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Wertingen

10.03.2019

Hauptleitung nahe Possenried durch Baggerarbeiten beschädigt

An dieser Grube nahe des Wertinger Stadtteils Possenried wurde während Baggerarbeiten die Hauptleitung der Wasserversorgung beschädigt. Diese ist aus Asbestzement gefertigt. So mussten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen während der Arbeiten getroffen werden.
Bild: Benjamin Reif

Hunderte Haushalte sind stundenlang von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die Arbeiten am Rohr sind anspruchsvoll. Der Grund dafür ist das Material.

Bis spät in die Nacht hinein waren am Freitag die Bewohner in den Wertinger Stadtteilen Possenried, Hirschbach und Hohenreichen von der Wasserversorgung abgeschnitten. Bei Baggerarbeiten nahe Possenried war die Hauptleitung für diese Stadtteile beschädigt worden. Diese Leitung ist die einzige, welche die betroffenen Ortsteile mit Wasser versorgt.

Gegen 14.30 Uhr gingen sehr viele Anrufe bei Andrea Koch ein. Koch ist Wassermeisterin bei der Kugelberggruppe, dem Wasserversorger für diese Ortsteile. Zunächst waren auch die Stadtteile Rieblingen, Prettelshofen sowie die Neuschenau von dem Leitungsausfall betroffen. Koch koordinierte sich mit den Freiwilligen Feuerwehren der Ortsteile: Diese führten Lautsprecherdurchsagen durch, um die Bürger davon abzuhalten, die Wasserhähne aufzudrehen. Denn das hätte zusätzliche Luft in die Leitungen gezogen und das Problem noch verstärkt.

Die Leitung bei Possenried besteht aus Asbestzement

Es war ohnehin schon problematisch genug. Nahe Possenried war durch Baggerarbeiten die Hauptleitung beschädigt worden (siehe Bild). Die Leitung, Anfang der 80er-Jahre verlegt, besteht aus Asbestzement. Das machte die ohnehin schon anspruchsvollen Reparaturarbeiten noch schwieriger. Ein etwa fünf Meter langes Stück musste aus der Leitung herausgeschnitten und durch ein neueres ersetzt werden. Da Asbest gesundheitsschädlich ist, musste der Mechaniker einen Schutzanzug und einen Atemschutz bei den Arbeiten tragen, wie Andrea Koch erklärt. Die Feuerwehr Wertingen stellte für die Arbeiten an der Grube Scheinwerfer bereit, sodass nach Einbruch der Dunkelheit gearbeitet werden konnte.Bis kurz nach 22 Uhr dauerten die Ausbesserungsarbeiten. Doch dann konnte noch nicht wieder normal Wasser in die Leitung gepumpt werden. Denn innerhalb des Systems hatte sich nun viel Luft angesammelt. Bevor der Wasserdruck wieder auf Normalniveau gebracht werden konnte, mussten diese Lufteinlagerungen verschwinden. Ansonsten hätte die Leitung an anderer Stelle sofort wieder beschädigt werden können, da sich punktuell ein zu großer Druck gebildet hätte.

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Nach der Reparatur musste die Wertinger Wasserleitung entlüftet werden

So musste die Leitung entlüftet werden, ähnlich einem normalen Heizkörper im Haushalt. Hier halfen wieder die Feuerwehren aus: Während die Mitarbeiter der Kugelberggruppe an den höher gelegenen Punkten die Luft aus den Leitungen entweichen ließen, führten die Feuerwehrleute Entlüftungen an den Hydranten in den Ortschaften durch. Anschließend wurde langsam, aber stetig wieder Wasser in die Leitungen eingelassen, bis dann gegen 23 Uhr die Versorgung wiederhergestellt war. In Hohenreichen war der Wasserdruck allerdings am Samstagmorgen noch nicht hoch genug, sodass die Feuerwehr dort noch einmal entlüften musste. Mittlerweile funktioniert wieder alles normal.

Andrea Koch sagte gegenüber unserer Zeitung über den Zwischenfall abschließend: „Wir sind den Helfern der Freiwilligen Feuerwehr für ihre große Hilfe sehr dankbar.“

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