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08.02.2015

Gundremmingen präsentiert sich als Top-Standort

So sehen die Pläne für ein Musterkraftwerk aus. Unten ist ein Gasturbinenkraftwerk eingezeichnet. Oben ist ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk vorgesehen, das zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Grundstück der RWE gebaut werden könnte.

Derzeit wäre eine Anlage beim Kernkraftwerk unwirtschaftlich. Wenn sich das ändert, will RWE loslegen

Eines ist dem Projektleiter der RWE Generation bei der Präsentation der Pläne für ein Gaskraftwerk in Gundremmingen ein besonderes Anliegen: „Wir werden nicht bauen, wenn wir draufzahlen“, sagt Wolfgang Schlagbaum vor etwa 60 Hörern im Gundremminger Kulturzentrum. Unter den gegenwärtigen politischen Rahmenbedingungen rechne sich die Investition für den Energiekonzern nicht.

Schlagbaum nennt als Beispiel das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk von RWE in Lingen, das etwa 500 Millionen Euro gekostet hat. Im Sommer 2014 stand die Anlage still. RWE setzt dort jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag in den Sand. „Das macht keinen Spaß“, merkt der technische Geschäftsführer des Gundremminger Kernkraftwerks, Michael Trobitz, an. Die politische Großwetterlage könnte sich aber bald ändern, vermuten die Verantwortlichen des Energiekonzerns. Denn Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner habe erst in diesen Tagen betont, dass bei der Energiewende Gaskraftwerke notwendig seien, um die Grundversorgung mit Strom sicherzustellen. Und für diesen Zeitpunkt X will RWE gerüstet sein. „Wir entwickeln die Option für ein Gaskraftwerk östlich des Gundremminger Kernkraftwerks“, so Schlagbaum.

Demnach gibt es drei Unternehmen, die bei geänderten Rahmenbedingungen in der Region ein Gaskraftwerk bauen wollen. Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm planen eine Anlage auf dem einstigen Leipheimer Fliegerhorst, RWE Generation will ein Gaskraftwerk beim Kernkraftwerk Gundremmingen bauen und die Firma PQ Energy hat einen Standort auf Gundelfinger Flur ausgemacht. Er ist in direkter Nachbarschaft zum Gundremminger RWE-Gelände, liegt aber bereits im Landkreis Dillingen. In der Diskussion sagt Gundremmingens Bürgermeister Tobias Bühler: „Wir haben den besten Standort.“

Dessen Vorteile hat Projektleiter Schlagbaum in seinem Vortrag herausgestellt. Wenn sowohl ein Gasturbinenkraftwerk als auch ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) auf dem 24 Hektar großen Gelände in Gundremmingen gebaut würden, käme eine Leistung von 1800 Megawatt zusammen. Zum Vergleich: Die Blöcke B und C des Kernkraftwerks, die 2017 und 2021 vom Netz gehen, haben zusammen eine Leistung von rund 2600 Megawatt. Dort sind insgesamt etwa 1000 Mitarbeiter, davon rund 700 festangestellte, beschäftigt. In dem Gaskraftwerk würden etwa 60 Arbeitsplätze entstehen, sagt Schlagbaum.

Der Projektleiter betont, dass die RWE Generation die Infrastruktur des Kernkraftwerks nutzen könne – ein entscheidender Vorteil. Das Grundstück (heute sind dort Parkplätze) sei ebenso vorhanden wie die Anbindung ans Stromnetz und die Kühlwasserversorgung aus der Donau – der Standort auf Gundelfinger Flur ist nach Informationen unserer Zeitung auf Grundwasser angewiesen. Fachpersonal sei vorhanden, ebenso eine Werksfeuerwehr. Es fehlt – wie bei den anderen – nur die Anbindung an eine Gasleitung, die nächste sei acht Kilometer entfernt.

Die Bauleitplanung für das Sondergebiet Energieerzeugung für ein Gasturbinenkraftwerk stellt Susanne Wolf von der Planungs- und Ingenieursgesellschaft Kling Consult (Krumbach) vor. Das Vorhaben Energieerzeugung entspreche den Zielen der Regionalplanung für dieses Gebiet. Die Erschließung sei gesichert, die Wasserversorgung und -entsorgung ebenso wie die Netzanbindung.

„Es passt hier alles gut zusammen“, sagt Wolf. Wenn alles optimal läuft, könne die Planung Mitte 2016 abgeschlossen werden.

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