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Konzert

16.04.2019

Heiter und beschwingt den Lenz begrüßt

Der Gesangverein Binswangen unter Leitung von Anton Kapfer begrüßte bei seinem Konzert in der Synagoge den Frühling.

Der Gesangverein Binswangen zeigte beim furiosen Frühlingskonzert seine große musikalische Bandbreite auf

Den Binswanger Musikfrühling in der Alten Synagoge eröffnete ein Hornquartett des örtlichen Musikvereins unter Leitung von Kathrin Dippel passend mit „Der Frühling ist über dem Land …“. Eingeladen hatte Gesangvereinsvorsitzender Hubert Kapfer, der die zahlreichen Gäste und Ehrengäste begrüßte auf das Programm „mit großer, musikalischer Bandbreite“ einstimmte.

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Davon Zeugnis gab dann der erste, drei Stücke umfassende Block seines Männerchores: Von Franz Langs fröhlich tänzelndem „Nun will der Lenz uns grüßen“ über Max Regers harmonisch fülligen Chorsatz „Herzlich tut mich erfreuen“ bis zum heiter beschwingten Evergreen „Veronika, der Lenz ist da“ der berühmten Comedian Harmonists bot schon der gesangliche Konzertauftakt einen breiten Spannungsbogen musikalischer Stimmungslagen auf. Eine fröhliche Klangfarbe setzte dann der Kinder- und Jugendchor unter Leitung von Melanie Spiegler hinzu: Mit insgesamt vier Stücken erfreuten und erheiterten die jungen Binswanger das Publikum, wobei sämtliche Lieder mit ausgesprochen witzigen, in schwäbischer Mundart gehaltenen Texten aufwarteten. Das abschließende „Huat-Durcheinander“ wurde zudem von einer kleinen, komödiantischen Choreografie untermalt: Bei so viel Engagement und Leidenschaft bei der Sache muss sich Binswangen um seinen Bühnennachwuchs also keine Sorgen machen!

Im zweiten Themenblock „Wie lieblich schallt …“ standen dann Hornquartett und Männerchor gemeinsam auf der Bühne und gaben unter anderem den Jägerchor aus Carl Maria von Webers romantischer Oper „Der Freischütz“ zum Besten, ehe mit Reinhard Meys launiger „Diplomatenjagd“ ein humorvoller Übergang zum Auftritt der Gruppe „Z’all Viert“ bereitet wurde.

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Das gemischte, vierstimmige Quartett, bestehend aus Sopranistin Sonja Rupp, Kinder- und Jugendchorleiterin Melanie Spiegler in der Altstimme, Tenor Johannes Stallauer und Bass Anton Rupp jun., schlug in seinen drei Stücken durchweg pointenreiche Töne an und scheute dabei erfrischend bissigen Mundart-Humor ebenso wenig wie die teils hochkomplexen, an harmonischen wie rhythmischen Wendungen reichen Arrangements. Wie stets meisterten die vier routiniert zusammen agierenden Mitglieder von „Z’all Viert“ diese musikalische Herausforderung mit Bravour. Frühlingshafte Lebendigkeit und Aufbruchstimmung verbreitete anschließend wieder der Männerchor mit einem dreiteiligen Block, der mit dem wohlbekannten „Das Wandern ist des Müllers Lust“ endete, wobei besonders die stakkatohaften Bassstimmen die Wonnen des Wanderlebens lautmalerisch in Szene setzten. Auf ein kurzes Intermezzo des Hornquartetts mit der Volksweise „Ein Jäger aus Kurpfalz“ folgten dann drei Hymnen „Vom edlen Rebensaft …“, die der Männerchor gleichermaßen flüssig wie süffig darzubieten verstand. Dank der detailgenauen, gediegenen Präzision ihres hochversierten Chorleiters Anton Kapfer, der dem Gesangverein schon seit 47 Jahren den Takt und die Dynamik vorgibt, glänzt die Sangesgruppe gerade bei solchen, moderneren Arrangements immer ganz besonders.

Einen modernen Klassiker hatten dann auch „Z’all Viert“ noch im Programm, in Form einer wiederum neuartig gestalteten Version des Simon&Garfunkel-Hits „Sound of Silence“, bevor mit dem zeitgenössischen Stück „Das Rendezvous“ die musikalisch geweckten „Frühlingsgefühle“ schließlich auch noch auf die humoristische Schippe genommen wurden. Auch beim Männerensemble saßen danach bei „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ und Udo Jürgen´s schmissigem Boogie-Woogie „Mit 66 Jahren“ jeder Ton und jede Pointe und das Hornquartett nahm die fröhliche Atmosphäre sogleich in den Gospel-Klassiker „Oh, happy day“ mit auf. Zum Abschluss des kurzweiligen, abwechslungsreichen Programms brachte das Männerensemble noch drei „Romantische Träume“ zum Klingen, darunter „In einem kühlen Grunde“ und das bekannte „Ännchen von Tharau“ von Friedrich Silcher, sowie „Die Nacht“ des ebenfalls der Romantik zuzurechnenden Komponisten Franz Abt.

Für diesen nicht nur romantischen, sondern auch modernen und unterhaltsamen Konzertabend ernteten die Aktiven ihren wohlverdienten, lang anhaltenden Schlussapplaus. (pm)

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