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Energiesparen im Landkreis Dillingen

29.01.2017

Heimeliger Flammentanz in den Feierabend

Ein Herz und eine Seele und ganz viel Holz: Ruth und Hubert Schaller an einem selbst geschweißten Holzträger mit lieber Form.

Wohnen zwischen den Kacheln: Warum der Holzofen anderen Heizsystemen um Längen voraus ist.

Wer in Höchstädt bei „Ofen Schaller“ den 90 Quadratmeter großen Büro- und Ausstellungsraum an der Straße mit dem ehrwürdig-langen Straßennamen betritt, begibt sich auf eine Zeit- und Generationenreise. Dort trifft man nicht nur auf großformatige Urkunden mit der unendlichen Berufsbezeichnung Kachelofen- und Lüftungsheizungsbauer-Meister. Sondern auch auf das Unternehmer-Ehepaar Ruth und Hubert, das vier Kinder erzieht. Im rückwärtigen Teil des nüchtern gehaltenen Kundenbereiches stehen massive Küchenherde, die irgendwie an Großmutters Zeiten erinnern. Eine klobige, aufklappbare Tür gibt die Feuerstelle frei. Nur, dass solche Heiz- und Kochsysteme – aufgerüstet mit Hightech und neuesten Materialien – bei dem 200 Jahre alten Familienbetrieb heute genauso verkauft werden können wie anno dazumal.

Nahe des Eingangs gerät ein dunkelfarben, in kubischer Form gehaltener Apparat ins Blickfeld, der als die modernste Pelletheizung der Welt gilt und ohne das bislang einzige Manko dieser hochwirksamen Heizungsweise auskommt – nämlich stromlos funktioniert. Denn mithilfe einer schlichten Kurbel an der Seite können die kleinen, bei neuen Häuslebauern beliebten Holzstücke in den Brennraum befördert werden.

Nicht nur bei Schallers, auch bei anderen Anbietern der Region kann beim Thema Heizen und Ofen leicht der Eindruck entstehen, dass alles schon mal da war. So richtig verschwunden war zum Beispiel der beliebte Kachelofen nie ganz. Und mit modernen Heizeinsätzen zum multiplen Allesversorger „aufgemöbelt“ werden kann. „Wir verkaufen und bauen da Möbelstücke, nicht nur einfache Geräte“, betont Hubert Schaller und ist sich damit mit Michael Buhl aus Wertingen einig, der in seinem attraktiv gestalteten Geschäft an der Zusam am liebsten von einem „feurigen Mobiliar“ spricht. Der Fliesenlegermeister und Chemotechniker muss bei der Suche nach Motiven für den Kauf eines solchen traditionellen Kulturguts allerdings weit ausholen: „Feuer ist die älteste Wärmequelle.“ Bis auf das mit dem fehlenden Licht und den wilden Bestien vor der Höhle hat sich bis heute an der Faszination für das Brennende kaum etwas verändert, wie ein Rundgang durch Heiztechnik-Showräume im Landkreis beweist. Dort reicht die Bandbreite der Ofenformen von eckig bis rund, von massiv gemauert bis zur hohen schlanken Säule an der Wand, freistehend, drehbar oder sogar von der Decke hängend. Gekachelt bis geputzt, rustikal oder modern. Aber dem Ofenexperten Michael Buhl fällt bei seinen Interessenten-Gesprächen auf, dass der „Homo Aktualis“ das Feuer auch wieder vermehrt „sehen, fühlen und sogar hören“ möchte. Mit seinem Knistern, Prasseln, Flackern und Glühen biete es ein Schauspiel für alle Sinne. Dazu hat sich die Branche für Kachelöfen, Heizkamine und Kaminöfen, die derzeit einen Boom mit mehr als 15 Millionen Anlagen bundesweit wie seit Langem nicht mehr spürt, allerhand einfallen lassen. So etwa großformatige Sichtfenster mit Panorama- oder gleich Rundumblick oder ganz verglaste Feuerraumtüren, die eine maximale Sicht auf das Flammenspiel freigeben – kurz: Lagerfeuerromantik.

Beim klassischen Kachelofen, der seinen Namen der keramischen Ummantelung mit hitzespeichernden Ofenkacheln verdankt, entwickelt dabei überwiegend langwellige Infrarot-Strahlung mit einer Tiefenwirkung, die buchstäblich unter die Haut geht. Schließlich ist sie mit ihren bis zu zwei Quadratmetern Fläche und über vier Millionen Rezeptoren das größte und zudem das sensibelste Organ des Menschen. Was die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft (AdK) gar auf Studien hinweisen lässt, wonach das dadurch entstehende reizarme, angenehme Raumklima eine positive Wirkung auf Körper und Psyche des Menschen entfalte. Die langwellige Wärmestrahlung entspanne die Muskulatur, wirke beruhigend, belebend und fördere die Durchblutung. Außerdem, so die Arbeitsgemeinschaft weiter, wissen Ofennutzer um ihren Beitrag zur Umwelt, zumal holzbefeuerte Heiz- und Kochsysteme einen wertvollen Beitrag zur Verminderung des CO2-Ausstoßes leisten.

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