheibe beobachten können. Derzeit gibt es im Geschäft schon eine Maschine, mit der individuelle Stickereien auf Textilprodukte aufgetragen werden können – in deren Nähe soll dann auch der Sublimationsdrucker installiert werden. Angepeilt ist die Inbetriebnahme des Geräts im Oktober.

Die Stickmaschine komme sehr gut bei den Kunden an, sagt Schweitzer. Deshalb will das Unternehmen auch im Servicebereich ausbauen, im Untergeschoss sollen die Aufenthaltsmöglichkeiten erweitert werden. Die Arbeitskraft, die durch den Wegfall der Beratungsarbeit in der Kinderabteilung frei wird, soll zu einem großen Teil in diesen Servicebereich fließen. „Jeder Kunde soll so viel Beratung bekommen, wie er braucht“, sagt die Enkelin des Firmengründers Erwin Müller.

Räumlich wird es in dem bekannten Verkaufsgebäude eine neue Aufteilung geben. Die obere Etage wird für „Homewear“ zur Verfügung gestellt. Unter dem Werbeanglizismus kann man sich alles vorstellen, was man zu Hause am Körper trägt: Unterwäsche, Nachtwäsche, bequeme Hosen. In Sachen Baby- und Kindermode sowie Badehosen für die Kleinen wird das Sortiment nicht verkleinert, sagt Schweitzer. Im Erdgeschoss, wo derzeit etwa noch die Unterwäsche für Erwachsene ausgestellt wird, entsteht einiges an Platz. Diesen will das Unternehmen für den Ausbau des bisherigen Sortiments nutzen. Die Eigenmarke „Gepolana“ bekommt einen eigenen Bereich, in dem unter anderem Porzellan und Besteck angeboten wird. Und die immer stärker nachgefragten Fußmatten fristen derzeit nur ein Nischendasein in einem einzigen Verkaufsständer. „Dieses Angebot werden wir größer präsentieren“, sagt die Filialleiterin.

Wichtig ist der Enkelin des Firmengründers außerdem, dass jeder Kunde weiterhin auf den versprochenen Service für ihre Produkte zugreifen könne. Dafür werden laut Schweitzer Kinderwagen und Kindersitze für den Verleih vorrätig gehalten.

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