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Region Wertingen

27.02.2015

Gutmütigkeit wäre beinahe bestraft worden

Prozess: Eine  Absprache mit der Nachbarin bringt 52-Jährige in rechtliche Bedrängnis

Landkreis Dillingen Glück hatte jetzt eine 52-jährige Rentnerin aus dem nördlichen Landkreis Dillingen, als sie vor dem Amtsgericht in Dillingen einen Freispruch erreichte. Die Frau wurde der falschen Verdächtigung angeklagt, nachdem bereits ein anderes Verfahren vorausgegangen war. Konkret ging es um einen Handyvertrag, den die beschuldigte Frau für eine Bekannte abgeschlossen haben soll, die wegen persönlicher Schwierigkeiten keinen eigenen mehr bekommen hatte.

Abgesprochen war, dass die befreundete Nachbarin die Telefongebühren selbst übernimmt und der mittlerweile Angeklagten überweist. Als dies zwischen den zwei Frauen nicht mehr funktionierte, hatte die Geschädigte Anzeige erstattet. Im ersten Gerichtsverfahren bekam jedoch die Nachbarin Recht. „Die Beweislage war leider so“, konstatierte Richterin Ursula Janosi, obwohl sie beim Prozess den Eindruck gehabt habe, dass die damals beschuldigte Frau einen nicht gerade seriösen Eindruck machte, wie sie betonte.

Staatsanwalt Alexander Porsche warf jetzt der 52-jährigen Rentnerin vor, im ersten Verfahren eine uneidliche Falschaussage gemacht zu haben. Diese hatte angegeben, keinen Handyvertrag abgeschlossen zu haben. Sie habe nur einen Festnetzanschluss mit Internet für die befreundete Frau beantragt, erklärte die Beschuldigte zu diesen Vorwürfen nun gegenüber der Anklagevertretung. Der Vertrag für ein Handy sei von ihr nicht eingegangen worden, erklärte die Angeklagte, und sie würde jetzt für ihre Gutmütigkeit bestraft, sagte die Beschuldigte an das Gericht gewandt. „Die Fakten sprechen leider gegen sie“, hielt Richterin Janosi der Frau entgegen. Das Gericht ließ sich dann eine Unterschriftenprobe geben. Der Angeklagten war auch vorgehalten worden, das Handy gegen Unterschrift in Empfang genommen zu haben. Diese verneinte das jedoch, denn sie könne sich nicht erinnern, einen Ausweis vorgelegt zu haben, den die Telekom üblicherweise von den Empfängern verlange.

Richterin Janosi signalisierte auf Grund der Aktenlage eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldbuße, was sie allerdings nur mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft machen könne, wie sie sagte. Nach einer kurzen Unterbrechung wendete sich allerdings das Blatt für die Angeklagte zum Guten. Man habe zwischenzeitlich von der Telekom erfahren, dass SIM-Karten und Geräte nicht immer in einer einzigen Sendung beziehungsweise ausnahmslos gegen Unterschrift verschickt würden. Dabei sei es möglich, dass die Nachbarin der angeklagten Frau selbst die Empfängerin gewesen sei und vielleicht keine Unterschrift habe leisten müssen. Auch stehe eine Unterschriftsfälschung im Bereich des Möglichen, hieß es von Seiten des Gerichtes. Das alles sei entlastend für die Angeklagte, so Staatsanwalt Porsche in seinem Plädoyer, in dem er einen Freispruch beantragte.

Richterin Janosi erließ dann auch einen Freispruch in einem „fragwürdigen Fall“, wie sie selbst sagte. Die angeklagte Rentnerin hatte einen heftigen Dämpfer für ihre Gutmütigkeit zu befürchten gehabt. Sie war mit viel Glück ohne Strafe davongekommen.

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