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Bilanz der VR-Banken

17.01.2018

Gute Zahlen, aber weniger Mitarbeiter

Alexander Lehmann (links) und Alexander Jall sind Vorsitzende des Kreisverbandes der VR-Banken.
Bild: Jakob Stadler

Mehr Anlagen, Kredite und Mitglieder – den VR-Banken geht es gut. Doch Filialschließungen hinterlassen Spuren

Alexander Jall und Alexander Lehmann sind zufrieden mit den Zahlen, die sie präsentieren. Jall, von der VR-Bank Donau-Mindel, und Lehmann, von der Raiffeisenbank Bissingen, sprechen für alle Raiffeisenbanken im Landkreis. Sie sind die Vorsitzenden des Kreisverbandes der Genossenschaftsbanken. Und ihre Bilanz ist positiv: Die Anzahl der Mitglieder ist gestiegen, genauso das Anlagevolumen und die Kundenkredite. Fast 37000 Menschen sind mittlerweile Teil einer der Genossenschaftsbanken – das sind 40 Prozent der Landkreisbürger, bemerkt Jall. Und wie im vergangenen Jahr haben die Genossenschaftsbanken knapp 145000 Euro gespendet an Organisationen und Vereine in der Region. „Das Geld kommt ja auch aus der Region“, sagt Alexander Lehmann. „Da will man das auch in die Region zurückgeben.“ Die Höhe der Dividenden, die die Banken an ihre Mitglieder ausgeschüttet haben, ist mit 660000 Euro ebenfalls gleich geblieben.

Allerdings zeigt die Bilanz auch, dass 2017 im Vergleich zum Vorjahr 21 Menschen weniger im Landkreis für die Raiffeisenbanken gearbeitet haben als zuvor. Ein Minus von fast neun Prozent. Es sei ein derartiger Sprung, weil einige Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet und nicht ersetzt wurden, erklärt Jall.

Dass diese nicht ersetzt wurden, hat einen Grund. 2016 hat allein die VR-Bank Donau-Mindel auf einen Schlag acht Geschäftsstellen geschlossen – drei davon waren im Landkreis Dillingen. Die Genossenschaftsbanken sind nicht die einzigen, die schlecht besuchte Filialen schließen. Auch die Sparkassen haben ihr Filialnetz ausgedünnt. Großbanken haben höchstens in den Städten eine Geschäftsstelle. „Einfache Servicedienste, die kann der Kunde jetzt zu Hause machen.“, sagt Jall. „Und das ist für ihn auch komfortabler.“ Deshalb gibt es auch weniger Menschen, die einen Schalter brauchen. Online-Banking ist für Jall „sicher einer der Gründe“, weshalb die Bank mittlerweile weniger Mitarbeiter braucht. Es sei aber auch so, dass die Unternehmen effizienter arbeiten und durch neue Techniken schneller seien.

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18 Geschäftsstellen der Raiffeisenbanken gibt es aktuell im Landkreis Dillingen – hinzu kommen zehn Standorte, an denen die Bankkunden an einem Automaten Geschäfte erledigen und Geld abheben können, sogenannte SB-Geschäftsstellen. Das sei nach wie vor eine „recht dichte Präsenz“, sagt Jall. „Und daran wird sich, denke ich, auch in den nächsten Jahren nichts ändern.“ Ein Stück weit komme das aber auch auf das Kundenverhalten an. Sprich: Wenn niemand in eine Filiale geht, kann diese nicht gehalten werden.

So kam es auch zu der Entscheidung, als der Ziertheimer VR-Bank-Filialleiter Michael Sing im Oktober vergangenen Jahres in Ruhestand ging. Bis dahin war Sing in der Filiale der VR-Bank Wittislingen zwei Tage in der Woche als Berater vor Ort. Seit seinem Ausscheiden steht dort nur ein Automat.

Den Geschäften hat das nicht geschadet, das beweisen die anderen Zahlen für 2017. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, dass wir auch in Zeiten der Nullzinsphase für unsere Kunden gut aufgestellt sind“, sagt Lehmann. Aus der Bilanz liest er, dass die Kunden den Genossenschaftsbanken vertrauen. Die Kundeneinlagen sind um knapp 3,5 Prozent gewachsen auf etwa 1,3 Milliarden. Noch stärker ist das betreute Kundenvolumen gestiegen. Das beinhaltet, neben dem im Landkreis angelegten Geld auf Sparbüchern oder Girokonten auch Gelder, die innerhalb der Finanzgruppe angelegt wurden – also Investitionen etwa in Fonds oder Ähnliches. Hier wurde den Raiffeisenbanken mehr als zwei Milliarden Euro anvertraut – ein Anstieg um knapp acht Prozent.

Das liege auch an der Arbeitsweise als Genossenschaft – die „beste Rechtsform, die es gibt“, wie Jall sie selbstbewusst nennt. Als Unternehmen, deren Eigentümer vor Ort sind, die sich selbst versorgen, selbst verwalten und selbst die Verantwortung übernehmen, habe man sowohl die wirtschaftlichen Bestrebungen im Blick als auch das Gemeinwohl.

Aus dieser Idee heraus ist die Raiffeisen-Idee entstanden. Namensgeber Friedrich Wilhelm Raiffeisen wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Deshalb haben die Genossenschaftsbanken das „Raiffeisen-Jahr“ ausgerufen und feiern dieses Konzept.

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